Stindl selbstbewusst: "Nach oben keine Grenze"
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Mönchengladbach - Der lange verletzte Gladbach-Kapitän ist seit seinem Comeback wieder voll da. Im SPORT1-Interview spricht Lars Stindl über den starken Start und Alassane Plea.

130 Tage Pause wegen eines Syndesmoserisses lagen hinter Lars Stindl, als er bei Borussia Mönchengladbachs rauschhaftem 3:0-Auswärtssieg beim FC Bayern München sein Comeback feierte. Standesgemäß, mit einem sehenswerten Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0.

Vor dem rheinischen Pokalkracher gegen Bayer Leverkusen (DFB-Pokal: Borussia Mönchengladbach - Bayer Leverkusen, Mi, ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) spricht der Nationalspieler im SPORT1-Interview über die Ursachen der neuen Stärke seines Klubs, Top-Neuzugang Alassane Plea und sein mögliches Comeback in der Nationalmannschaft.

SPORT1: Herr Stindl, nach einem blendenden Saisonstart gab es mit der Niederlage in Freiburg einen kleinen Rückschlag. Ist das schon verarbeitet?

Lars Stindl: Wir haben uns das in Freiburg natürlich anders vorgestellt und wollten da Punkte mitnehmen. Das ist uns nicht gelungen, aber insgesamt haben wir einen ordentlichen Start hingelegt und stehen in der Tabelle gut da. Die Art und Weise, in der wir uns momentan präsentieren, stimmt mich sehr positiv für die kommenden Aufgaben.

SPORT1: Jetzt steht der Pokal gegen Leverkusen an. Bayer hat ja zuletzt 6:2 in Bremen gewonnen. Ist das das Leverkusen, das man erwarten darf?

Stindl: Man sieht, dass Leverkusen eine sehr gute Mannschaft hat. Am Sonntag haben sie ein Ausrufezeichen gesetzt und bei einer starken Mannschaft 6:2 gewonnen. Es wird ein schwieriges Spiel im Borussia Park, aber wir freuen uns darauf. Wir haben in Bremen gesehen, dass Leverkusen sehr konterstark ist und wir da sehr aufpassen müssen. Bei allem Fokus, den wir auf unsere Offensive legen, werden wir auch eine gute defensive Ordnung brauchen und dabei sehr konzentriert sein.

Große Sehnsucht, nach Berlin zu kommen

SPORT1: Wie wichtig wäre es für Sie, einmal in das Pokalfinale zu kommen? Oft waren Sie nah dran, aber der letzte Schritt hat nicht geklappt.

Stindl: Die Sehnsucht ist bei vielen Mannschaften sehr groß, im Pokal etwas Besonderes zu erreichen und einmal nach Berlin zu kommen. Mit der Borussia war leider in den letzten Jahren im Halbfinale Endstation. Eintracht Frankfurt hat im vergangenen Jahr gezeigt, was möglich ist für andere Vereine als beispielsweise Bayern München. Das wollen wir uns als Vorbild nehmen. Am Mittwoch gilt es eine Runde weiterzukommen, dann sind nach oben keine Grenzen.

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SPORT1: Ihr Sturmpartner Alassane Plea hat sich verletzt. Inwiefern hat das Auswirkungen auf das Spiel - oder ist das wie früher, da Raffael wieder mit dabei ist?

Stindl: Wir haben mit Alassane natürlich einen absoluten Top-Mann dazu bekommen. Er hat gezeigt, was er kann und wie wichtig er für unsere Mannschaft aber auch für unser Spiel ist. Natürlich tut es uns weh, wenn er uns am Mittwoch und eventuell auch am Sonntag gegen Düsseldorf nicht zur Verfügung steht. Natürlich ändert sich etwas an unserem Spiel. Aber grundsätzlich haben wir einen sehr guten und breiten Kader, um so etwas auffangen zu können.

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SPORT1: Was hat sich abgesehen von dem breiteren Kader in Gladbach geändert im Vergleich zur letzten Saison?

Stindl: Das Trainerteam und die Verantwortlichen haben sich zur letzten Saison Gedanken gemacht. Da sind wir nicht so aufgetreten, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir haben ein bisschen am System und an der Art und Weise geändert. Das hat in den ersten Spielen direkt gefruchtet. Diese Umstellungen tun uns insgesamt gut. Das Spielermaterial, das zur Verfügung steht, bringt sich sehr gut ein.

"Hecking hat sich viele Gedanken gemacht" 

SPORT1: Hat sich auch der Trainer verändert?

Stindl: Nein, der Trainer ist lang genug dabei und hat seine Linie. Trotzdem ist er auf die Situation eingegangen und hat sich viele Gedanken gemacht. Dann hat er den Entschluss gefasst, dass wir insgesamt etwas zu verändern haben. Das hat er erfolgreich getan und momentan läuft es ganz gut.

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SPORT1: Wie stark ist die Borussia schon? Kann man schon von einem Spitzenteam sprechen? Der Sieg in München würde ja darauf hindeuten.

Stindl: Es zeigt zumindest, dass wir immer wieder zu etwas Großem fähig sind. Wir treten sehr selbstbewusst auf und werden den Rückschlag in Freiburg auch verkraften. 

SPORT1: Ihre Rolle im Sturm ist oft die falsche Neun. Auch Mario Götze hat es zuletzt wieder gespielt. Ist diese Rolle wieder im Kommen?

Stindl: Unabhängig von anderen Mannschaften hat es uns in den letzten Spielen gut getan. Ich interpretiere es vielleicht ein wenig anders als andere Stürmer und versuche meine Stärken ins Spiel zu bringen, um für den Gegner noch weniger ausrechenbar zu werden. Wir sind sehr variabel in unserem Offensivspiel. Das ist vielleicht auch ein ausschlaggebender Punkt, warum wir in diesem Jahr so weit vorne sind.

SPORT1: In zwei Wochen steht die nächste Länderspielpause an. Gab es schon wieder Kontakt zu Joachim Löw?

Stindl: In der jüngeren Vergangenheit gab es keinen Kontakt. Aber unabhängig davon ist es etwas Großes, da dabei sein zu dürfen. Wenn ich wieder dabei sein darf, würde ich mich sehr freuen.

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