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Prag - Borussia Dortmund zittert sich zum ersten Sieg in der Champions League. Im Duell mit Slavia Prag ebnet ein Solo von Achraf Hakimi den Weg zum Sieg.

Doppelpacker Achraf Hakimi hüpfte mit einer schwarzen Daunenjacke um die Schultern vor den Fans auf und ab, der "Aushilfs-Stürmer" von Borussia Dortmund strahlte mit dem ebenfalls glückseligen Marco Reus um die Wette.

Nach dem 2:0 (1:0) bei Slavia Prag war den zuletzt arg gescholtenen BVB-Profis bei der Spontan-Party auf dem Rasen die Erleichterung anzusehen. "Das hat sehr viel Vertrauen zurückgegeben", sagte Kapitän Reus nach dem ersehnten ersten Sieg in der Champions League bei Sky.

Favres Plan mit Hakimi geht auf

Bis dahin war es jedoch ein hartes Stück Arbeit, den Unterschied machte letztlich der gelernte Außenverteidiger Hakimi mit seinen Toren (35./89.) jeweils nach Kontern. Trainer Lucien Favre hatte den 20-Jährigen überraschend im Mittelfeld aufgeboten. (SERVICE: Ergebnisse/Spielplan der Gruppe F)

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"Wir haben das schon einmal in der Vorbereitung probiert und hatten gehofft, dass er heute mit seiner Schnelligkeit die Räume nutzen kann. Da ist der Plan des Trainers komplett aufgegangen", erklärte Zorc Favres Schachzug. "Er ist für uns extrem wichtig, weil er rechts verteidigen kann und jetzt auch vorne eingesetzt werden kann." (Die Stimmen zum Spiel)

Hakimi selbst gestand: "Ich war erst ein wenig verwundert, so offensiv aufgestellt zu werden. Aber ich kenne meine Möglichkeiten nach vorne. Ich kann offensiv spielen. Es ist eine Möglichkeit, die der Trainer hat, um mich einzusetzen."

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Hakimi hatte in dieser Saison zuvor nur beim 3:1-Sieg gegen Köln getroffen, nun gelang ihm der erste Doppelpack eines Marokkaners in der Königsklasse. Zugleich ist Hakimi jetzt mit 20 Jahren und 332 Tagen Dortmunds jüngster Doppeltorschütze in der Champions League. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Auch Sebastian Kehl war voll des Lobes. "Er hat das hervorragend gemacht, war an allen Torszenen beteiligt. Wir wissen um seine Qualität. Er war für uns heute der Mann des Spiel", sagte der Lizenzspieler-Chef des Bundesligisten.

Zorc: "Sind natürlich erleichtert"

Nach dem Punkt gegen Barcelona (0:0) hat das Team von Trainer Lucien Favre nun im Kampf um das Achtelfinale eine glänzende Ausgangsposition. (SERVICE: Tabelle der Gruppe F)

"Wir sind natürlich erleichtert, weil wir die letzten drei Spiele nicht gewonnen haben. Heute haben wir gut dagegengehalten", sagte Zorc nach dem Sieg im 250. Europapokalspiel der Vereinsgeschichte, der den Westfalen eine Atempause verschafft und sie vor weiterem Krisengerede bewahrt.

Wie von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gefordert stellte sich der BVB von Beginn an dem Kampf. Nach einer Gedenkminute für den verstorbenen Schlagersänger Karel Gott, der 1996 mit Norbert Dickel auch die Hymne "Schwarzgelb - wie Biene Maja" aufgenommen hatte, nahm der BVB zunächst das Heft in die Hand. Die Stadion-Regie hatte das Anschauungsmaterial geliefert: Auf der Leinwand wurden vor Anpfiff Bayern Münchens sieben Tore aus dem Spiel bei Tottenham gezeigt.

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Hummels zurück - Sancho verpasst Führung

Das schien Inspiration zu sein. Mit Rückkehrer Julian Brandt und dem genesenen Mats Hummels kam die Favre-Elf nach wenigen Sekunden zur ersten Ecke, kurz darauf bot sich Jadon Sancho (2.) die erste große Chance. Mario Götze saß derweil trotz des Ausfalls von Torjäger Paco Alcácer nur auf der Bank, ganz vorne stürmte Brandt als Spitze vor Marco Reus.

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Die von einem chinesischen Investor unterstützten Tschechen fingen sich jedoch und boten den Dortmundern einen Fight auf Augenhöhe. Weil die BVB-Abwehr nicht immer sicher wirkte und Slavia vorne flink agierte, kamen die gut 19.000 Zuschauer voll auf ihre Kosten.

Bürki bewahrt BVB vor Rückstand

Immerhin: Dortmund blieb anders als zuletzt ohne frühes Gegentor. Das war vor allem der Verdienst von Torhüter Roman Bürki, der in höchster Not mit dem Fuß gegen Lukas Masopust (21.) rettete. Dem Bundesliga-Achten ging in dieser Phase gegen die laufstarken Tschechen die Ordnung verloren, auch bei Standards stand die Defensive erneut nicht sattelfest. Weil Alcacer als Zielspieler fehlte, klappte in der Vorwärtsbewegung nicht viel.

Der erste starke Angriff brachte dennoch die Führung. Der pfeilschnelle Hakimi leitete einen Konter über rechts ein, kam über Brandt wieder an den Ball, spielte im Strafraum zwei Gegner und den Torwart aus und vollendete eiskalt unter die Latte. Für den Marokkaner war es das zweite Pflichtspieltor der Saison.

Nach der Pause ging es dann hin und her. Erst legte sich Sancho nach langem Solo den Ball zu weit vor (47.), dann traf Slavia-Sturmspitze Stanislav Tecl das Außennetz (53.). Dortmund wehrte sich nun mit Leidenschaft gegen die nicht aufsteckenden Tschechen, Torszenen waren Mangelware. Hakimi machte kurz vor Schluss alles klar.

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