Boateng weg von Bayern? Das sagt Löw
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Moskau - Bundestrainer Joachim Löw äußert sich auf der DFB-Pressekonferenz vor Ort in Russland zur aktuellen Personallage. Reinhard Grindel verteidigt das Vorgehen des DFB in der Causa Özil/Gündogan.

Die WM 2018 in Russland steht in den Startlöchern: Die deutsche Mannschaft ist in Moskau gelandet und hat am Vormittag bereits das erste Training absolviert.

Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Präsident Reinhard Grindel standen danach auf der Pressekonferenz den Fragen der Medienvertreter Rede und Antwort.

Grindel verteidigte das Krisenmanagement im Wirbel um Mesut Özil und Ilkay Gündogan. Löw gab nach einer Trainingsverletzung von Julian Draxler Entwarnung. Die Wechsel-Spekulationen um Jerome Boateng lassen ihn kalt.

Die Pressekonferenz im Ticker zum Nachlesen:

+++ Grindel über möglichen Einfluss von Trump bei WM-Vergabe +++

"Ich habe das nicht für richtig gehalten und habe es kritisiert. Es ist aber so, dass der große Vorsprung, den die gemeinsame Bewerbung von USA, Kanada und Mexiko hatte, im Interesse des Sports ist. Ich kenne niemanden meiner Kollegen - auch über die UEFA hinaus - der gesagt hätte, meine Heimatregierung zwingt mich dazu anders zu entscheiden. Insofern war der Einfluss - falls überhaupt - sehr gering. Daher ist das eindeutige Votum erfreulich, da es mit Sicherheit auf Grundlage der Bewertung der beiden Bewerbungen erfolgt ist und nicht aufgrund von falschem politischen Einfluss."

+++ Erdogan-Affäre Thema in der Mannschaft? +++

"Kurz nach Spielende war es Thema in der Kabine. Die Spieler haben natürlich darüber gesprochen. Gestern und heute war es kein Thema mehr. Der Spielerrat hat auch gesagt, dass die Mannschaft auf die sportlichen Ziele fokussiert ist. Beide Spieler sind in der Mannschaft anerkannt und alle Spieler wissen, dass sie für unsere Werte stehen und diese auch leben. Beide spielen wahnsinnig gerne für Deutschland."

+++ Löw über die Belastung für Özil und Gündogan +++

"Mesut hat am Wochenende nicht gespielt, aber Ilkay war nach dem Spiel schon erst einmal geknickt. Man musste ihn nach dem Spiel etwas aufrichten. Die zwei, drei Tage im Kreise seiner Familie waren sicher gut. Heute haben beide einen guten Eindruck gemacht. Ich glaube, mit der Einreise können beide jetzt den Schalter umlegen und sich in dieser Woche darauf konzentrieren, was für uns wichtig ist."

+++ Grindel über ein Ende des Erdogan-Affäre +++

"Ich habe am Tag, als das Foto veröffentlicht wurde, mich hinreichend dazu geäußert. Wenn Sie Ilkay Gündogan nehmen, der hat sofort klare Fehler eingeräumt, mit dem Bundespräsident gesprochen, alles getan, was er konnte. Trotzdem wurde er ausgepfiffen. Ich glaube, da muss etwas tiefer liegen als dieses Foto. Das geht über die beiden Spieler hinaus.  Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass wir 2014 eine politische Lage hatten, in der Integration als positiv besetzt galt, die Chancen der Vielfalt gesehen wurden. Durch die Zuwanderung im Jahr 2015 hat sich daran etwas verändert. Wir haben als DFB ganz klar Position bezogen. Diese einfache Antwort, dass alles vorbei wäre, wenn Mesut Özil sich besser geäußert wäre, widerlegt das Beispiel Gündogan. Ich denke, dass es ein gesellschaftspolitisches Thema ist. Jetzt sollte sich jeder für Deutschland einsetzen und alles geben. Wenn er schon keine Interviews geben will, dann gibt er hoffentlich eine Antwort jetzt auf dem Platz."

+++ Löw zum Vergleich mit Brasilien-Quartier +++

"Als wir im Campo Bahia in Brasilien ankamen, hat sich alles auch erst durch die Ergebnisse entwickelt. Wir sind hier nicht am Meer. Wir haben hier trotzdem beste Bedingungen, es darf daher kein Vergleich gezogen werden. Wir müssen die Dinge annehmen, wie sie sind. Wir haben hier alles, was wir brauchen. Das ist für mich das Wichtigste. Wir haben gute Trainingsmöglichkeiten, Ruhe und das Essen stimmt. Die Spieler haben hier alle Möglichkeiten, sich auf Spannung zu bringen und gut zu regnerieren."

+++ Löw über Gündogan und Özil +++

"Für mich ist dazu alles gesagt. Wir haben über diese Dinge vielfach gesprochen, mit ihnen allein, mit der Kanzlerin und so weiter. Meine Aufgabe ist es jetzt, diese Spieler, die sicher unter der Situation gelitten haben, beide in gute Form zu bringen. Es kann sein, dass diese Spieler weiter mit einigen Pfiffen begleitet werden - dann ist das eben so. Ich würde es mir anders wünschen. Meine Aufgabe ist es, sie in den Flow zu bringen, damit sie der Mannschaft helfen."

+++ Löw über Wechselgerüchte um Boateng +++

"Das interessiert mich jetzt nicht, was er nach der WM macht. Was ich sagen kann, ist, dass er einen sehr guten Eindruck macht im Training. Auch gegen Saudi-Arabien hat er die Sache vor der Pause gut gemacht. Er ist sehr präsent. Er hat eine sehr gute Verfassung jetzt und von seiner Verletzung ist nichts mehr zu sehen. Ein guter Jerome ist ein Pfeiler in unser Mannschaft. Es ist wichtig, wie er jetzt in Form ist und nicht, was danach ist."

+++ Löw über Stürmer Werner +++

"Ich sehe ihn sehr gut. Er hat eine Stärke unglaubliche gute Wege zu gehen. Ich erhoffe mir eine gute WM von ihm. Er ist für unser Spiel durch seine Schnelligkeit und sein Laufspiel sehr wichtig."

+++ Löw über das Trainer-Beben in Spanien +++

"Es kam für mich völlig unerwartet. Ich kenne jetzt nicht die Hintergründe. Aber so eine Entscheidung zwei Tage vor dem ersten WM-Spiel ist ein Hammer. Da gibt es sicher Unruhen innerhalb des Verbandes und der Mannschaft. Fernando Hierro hat Trainererfahrung, war auch Co-Trainer bei Real Madrid. Ich kann seine Trainerfähigkeiten nicht beurteilen, aber die Spanier sind ein eingespieltes Team. Ich denke nicht, dass die Spanier von ihrer spielerischen Stärke und Klasse etwas verlieren."

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+++ Löw über mögliche Startelf +++

"Mesut hat Freitag nicht gespielt, obwohl er einsatzfähig war. Aber aus ärztlicher Sicht wäre es riskant gewesen. Wie die Aufstellung aussieht, werde ich am Samstag festlegen. Wir haben intern einen Konkurrenzkampf, der bewusst gewollt ist. Die Trainingseindrücke in dieser Woche sind für mich sehr wichtig um zu sehen, wer von Anfang an spielen kann."

+++ Löw über angeschlagene Spieler +++

"Wir haben zu Trainingsbeginn festgestellt, dass der Rasen noch ein paar Millimeter zu hoch ist. Das werden wir korrigieren, da die Verletzungsgefahr durch den stumpfen Platz steigt. Julian ist kurz hängengeblieben, konnte aber weitertrainieren und hatte keine Probleme. Für das Wochenende besteht daher keine Gefahr. Sami Khedira hatte Rückenprobleme, wurde vorsichtshalber aus dem Training rausgenommen. Nach meinem Informationen kann er aber morgen oder übermorgen wieder normal trainieren."

+++ Löw über die Vorbereitung +++

"Es ist eine besondere Herausforderung nach einer langen intensiven Saison jetzt wieder in die Vorbereitung zu gehen. Wir haben in beiden Testspielen geführt, dass wir nicht die Dynamik hatten, die wir uns gewünscht hatten. Es war jetzt wichtig, noch einmal neue Energie zu schöpfen. In dieser Woche geht es um Feinschliff im taktischen Bereich. Ab morgen bereiten wir uns gezielt auf Mexiko vorbei. Die Mannschaft wird sich im Laufe der Woche noch einmal steigern. Ich bin sehr optimistisch. Es wird ein schwieriges Spiel, aber wir werden die richtigen Lösungen finden."

+++ Löw über die Unterkunft +++

"Natürlich brauchen wir ein paar Tage, um uns einzugewöhnen. Aber wir haben hier alle Möglichkeiten, die wir brauchen. Wir haben ein sehr gutes Trainingszentrum in der Nähe. Von daher bin ich sicher, dass wir uns in aller Ruhe und sehr konzentriert auf die Spiele vorbereiten können."

+++ Grindel über die Stimmung +++

"Wir sind mittlerweile auf Platz zwei der Länder außerhalb Russlands beim Ticket-Verkauf. Das ist ein Zeichen, dass wir uns über große Unterstützung freuen dürfen. Wir werden wieder Fan-Feste erleben. Ich habe mit einigen Spielern gesprochen und sie waren hochkonzentriert. Wir werden bei dieser WM als Delegation aber auch über die vier Eckfahnen hinausschauen. Wir werden in den Spielorten, aber auch in Moskau, uns mit Nichtregierungsorganisatoren treffen."

+++ Grindel zur WM-Vergabe 2026 +++

"Ich gratuliere den Verbänden von USA, Mexiko und Kanada herzlich, dass sie als Ausrichter der WM 2026 gewählt wurden. Da dies zuletzt nicht immer der Fall war, will ich hervorheben, dass wir bei dieser Auswahl einen vorbildlichen und nachvollziehbaren Auswahlprozess erlebt haben. Es hat eine demokratische Wahl stattgefunden mit einem offenem Votum. Wir haben uns für die USA, Kanada und Mexiko ausgesprochen. Wir haben intensiv auf das Thema Nachhaltigkeit geschaut und in den USA, Kanada und Mexiko sind alle Stadien bereits vorhanden. In Marokko hätten neun Stadion erweitert oder neu gebaut werden müssen. Die Eingriffe in die Natur wären in Marokko stärker gewesen."

+++ Los geht's! +++

Löw und Grindel sind da, die Journalisten sind ebenfalls bereit. Die Pressekonferenz kann beginnen.

+++ PK verzögert sich +++

Die Eröffnungs-PK im DFB-Medienzentrum Vatutinki mit Bundestrainer Löw und DFB-Präsident Grindel verzögert sich und wird nicht vor 14.45 Uhr beginnen. Ursprünglich war die Pressekonferenz für 13 Uhr angesetzt.

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