Boateng zu PSG? Das sagt Rummenigge
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München - Karl-Heinz Rummenigge spricht über die Transferplanungen des FC Bayern. Zudem rechnet er mit den Beratern von Mesut Özil ab und erneuert seine Kritik an Reinhard Grindel.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat einen vorzeitigen Wechsel des französischen Weltmeisters Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart in diesem Sommer ausgeschlossen - unabhängig davon, ob Jerome Boateng den Klub verlässt oder nicht.

"Nein. Wir haben Hummels, wir haben Süle, wir haben Martínez, der in der Innenverteidigung spielen kann, auch Alaba und noch zwei junge Spieler, Lukas Mai und Chris Richards. Da ist viel Qualität", sagte Rummenigge der Sport Bild.

Es wird erwartet, dass Pavard sich im Sommer 2019 Stuttgart anschließt. "Es gibt bislang kein Angebot für ihn vom FC Bayern. Wir gehen davon aus, dass er in dieser Saison auf jeden Fall bei uns bleibt", sagte VfB-Sportvorstand Michael Reschke auf SPORT1-Nachfrage.

Pavard besitzt für den kommenden Sommer eine Ausstiegsklausel über 35 Millionen Euro.

Rummenigge: Bayern will keinen Wahnsinn

Fix ist dagegen bereits der Wechsel des 17-jährigen Alphonso Davies, der im Winter für 19 Millionen Euro von den Vancouver Whitecaps kommt. Rummenigge will auch weiterhin keine Mega-Summen für Spieler ausgeben.

"Der Transfermarkt ist völlig überhitzt. Ich habe in Miami Pep Guardiola getroffen. Er sagte mir, dass sie bereit wären, was zu machen, aber dass sie nicht bereit sind, wahnsinnige Summen zu zahlen. Es gibt viele Klubs, die Spieler abgeben wollen, aber alle nur zu Wahnsinnspreisen. Ich bin gespannt, wie lange dieser Wahnsinn noch weitergeht", sagte Rummenigge.

Rummenigges Kampfansage an Europa

Einen 100-Millionen-Transfer wollte Rummenigge aber zumindest nicht kategorisch ausschließen: "Uli und ich wären bereit, für absolute Top-Qualität viel Geld auf dem Tisch zu legen. Aber es muss dann auch einer sein, der uns total überzeugt. Ein Beispiel: Wir haben voriges Jahr James noch geholt, weil ihn Carlo Ancelotti unbedingt wollte. Das war aus heutiger Sicht fast ein Schnäppchen." 

James kam für eine Leihgebühr von 13 Millionen nach München. Sollte der Rekordmeister die Kauf-Option ziehen, wären allerdings weitere 42 Millionen Euro fällig.

Rummenigge ist überzeugt davon, dass die Bayern auch ohne dreistelligen Investitionen in der Lage sind, die Champions League zu gewinnen.

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Rummenigge attackiert Özil-Berater

Zudem nach Bayerns Vorstandschef die Debatte um Mesut Özil zum Anlass, um die Spielerberater im Profifußball zu kritisieren. 

"Er ist doch nicht kritisiert worden, weil er türkischer Abstammung ist. Das ist eine Fabel, die von seinen Beratern erzählt wird.", sagte Rummenigge. "Die Berater geben heute immer mehr die Statements und die Interviews. Das ist teilweise wie Märchenstunde."

Özil hatte in einer dreiteiligen Stellungnahme in den Sozialen Netzwerken gegen den DFB und die Medien ausgeteilt und "Rassismus und fehlenden Respekt" angeprangert. DFB-Präsident Reinhard Grindel unterstellte er "Inkompetenz" und trat aus der Nationalmannschaft zurück.

Özil bricht sein Schweigen: Bereue Erdogan-Foto nicht

Wie bereits Bayern-Präsident Uli Hoeneß ("Der hat seit Jahren einen Dreck gespielt") sprach Rummenigge dem Rio-Weltmeister Özil den sportlichen Wert ab. Der Spielmacher des FC Arsenal "war nie ein Spieler, mit dem wir uns auch nur zu einem Prozent beschäftigt haben. Nie!", sagte der 62-Jährige: "Wenn wir in London gespielt haben, hat Uli immer gesagt: 'Hoffentlich spielt der heute'."

Rummenigge erneuert Kritik an Grindel

Zudem erneuerte Rummenigge seine Kritik an DFB-Präsident Reinhard Grindel. "Ich habe grundsätzlich ein gutes Verhältnis zu Herrn Grindel. Aber er neigt zum Populismus, um öffentlich Beifall zu bekommen. Das hängt womöglich damit zusammen, dass er nicht aus dem Fußball, sondern der Politik kommt."

 Auch Grindels Auftritt in den sozialen Netzwerken sieht Rummenigge problematisch. "Sein Twittern irritiert die gesamte Fußballbranche. Ein Fußballpräsident muss über den Dingen stehen, wie das bei Franz Beckenbauer immer der Fall war. Aber er sollte eben nicht sofort seine Dinge online kundtun", sagte Rummenigge.

Mit Blick auf das Foto von Mesut Özil mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan fügte er hinzu: "Das Bild war zehn Minuten auf dem Markt, da wurde von Grindel auch schon gezwitschert. Da musst du auch einmal abwarten, dich intern abstimmen, diskutieren."

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