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München - Leroy Sané fehlt der deutschen Nationalmannschaft bis ins Jahr 2020. Vor allem zwei Spielern bietet sich dadurch die Chance, bei Joachim Löw zu punkten.

Es ist gerade fünf Monate her, da erlebte die deutsche Nationalmannschaft einen bemerkenswerten Stimmungsumschwung.

Der überraschende 3:2-Erfolg in der EM-Qualifikation bei den starken Niederländern machte aus den WM-Gescheiterten und Nations-League-Absteigern des Jahres 2018 auf einmal wieder ein aufregendes Team mit Perspektive. Bei Weitem nicht fehlerfrei, aber mit der Fähigkeit zu begeistern.

Der späte Siegtreffer durch Nico Schulz, den der gerade erst eingewechselte Marco Reus brillant vorbereitet hatte, verlieh der DFB-Auswahl enormen Rückenwind. Das ungefährdete 2:0 in Weißrussland und die 8:0-Gala gegen Estland zum Ende der vergangenen Spielzeit unterstrichen das.

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Sané, Gnabry, Reus - ein fantastisches Trio

Reus - das stellte sich in diesen Partien heraus - war das fehlende Puzzleteil einer offensiven Dreierreihe, die in Sachen Tempo, Technik und Torgefahr die Welt das Fürchten lehren könnte. Leroy Sané, Serge Gnabry und er stehen für neun der 14 deutschen Treffer des Länderspieljahres 2019.

Doch im Rückspiel gegen Oranje am kommenden Freitag (EM-Qualifikation: Deutschland – Niederlande ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) ist die Premium-Angriffsreihe wegen Sanés Knieverletzung gesprengt.

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"Die Operation ist sehr gut verlaufen, sein Knie wird wieder sehr stabil sein", erklärte Bundestrainer Joachim Löw am Donnerstag in Freiburg. "Es spricht viel dafür, dass er wieder an die absolute Grenze herangehen können wird."

Er rechne im Januar mit Sanés Comeback, bis zur EM bliebe dem Außenstürmer von Manchester City dann noch ein halbes Jahr, um in Form zu kommen. Mindestens für die sechs verbliebenen Länderspiele 2019 braucht Löw auf dem linken Flügel aber eine Alternative.

Julian Draxler kommt nach seiner Verletzung beim 4:0-Erfolg von PSG am Sonntag gegen Toulouse vorerst nicht infrage. Auch Kevin Volland muss seine zuletzt deutlich artikulierte Hoffnung auf ein DFB-Comeback wohl begraben.

Volland bleibt außen vor

"Bei Kevin Volland weiß ich schon, was er kann und was er nicht kann", meinte Löw dazu. "Kevin ist schon auch ein gestandener Bundesliga-Spieler, weil er bei Leverkusen jetzt schon einige Saisons sehr, sehr gut spielt." Luca Waldschmidt sei dagegen jung.

"Perspektivisch gesehen finde ich den Luca Waldschmidt sehr interessant", sagte Löw. Am Freiburger schätzt er die "große Qualität im unmittelbaren Abschluss".

Doch für die beiden Partien gegen die Niederlande und in Nordirland scheint der Torschützenkönig der U21-EM noch eine eher untergeordnete Rolle zu spielen. Waldschmidt müsse noch viel lernen, meinte Löw, der den 23-Jährigen in der nächsten Woche erst einmal kennenlernen möchte: "Und dann wird man sehen."

Draxler verletzt, Volland außen vor, Waldschmidt noch zu grün. Die Entscheidung, wer Sané vertreten wird, fällt zwischen Timo Werner und Julian Brandt. Werner, der im DFB-Dress schon mehrfach als Linksaußen agiert hat, sieht der Bundestrainer nach Treffern an den ersten beiden Bundesliga-Spieltagen auf einem guten Weg.

Löw: "Gut, dass Werner in Leipzig verlängert hat"

"Ich finde es gut und wichtig, dass er in Leipzig seinen Vertrag verlängert hat", sagte er auf SPORT1-Nachfrage. "Die Unsicherheit ist jetzt ausgestanden. Er konzentriert sich aufs Sportliche."

Es sei "extrem wichtig, dass man so einen Spielertypen wie ihn in der Mannschaft hat, weil er gradlinig zum Tor geht und weil er so eine Qualität hat, hinter die Abwehr zu kommen", schwärmte Löw. "Bei jeder Aktion geht er tief. Das bringt für die eigene Mannschaft Vorteile und für den Gegner Unsicherheit und Verwirrung."

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Letztere zu stiften sieht Löw auch als eine der Stärken des Neu-Dortmunders Brandt, der vor allem in Eins-gegen-Eins Situationen glänze. "Ein Thema bei ihm ist die Konstanz", schränkte Löw ein. "Aber bei uns wird er seine Einsatzzeiten bekommen. Ich sehe in ihm großes Potenzial."

Sané mag vorerst nicht zur Verfügung stehen. In Sachen Tempo dürfte der DFB-Angriff gegen die Niederlande aber auch mit dessen Vertreter gut aufgestellt sein.

Timo Werner geht in das Duell um den offenen Platz mit leichtem Vorsprung.

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