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Mönchengladbach und München - Borussia Mönchengladbach scheitert auch im DFB-Pokal. Max Eberl bekennt sich noch vor dem Aus zum scheidenden Trainer Marco Rose. Doch der Druck wächst.

Vor dem Borussia-Park brachte sich am Dienstagabend die Polizei mit einem größeren Aufgebot in Stellung.

Doch die von Borussia Mönchengladbach offenbar befürchteten Fan-Proteste nach der 0:1-Niederlage im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund blieben aus. Trotz der Ruhe rund um den Borussia-Park wächst die Unruhe in der Causa Marco Rose. (DFB-Pokal: Spielplan und Ergebnisse)

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Mit dem Aus gegen seinen künftigen Klub hat Rose mit Gladbach auch die letzte realistische Titelchance in dieser Saison verspielt. Mitte Februar hatte der 44-Jährige seinen Abschied vom Niederrhein und seinen Wechsel zum BVB angekündigt, seither haben die Fohlen alle vier Pflichtspiele verloren.

Schweinsteiger zur Gladbach-Krise: "Ich schließe nichts aus"

In der Champions League droht nach der 0:2-Niederlage gegen Manchester City im Achtelfinale das Aus, in der Bundesliga rutschte die dort seit insgesamt fünf Spielen sieglose Borussia von Platz fünf auf Platz neun ab. Das kommende Duell mit dem aktuell vier Punkte entfernten Tabellensechsten Bayer Leverkusen (Bundesliga: Borussia Mönchengladbach - Bayer Leverkusen, Samstag ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) ist das nächste enorm wichtige Schlüsselspiel.

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"Es werden sehr interessante Wochen. Es wird nicht leicht", sagte Bastian Schweinsteiger in der ARD. "Sie spielen jetzt gegen Leverkusen. Die Statistik ist sehr schlecht. In der Champions League werden sie wahrscheinlich ausscheiden gegen Manchester City. Jetzt müssen sie wirklich kämpfen, damit sie in der Bundesliga Punkte machen und das aufholen können. Also ich schließe nichts aus."

Eberl bekennt sich zu Rose

Sportdirektor Max Eberl bekräftigte indes vor dem Spiel, dass er auch im Falle von weiteren Niederlagen in den kommenden Partien an Rose festhalten will: "Ich sehe den Grund nicht, warum es nicht funktionieren soll."

Doch die Lage ist brenzlig. "Man kann mir glauben, dass die Situation auch mich fordert. Das geht auch an mir nicht spurlos vorbei", gestand Rose und sagte zu Eberls Rückendeckung: "Das habe ich erwartet von ihm. Es zeigt mir, welche Qualität Max als Sportdirektor und Mensch hat."

Eberls Treueschwur zu Rose ehrt ihn, doch das Verspielen der Saisonziele lässt den Druck steigen. Sollte Gladbach auch die erneute Qualifikation für den Europapokal verpassen, sind einige Leistungsträger der aktuellen Mannschaft nur schwer zu halten.

Zukunft von Gladbacher Leistungsträgern offen

Florian Neuhaus gilt ohnehin als Wechselkandidat, er könnte für 40 Millionen Euro den Klub verlassen. Abwehrchef Matthias Ginter hatte eine Entscheidung über eine Verlängerung seines bis 2022 laufenden Vertrags auf den Sommer verschoben. (Zweimal Note 5 für harmlose Gladbacher - die Einzelkritik)

Auf die Frage, ob es mit Rose bis Saisonende weitergehe, meinte Ginter am Dienstagabend bloß: "Ja, ich denke schon."

Der Verbleib des heiß umworbenen Denis Zakaria ist ebenso fraglich wie die Zukunft anderer Leistungsträger wie Nico Elvedi (beide mit Vertrag bis 2022) oder auch Marcus Thuram und Alassane Pléa (beide bis 2023).

Gibt es eine Alternative zu Rose?

Entschlösse sich die Borussia in der Trainerfrage doch noch zum Handeln oder träte Rose zurück, bliebe die Frage, wer die Alternative wäre?

U23-Trainer Heiko Vogel, der schon den FC Basel in der Champions League coachte, wäre eine mögliche Interimslösung. Zuletzt als Rose-Nachfolger gehandelte Kandidaten wie der Schweizer Gerardo Seoane von den Young Boys Bern, wären erst nach der Saison verfügbar.

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Seine aktuellen Co-Trainer Alexander Zickler und René Maric nimmt Rose nach Dortmund mit.

Wie sensibel das Thema ist, zeigt auch die Reaktion der Fans in den Sozialen Netzwerken auf den Dialog zwischen Maric und Erling Haaland nach dem Spiel. Die aktuellen Geisterspiele während der Corona-Pandemie schützen Rose vor einem womöglich noch größeren Spießrutenlauf.

Gladbacher Fanprojekt hakt Saison ab

Das Gladbacher Fanprojekt, bei dem Rose schon wegen seiner massiven Rotation vor der 1:2-Niederlage im Rheinderby gegen den 1. FC Köln in Ungnade gefallen war, zog nach dem Pokal-Aus bereits einen Schlussstrich unter die Saison.

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"Mit dem Weggang des Trainers geht auch die Illusion, dass die Werte und Tradition von Borussia Mönchengladbach einen Einfluss auf die Entscheidung in der Wahl des Arbeitgebers haben", schrieb Thomas Ludwig, der Vorsitzende des FPMG Supporters Club, auf der Webseite des Fanprojekts: "Und nun ist für diese Saison der Stecker gezogen. Die restlichen Spiele werden viele von uns nur beiläufig oder gar nicht verfolgen. Eine Aufbruchstimmung für die restliche Saison bleibt in der jetzigen Personalbesetzung auf der Trainerbank aus."

Steht Eberl bezüglich Rose zu seinem Wort, ist der Sportdirektor aber für die neue Saison gefordert, mit der Neubesetzung an der Seitenlinie wieder neues Feuer am Borussia-Park zu entfachen.

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