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Trainer Ole Gunnar Solskjaer kehrt mit Manchester United dorthin zurück, wo der FC Bayern 1999 den "Sekundentod" starb. Gibt es gegen den FC Barcelona eine Wiederholung?

Ole Gunnar Solskjaer weiß, wovon er spricht. "Es wird nicht entschieden sein, bevor wir nicht 90 Minuten im Camp Nou gespielt haben", sagt der einstige Bayern-Schreck vor seiner Rückkehr mit Manchester United ins legendäre Stadion des FC Barcelona.

Dort hatte der damalige Stürmer Solskjaer den Münchnern 1999 mit seinem Tor (93.) den "Sekundentod" versetzt, als Teammanager will er am Dienstag (Champions League: FC Barcelona - Manchester United ab 21 Uhr im LIVETICKER, alle Infos auch im Fantalk ab 20.55 Uhr im LIVESTREAM) im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League das nächste "Wunder von Barcelona" schaffen.

Gegen Bayern nicht das wichtigste Tor

Das Tor gegen die Bayern war das wichtigste Tor in seiner Profikarriere, könnte man meinen. Doch dem ist nicht so. Seinen bedeutsamsten Treffer erzielte er einige Jahre später, 2006 gegen Newcastle. Da nämlich saß sein Sohn Noah auf der Tribüne und bejubelte zwei Tore seines Vaters, der nach einer Knieoperation 2003 rund drei Jahre ohne Treffer für United geblieben war.

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"Ich ging vom Spielfeld, und da war mein Sohn Noah mit geballten Fäusten", sagte Solskjaer der Daily Mail im Jahr 2011. "Er war sechs Jahre alt und würde sich erinnern, dass sein Vater in Old Trafford getroffen hatte. Das war eines der größten Dinge, die mich antrieben, denn er war erst drei Jahre alt, als ich verletzt wurde."

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Sein eigener Vater sei ein griechisch-römischer Ringer gewesen, erklärte der heutige United-Coach weiter. "Von 1966 bis 1971 war er sechs Jahre lang norwegischer Meister. Aber ich habe ihn nie ringen sehen. Ich habe nur die Ausschnitte gelesen. Meine Motivation war, dass Noah nicht nur über mich lesen würde, er würde sich an mich erinnern."

In den 20 Jahren, seit er mit der Siegermedaille auf dem Platz stand, hat Solskjaer nicht mehr den heiligen Rasen des Nou Camp betreten. Heute kommt es wieder dazu.

Wie damals über weite Strecken der Partie liegt United am Dienstag nach dem Hinspiel 0:1 zurück. Barca um Nationaltorwart Marc-Andre ter Stegen und Superstar Lionel Messi hat also die besseren Karten.

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Solskjaer: "Ich glaube nicht an Schicksal"

"Barcelona verliert normalerweise nicht zu Hause", weiß Solskjaer. "Aber wir können dafür sorgen." Wie im Achtelfinal-Rückspiel bei Paris St. Germain, als sein Team das 0:2 aus dem Hinspiel noch sensationell drehte (3:1).

Solskjaer - allein der Name des Norwegers steht als Synonym für große Comebacks. "Ich glaube nicht an Schicksal, aber daran, dass du bekommst, was du verdienst", sagt er. Im ESPN-Interview ergänzt er: "Ich werde Schmetterlinge im Bauch haben und kann es kaum erwarten, bis es losgeht. Das ist die größte Bühne..."

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Und dort hatte er vor 20 Jahren seinen größten Auftritt, als er United nach dem Ausgleich durch Teddy Sheringham (90.+1) mit der Rückennummer 20 zum Triple schoss.

"Wir werden diese Bilder im Kopf haben", sagt Mittelfeldspieler Juan Mata, "wie er das Tor gefeiert hat, den Jubel von Sir Alex Ferguson."

Solskjaer werde in seiner Ansprache "sicher davon erzählen - und wir werden versuchen, den United-Fans dort eine weitere großartige Nacht zu bescheren". Doch das wird wohl noch schwieriger als im Achtelfinale. "Barca ist nicht PSG", sagt Romelu Lukaku, "Sie sind auf einem anderen Niveau."

Messi nicht treffsicher in Viertelfinals

Zumal Messi nach seiner Nasenverletzung im Hinspiel und der Pause beim 0:0 von Barcas C-Elf in Huesca wieder dabei sein wird. Allerdings: Messi hat in keinem seiner jüngsten zwölf Viertelfinalspiele getroffen, seit dem Triumph 2015 schied Barca immer in dieser Runde aus.

Der Respekt vor Solskjaer und ManUnited ist bei Barca-Coach Ernesto Valverde und ter Stegen jedenfalls groß. Auf die Frage, was er am Dienstag beim Gegner fürchte, sagte Valverde: "Ihren Geist und die Kraft und das Tempo. Wenn du ihnen Raum gibst, dann sind sie schnell und effizient."

Ter Stegen sieht in United "eine neue Herausforderung. "Das Gute ist, dass wir anders spielen als PSG", meint der Nationalkeper. "Wir haben durch das Hinspiel nur einen kleinen Vorteil." 

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