DFB-Krise: Vizepräsident Koch "will keine Köpfe rollen lassen"
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In der Affäre um Mesut Özil und Ilkay Gündogan gerät auch die DFB-Spitze zunehmend in den Fokus der Kritik. Vizepräsident Rainer Koch rechtfertigt sich.

DFB-Vizepräsident Rainer Koch hat auf die Kritik aus der Politik am Umgang mit der der Affäre um Mesut Özil reagiert.

"Ich glaube, dass es klug ist, wenn sich die Politiker um die Politik kümmern und die Sportfunktionäre ihre Verantwortung wahrnehmen, an der DFB-Spitze für die nötige Klarheit zu sorgen. Das haben wir auch getan, indem wir jetzt den Auftrag an Jogi Löw und Oliver Bierhoff erteilt haben, alle Fragen aufzubereiten", sagte Koch am Rande des Saisonstarts der Regionalliga Bayern zu SPORT1.

Grünen-Politiker Cem Özdemir hatte dem DFB "verbandsinterne Feigheit" vorgeworfen und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) wunderte sich im Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit: "Irgendjemand beim DFB, in dem lauter kluge und hochbezahlte Leute sind, hätte dafür sorgen müssen, dass das nicht so eskaliert."

Ein Foto von Özil und Ilkay Gündogan in London mit Türkeis Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan hatte vor der WM für viel Wirbel gesorgt. Gündogan hatte sich anders als Özil anschließend der Kritik gestellt.

Koch: Haben WM nicht im Foto-Atelier verloren

"Es ist völlig falsch über Mesut Özil oder einzelne Themen sprechen zu wollen. Es gibt viele Fragen. Im übrigen haben wir die Weltmeisterschaft nicht im Foto-Atelier, sondern auf dem Platz verloren. Darum geht es jetzt auch. Das bewegt auch die Fans, warum wir nicht so erfolgreich nach vorne gespielt haben, wie andere Teams", bekräftigte Koch.

So erklärt Bierhoff das Interview-Dilemma um Özil

Der 59-Jährige verteidigte die Entscheidung, trotz des historischen Ausscheidens in der Vorrunde weiter auf Bundestrainer Joachim Löw und Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff zu setzen - nahm das Duo aber zugleich in die Pflicht.

Koch erwartet Maßnahmen von Löw und Bierhoff

"Ich bin der Meinung, wir sollten nicht Köpfe rollen lassen, sondern ganz schnell den Ball wieder gut rollen lassen, damit wir Anfang September in der Nations League gegen Frankreich gut aufgestellt sind", sagte Koch.

Einen konkreten Zeitpunkt, wann Löw und Bierhoff ihre Analyse dem DFB-Präsidium präsentieren werden, nannte Koch nicht.

"Ich gehe davon aus, dass eine ganze Reihe von Dingen vorgetragen werden, die geändert werden müssen. Denn so wie wir in Russland bei der WM gespielt haben, kann es nicht weitergehen. Das weiß Jogi Löw, das weiß Oliver Bierhoff, das wissen unsere Fans. Das wissen auch wir im Präsidium. Das war nicht die deutsche Mannschaft, die wir uns vorstellen", untermauerte Koch.

"Ich bin optimistisch, dass wir die Sachfragen alle miteinander klären, wenn wir uns die nötige Zeit und Ruhe nehmen", ergänzte Koch.

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