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Leverkusen - Die Werkself gewinnt das Viertelfinale im DFB-Pokal gegen Union Berlin. Nach einer Gelb-Roten Karte für Union leitet der eingewechselte Karim Bellarabi die Wende ein.

Bayer Leverkusen steht als drittes Team im Halbfinale des DFB-Pokals. (Spielplan des DFB-Pokal)

Die Westdeutschen bezwangen Union Berlin nach hartem Kampf und einem Rückstand mit 3:1 (0:1). Dabei verspielten die Gäste nach der Gelb-Roten-Karten für Christopher Lenz innerhalb von Minuten ihre knappe Führung. Die Art und Weise erregte Union-Schlussmann Rafal Gikiewicz im Anschluss. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

 "Wir kriegen alle drei Tore wie im Kindergarten", sagte Gikiewicz: "Leverkusen ist eine brutal gute Mannschaft, hier kannst du verlieren. Aber sie hatten anfangs nichts vom Spiel, und dann haben wir es ihnen viel zu einfach gemacht. Bis zur Gelb-Roten Karte machen wir ein gutes Spiel. Leverkusen hatte bis dahin nichts vom Spiel. Dann brechen wir ein und lassen den Gegner zu einfach rankommen lassen. Wir verteidigen einfach zu schlecht. Das kann ich nicht akzeptieren, gerade das Verhalten vor dem 1:2. Alle drei Tore waren zu einfach. Du kannst verlieren, aber nicht so. Das ist ein Skandal!"

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Bellarabi bringt neuen Schwung 

Union ging in der Schlussphase der ersten Halbzeit durch einen Kopfball von Marcus Ingvartsen in Führung. Die maßgenaue Flanke auf den langen Pfosten kam von Marius Bülter.

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In der zweiten Halbzeit legte Bayer die Lethargie der ersten 45 Minuten weitestgehend ab. Doch zu mehr als einer Chance für Moussa Diaby nach einem Konter reichte es zunächst nicht. Zum Ausgleich kam die Werkself erst, nachdem Lenz für überhartes Einsteigen vom Platz flog. Der erst zwei Minuten zuvor eingewechselte Karim Bellarabi schob zum 1:1 ein (72.).

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Havertz: "Schlechte erste Halbzeit"

Kurz vor Schluss sorgten dann Charles Aránguiz per Kopf und Diaby nach einem Konter für den Leverkusener Sieg.

“Wir haben eine sehr schlechte erste Halbzeit gespielt. Wir haben kaum Engagement gezeigt. Dann ist es schwer. Wir haben eine gute Moral gezeigt und wir hatten das Spiel in der zweiten Halbzeit unter Kontrolle. Wir haben uns alle bewusst gemacht, was das für eine Chance ist. Der Trainer hat das Wort ergriffen", sagte Kai Havertz bei SPORT1.

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Bayer-Trainer Peter Bosz hatte vor der Partie betont, dass sein Team in der Rückrunde "stabiler" geworden sei und mittlerweile "sehr erwachsen" agiere. Diesen Beweis konnte die Werkself vor 18.453 Zuschauern zunächst nicht antreten. Stattdessen drückte Union der Partie in der Anfangsphase seinen Stempel auf und wurde über schnelle Umschaltaktionen immer wieder gefährlich.

Medizinischer Notfall auf Tribüne

Anthony Ujah (3.) zielte aus der Drehung zu zentral, ehe Bülter (10.) Lukas Hradecky per Kopf zu einer Glanzparade zwang. Wegen eines medizinischen Notfalls auf der Tribüne verzichteten beiden Fanlager infolge bis kurz vor der Pause auf Gesänge und lautstarke Unterstützung.

Bei gespenstischer Stille entwickelte sich eine äußerst zähe Partie. Gerade Leverkusen agierte trotz eines deutlichen Ballbesitzplus sehr lethargisch und ohne Ideen, bis zur Pause geriet das Tor von Gikiewicz kein einziges Mal wirklich in Gefahr. Auch auf der Gegenseite passierte nicht wirklich viel, bis Ingvartsen aus dem Nichts eine perfekte Bülter-Flanke am zweiten Pfosten unbedrängt einnicken konnte.

"Ich glaube, bis zur Gelb-Roten Karte habe ich eine tolle Leistung gesehen. Leverkusen hatte kaum eine Chance. Dann kommt die Karte und Leverkusen hat Druck aufgebaut. Es ist uns leider nicht gelungen, das Ergebnis zu retten. So kurz nach dem Spiel will ich noch keine Auskunft geben. Man kann es Leverkusen kaum schwerer machen", analysierte Union-Coach Urs Fischer bei SPORT1.

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Bayer drückt aufs Tempo

Nach dem Wechsel erhöhte Bayer etwas das Tempo, bis auf einen Alleingang des zur Pause gekommenen Diaby (47.) mangelte es den Rheinländern aber weiter an Kreativität. Der letzte Pass kam kaum einmal an, Angreifer Lucas Alario hing völlig in der Luft.

Die Gäste ließen sich zwar immer weiter in die eigene Hälfte drücken, setzten aber dennoch weiter Nadelstiche. Robert Andrich (64.) fehlten aus der Distanz nur Zentimeter. Nur Sekunden nach dem Platzverweis für Lenz versenkte der eingewechselte Bellarabi einen Traumpass von Kai Havertz im langen Eck und eröffnete die Schlussoffensive der Gastgeber. Mitchell Weiser (78.) fehlten nur Zentimeter, dann traf zunächst Aranguiz per Kopf - wenig später setzte Diaby den Schlusspunkt.

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