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Madrid - Christian Pulisic verschafft Thomas Tuchel und dem FC Chelsea eine gute Ausgangsposition im Kampf ums Finale. Real Madrid und Toni Kroos müssen zittern.

Der FC Chelsea hat dank Christian Pulisic leichte Vorteile im Kampf um den Einzug ins Champions-League-Finale.

Das Team von Thomas Tuchel erreichte im Halbfinal-Hinspiel bei Real Madrid ein 1:1 (1:1)-Remis. Im Rückspiel am kommenden Mittwoch (Champions League: FC Chelsea - Real Madrid, 5. Mai ab 21 Uhr im LIVETICKER) würde des Blues aufgrund der Auswärtstorregel bereits ein torloses Unentschieden für den Einzug ins Endspiel reichen. Zinédine Zidanes Team um Nationalspieler Toni Kroos hilft nur ein Sieg oder ein Remis mit mindestens zwei Toren. (Spielplan und Ergebnisse der Champions League)

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Pulisic bleibt cool - Werner glücklos

Christian Pulisic (14.) narrte bei seinem Führungstor nach einem Traumpass von Antonio Rüdiger die gesamte Real-Defensive. Karim Benzema (29.) glich im Anschluss an eine Ecke von Toni Kroos mit einem Drehschuss aus kurzer Distanz aus (29.). (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Man kann nicht sauer sein, aber enttäuscht", haderte Tuchel bei DAZN mit der Chancenverwertung seines Teams. Vor allem Timo Werner vergab in der Anfangsphase eine Megachance (10.). "Wenn man Chancen in dieser Fülle und dieser Qualität hat, ist es ein Jammer, wenn du dich nicht belohnst. Wir hätten 2:0 oder 3:0 führen können. Das war ein fantastischer Start. Aber wenn du es nicht schafffst, ist es schwer, nicht das Selbstvertrauen zu verlieren. Dann kassierst du ein Tor - aber ich war froh über die Reaktion, dass wir ein ordentliches Spiel bis zum Ende gemacht haben."

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Antonio Rüdiger meinte bei Sky: "Der erste Schritt ist gemacht, es liegt in unserer Hand und das ist gut." Nach einer ereignisreichen ersten Hälfte, sank das Niveau auf beiden Seiten im zweiten Durchgang allerdings. Sky-Experte Lothar Matthäus meinte: "Eines Champions-League-Halbfinales nicht würdig."

Kroos kehrte im kleinen Estadio Alfredo Di Stefano in die Anfangsformation zurück, nachdem er zuletzt drei Partien wegen muskulärer Probleme versäumt hatte. Tuchel setzte in der Startelf auf Werner und Antonio Rüdiger, Kai Havertz nahm zunächst auf der Bank Platz.

"Wir treten sehr selbstbewusst auf", kündigte Tuchel unmittelbar vor dem Anpfiff an. Seine Spieler befolgten die Marschroute. Aus einer sicheren Defensive heraus suchten die Gäste in der Anfangsphase immer wieder den Weg nach vorne und hatten durch Werner die Riesenchance zur Führung. Doch der ehemalige Leipziger schoss aus fünf Metern freistehend Real-Torhüter Thibaut Courtois an (10.). Da wurden Erinnerungen an seine vergebene Möglichkeit im Nationaltrikot in der WM-Qualifikation gegen Nordmazedonien (1:2) vor vier Wochen wach.

Im Estadio Alfredo Di Stefano hatte Timo Werner, am Wochenende beim 1:0-Sieg bei West Ham United noch Schütze des goldenen Treffers, die erste Großchance. Pulisic setzte per Kopf im Fünfmeterraum Werner ins Szene, der den Ball aber aus kurzer Distanz nicht an Thibaut Courtois vorbeibrachte (10.).

Chelsea blieb in der Folge tonangebend. Ein Steilpass von Rüdiger von der Mittellinie hebelte die gesamte Real-Defensive aus, Pulisic umkurvte dann auch noch Courtois und netzte kompromisslos ein. Der Ex-Dortmunder traf damit als erster US-Amerikaner in einem Champions-League-Halbfinale.

Benzema setzt Ausrufezeichen und trifft

Die Hausherren fanden bei einsetzendem Platzregen nur schwer in die Partie. Karim Benzema setzte mit einem wuchtigen Distanzschuss aus 20 Metern an den rechten Pfosten allerdings ein Ausrufezeichen (23.).

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Kurz darauf setzte sich Real nach einer Kroos-Ecke am Sechzehner fest, Casemiro brachte den Ball von rechts vors Tor, Eder Militao setzte sich im Kopfballduell gegen Rüdiger und Pulisic durch und Benzema verwertete kompromisslos (29.). Mit seinem 71. Tor in der Königsklasse zog der Franzose in der ewigen Torjägerliste mit Real-Idol Raúl gleich, häufiger trafen nur Robert Lewandowski, Lionel Messi und Cristiano Ronaldo.

Real blieb nach dem Ausgleich dran, Toni Kroos probierte es mit einem Schlenzer von halblinks – verzog aber knapp (32.). Auf der anderen Seite hatte Werner die erneute Führung auf dem Fuß, zielte halbrechts im Strafraum aber ebenfalls zu ungenau (41.).

Real mit Schlussoffensive

Nach dem Seitenwechsel sorgte erneut Werner für Gefahr im Real-Sechzehner, seinen Schuss blockte allerdings Militao (48.). Anschließend scheuten jedoch beide Teams das letzte Risiko in der Offensive. Tuchel reagierte mit einem Dreifach-Wechsel, nahm unter anderem den glücklosen Werner aus dem Spiel und brachte Kai Havertz (66.). Auch Zidane reagierte, brachte Eden Hazard gegen dessen alten Klub.

In der Schlussphase drängten die Gastgeber auf einen zweiten Treffer, mehr als ein Fernschuss von Kroos (88.) sprang aber nicht mehr heraus.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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