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Lissabon - Thomas Tuchel zieht mit Paris Saint-Germain ins Finale der Champions League ein. Das PSG-Starensemble ist für RB Leipzig im Halbfinale eine Nummer zu groß.

Der Traum vom Henkelpott lebt für Thomas Tuchel.

Angeführt von der Staroffensive um Kylian Mbappé, Neymar und Ángel Di María hat Paris Saint-Germain in der Champions League erstmals den Sprung ins Finale geschafft. Beim 3:0 (2:0)-Halbfinalsieg gegen RB Leipzig zeigte Tuchels Team der Auswahl von Julian Nagelsmann die Grenzen auf. (Spielplan und Ergebnisse der Champions League)

"Ich glaube, dass Paris ein sehr gutes Spiel gemacht hat", sagte RB-Sportdirektor Markus Krösche bei DAZN. "Wir haben ein paar Fehler zu viel gemacht. Aber wir können stolz darauf sein, was wir in dieser Saison geschafft haben. Paris war heute einfach besser."

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Tuchel freut sich über Finaleinzug

PSG, das in dieser Saison in Frankreich bereits alle möglichen Titel abgeräumt hat, trifft nun im Endspiel im Estádio da Luz am Sonntag entweder auf den FC Bayern oder Olympique Lyon. (Champions League: Olympique Lyon - FC Bayern München, Mittwoch 21 Uhr im LIVETICKER)

"Ich bin sehr erleichtert", freute sich Tuchel bei Sky. "Es ist unbeschreiblich, so etwas zu fühlen. Ich war furchtbar angespannt bis zur Nachspielzeit, dann erst habe ich es geglaubt. Auch wenn es schwer ist zu zeigen: Ich bin gerade k.o. Wir haben nicht nur Qualität gezeigt, sondern auch Hunger. Wir werden gerade dafür belohnt. Diese Mannschaft ist echt zusammengewachsen." (Die Stimmen zum Spiel)

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Paris ist erst der dritte französische Klub nach Olympique Marseille (1993) und AS Monaco (2004), der im Endspiel der Champions League um die Krone kämpft. Tuchel ist der fünfte deutsche Trainer nach Ottmar Hitzfeld, Jupp Heynckes, Klaus Toppmöller und Jürgen Klopp, der die große Final-Bühne betritt.

PSG im Finale! Ex-Bayer Bernat trifft per Kopf gegen RB Leipzig

Marquinhos (13.) nach einem Freistoß von Di María und der Argentinier selbst (42.) nach Vorarbeit von Neymar markierten in Hälfte eins die Tore für Paris. Die Führung hätte schon zur Pause deutlich höher ausfallen können, Neymar scheiterte zwei Mal am Pfosten (6., 35.) und zielte ein Mal noch knapp vorbei (44.). Die größte Leipziger Chance im ersten Durchgang hatte Yussuf Poulsen (25.). (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Nach dem Seitenwechsel sorgten die eingewechselten Emil Forsberg und Patrik Schick zunächst für frischen Wind im RB-Sturm - der nächste Treffer fiel allerdings wieder auf der anderen Seite: Der Ex-Münchner Juan Bernat (56.) war nach einer Flanke von Di María per Kopf zur Stelle. Unmittelbar vor dem Tor war Nordi Mukiele in Höhe der Eckfahne nach einem Duell mit Ander Herrera zu Boden gegangen, das Tor zählte aber nach Überprüfung durch den Videoassistenten. 

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"Gierige" Leipziger und "120 Prozent" Einsatz hatte Nagelsmann im Vorfeld versprochen - doch davon war wenig zu sehen. Das lag aber vor allem an den Parisern, die ihre ungeheure Offensivpower sofort auf den Rasen brachten. (Die RB-Spieler in der Einzelkritik)

Stürmischer PSG-Start überfordert Leipzig

Vor allem Weltmeister Mbappé, der wegen einer Knöchelverletzung im Viertelfinale gegen Atalanta Bergamo (2:1) erst von der Bank gekommen und die Wende mit eingeleitet hatte, war sofort im Spiel. In der 6. Minute legte er den Ball perfekt in den Lauf von Neymar, der aber mit einem Außenrist-Schuss am rechten Posten scheiterte.

Nur eine Minute später traf Mbappé selbst das Tor, doch der Treffer wurde nicht anerkannt. RB-Torhüter Peter Gulacsi hatte dabei Glück, dass bei seinem missglückten Rettungsversuch der Ball an die Hand von Neymar geprallt war.

Beim 0:1 nach einem Freistoß des nach Gelbsperre zurückgekehrten Di Maria half Gulacsi auch das Glück nicht mehr. Der zugeteilte Yussuf Poulsen ließ Torschütze Marquinhos aus den Augen - und RB lag völlig verdient zurück. Nagelsmanns Plan, den schnelleren Nordi Mukiele anstelle von Nationalspieler Marcel Halstenberg als Außenverteidiger zu bringen, ging zunächst nicht auf.

Neymar glänzt - RB Leipzig zu harmlos

Nagelsmann reagierte an der Seitenlinie mit wilden Gesten und lauten Anweisungen - und damit schien er sein Team tatsächlich zu erreichen. Leipzig legte seine Nervosität etwas ab und kam in der 25. Minute zu einer guten Chance durch Kapitän Poulsen.

Chef im Ring blieb aber PSG. Neymar packte in der 35. Minute einen Zauber-Freistoß aus, als er Gulacsi auf den falschen Fuß erwischte und aus knapp 30 Metern den Pfosten traf. Di Marias Treffer zum 2:0 legte Neymar spektakulär mit der Hacke auf. Vorausgegangen war erneut ein kapitaler Abspielfehler von Gulacsi.

Leipzigs zaghaftes Aufbäumen nach der Pause war mit Bernats Treffer beendet. Gulacsi verhinderte mit einigen Paraden sogar noch eine höhere Niederlage.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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