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Deutschland gewinnt in der EM-Qualifikation gegen Nordirland. Für Bundestrainer Löw war es das erwartet harte Stück Arbeit. Die Stimmen zum Spiel.

Deutschland gewinnt das wichtige Qualifikationsspiel in Belfast gegen Nordirland mit 2:0 (0:0) und klettert an die Spitze der EM-Quali-Gruppe C. (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen).

Mit zwölf Punkten aus fünf Spielen steht die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw punktgleich mit Nordirland an der Tabellenspitze. Die Niederlande rangieren mit drei Zählern und einem Spiel weniger dicht dahinter auf dem dritten Platz. (SERVICE: Tabellen der EM-Qualifikation). 

Das nächste EM-Quali-Spiel steht für Deutschland am 13. Oktober 2019 in Estland an (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan). 

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SPORT1 fasst die Stimmen von RTL und aus der Mixed Zone zusammen.

Joachim Löw (Bundestrainer):

...über das, was in der ersten Halbzeit gefehlt hat: "Nach der Niederlage gegen die Niederlande waren wir heute unter Druck. Die Nordiren waren mutig und haben uns gut attackiert. Mit Tempo auf die Abwehr zu gehen, da haben die großen Spieler der Nordiren Schwierigkeiten. Das haben wir im ersten Durchgang zu wenig gemacht."

...über das 1:0: "Das Tor war super herausgespielt. Wir sind drei oder vier Spieler im Sechzehner, das war entscheidend. In der ersten Halbzeit kamen wir häufig aus den Räumen zurück - und wenn wir mal durch waren, wurde der Sechzehner nicht besetzt. Schlussendlich ist der Spielzug natürlich klasse abgeschlossen."

...über die Entwicklung der Mannschaft: "Die Mannschaft hat in dieser Besetzung noch nie zusammengespielt. Wir sind in einer Phase des Lernens, da müssen die Spieler noch zulegen, um solch ein Spiel nicht mehr aus der Hand zu geben."

...zur Leistung von Timo Werner: "Er hat viel gearbeitet und hat heute weiter vorne gespielt. Es war besser als gegen die Niederlande, er hat viel gegen die Innenverteidiger gearbeitet und sie gebunden, wodurch Räume entstanden sind. Er hat bei uns seinen Wert und Stellenwert, besitzt eine hohe Schnelligkeit und geht immer in die Tiefe."

...über Serge Gnabry: "Der Serge, der ist wirklich klasse. Er ist ein richtiger Zielspieler für uns geworden und behauptet die Bälle in den Räumen vor der Abwehr. Ist immer anspielbar und fußballerisch auf einem extrem hohen Niveau."

...über das anstehende Freundschaftsspiel gegen Argentinien: "Ich freue mich drauf, weil das Spiele sind, von denen unsere Mannschaft auch profitiert."

...auf die Frage, ob er von einem Führungsspieler wie Marco Reus nicht mehr als das hier Gezeigte erwarte: "Wir haben mit Marco einige Spieler, die schon ein paar Jahre dabei sind. Manu Neuer, Toni Kroos, Jo Kimmich - die müssen Führungsaufgaben übernehmen, mit Körpersprache und Präsenz auf dem Platz den anderen zeigen: Ich bin bereit! Marco ist vielleicht nicht ganz so zur Geltung gekommen wie sonst, aber er ist ein überragender Fußballer und für die Mannschaft extrem wichtig."

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Manuel Neuer:

"Es war nicht einfach für uns. Wir wurden früh gestört und unter Druck gesetzt. Im Verlauf des Spiels hat man gesehen, dass den Nordiren auch ein bisschen die Körner ausgegangen sind, weil sie mit ihrem Spielstil viel investiert haben. Dennoch war es so, dass wir unsere Probleme hatten, das müssen wir zugeben. Wir wussten, dass Nordirland das nicht über 90 Minuten durchhalten würde, weshalb wir unsere Chancen auch eher in der zweiten Halbzeit bekommen haben."

Serge Gnabry:

"Gegen Holland haben wir das Spiel noch leichtfertig aus der Hand gegeben. Ich denke, dass wir nichtsdestotrotz auf einem guten Weg sind, weil wir in jedem Spiel gezeigt haben, was wir können. Wir können in der Offensive Tore erzielen und haben heute in so einem Stadion bei so einer Kulisse stand gehalten. Wie gesagt, ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind."

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Marco Reus:

...über den Sieg: "In der ersten Halbzeit war es ein Spiel auf einem Level, in dem die Nordiren auch Großchancen hatten. Wenn der Spieler kurz vor der Pause nicht ausrutscht, steht es vielleicht auch 0:1. Wir wussten, dass wir in der zweiten Halbzeit unsere Torchancen bekommen, weil sie extrem viel im ersten Durchgang investiert haben. In den ersten 15 bis 20 Minuten nach der Pause hatten wir dann zahlreiche Torchancen und machen auch das 1:0. Da die zweite Halbzeit deutlich besser war als die erste, geht das Ergebnis auch in Ordnung. In einem Hexenkessel hier die Zweikämpfe anzunehmen und als Sieger vom Platz zu gehen gibt uns Selbstvertrauen."

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...darüber, wieso die Offensive in der ersten Halbzeit in der Luft hing: "Der Gegner hat uns extrem hoch angegriffen und ist auf die zweiten Bälle gegangen. Unser Spiel kam da nicht zustande. Es hatte auch ein bisschen was mit Bewegung zu tun. Das haben wir in der zweiten Halbzeit dann besser gemacht."

...über die Niederlage gegen die Niederlande: "Wir mussten das erstmal verarbeiten und heute eine Reaktion darauf zeigen. Wir haben noch enormes Potential und müssen noch viel lernen. Solche Niederlagen wie am Freitag gehören da auch dazu. Nur so entwickelst du dich weiter."

Marcel Halstenberg:

...zum Sieg: "Es war ein schweres Spiel. Wir haben 90 Minuten unter Druck gestanden. Es war mit der Kulisse nicht einfach, zum Glück schießen wir hinten raus noch das zweite Tor und gewinnen das Spiel.

...zu seinem Treffer: "Mein Mitspieler Klostermann legt mir den Ball gut auf, ich treffe den Ball dann überragend. Ich freue mich, dass ich mit meinem Treffer quasi die Dose öffnen konnte.

...über die 20 Minuten nach der Pause: "Es muss schon unser Anspruch sein, die Nordiren so zu dominieren. Man hat gemerkt, dass sie viel Druck in der ersten Halbzeit gemacht haben und dann auch müde wurden. Wir hatten gute Ballstafetten und hätten noch früher das zweite Tor erzielen müssen."

...darüber, wie weit die Mannschaft auf dem Weg zurück an die europäische Spitze sei: "Im Spiel gegen die Niederlande haben wir einen Dämpfer erhalten, heute haben wir was gut gemacht. Ich denke, dass dies erstmal wichtig ist."

Julian Brandt:

…über das Spiel: "Wir hatten Schwierigkeiten ins Spiel zu finden. Die Stimmung war sehr eindrucksvoll, wir haben etwas gebraucht, damit zurecht zu kommen. Es hat besser geklappt als am Freitag, aber dem letzten Pass hat oft noch die Finesse gefehlt. In der ersten Halbzeit hat uns noch die Durchschlagskraft gefehlt. Es war grundsätzlich ein vernünftiges Spiel mit guten Ansätzen. Perfekt war es nicht, vor allem was die Chancenverwertung angeht."

…über seine Startelf-Nominierung: "Für mich ist das natürlich ein schönes Gefühl nicht nur in Freundschaftsspielen ran zu dürfen. Ich habe das Vertrauen vom Trainer gespürt und versucht es so gut es geht zurückzuzahlen."

Kai Havertz:

…über die fehlende Dominanz über 90 Minuten: "Wir haben es eigentlich ganz gut gemacht, vor allem in der zweiten Halbzeit. Die Spielweise kam uns nicht so entgegen, dennoch haben wir die ein oder andere gute Lösung in der Offensive gefunden. Klar ist natürlich, dass wir eine junge Mannschaft haben, die noch viel lernen muss. Solche Spiele bringen uns da weiter nach vorne."

…über das, was noch fehlt: "Wir müssen noch etwas die Abgezocktheit lernen, da die meisten noch nicht allzu viele Länderspiele auf dem Buckel haben. Wir kennen uns als Team noch nicht allzu lange, daher gibt es noch einiges zu verbessern. Auch aus der Niederlage gegen die Niederlande können wir eine Menge lernen."

…über das Lob von Löw: "Ich bin noch sehr jung und kann noch viel lernen. Ich versuche mich immer anzubieten und mein Bestes zu geben. Wenn ich aufgestellt werde oder reinkomme, gebe ich Gas. Natürlich werde ich versuchen in der Zukunft noch das ein oder andere Spiel von Anfang an zu machen."

Michael O'Neill (Nationalcoach Nordirland):

"Mein Team hat alles gegeben. In der ersten Halbzeit waren wir großartig und hätten in Führung gehen müssen. Leider haben wir die Chancen liegen gelassen und wurden dann bestraft. Vielleicht hat Deutschland einen Gang höhergeschaltet. Das 0:1 war ein großartiges, wenn auch vermeidbares Tor. Wir kämpften uns wieder zurück, hatten noch mehr gute Chancen, aber es sollte leider nicht sein. Wir haben gegen einige der besten Spieler in Europa gespielt und haben es teils sehr gut geschafft, sie zu stoppen. Es ist aber sehr schwer, das über 90 Minuten zu halten. Sie haben sehr smarte und spielstarke Spieler."

Steven Davis (Kapitän Nordirland):

"Wir hatten in der ersten Hälfte ein wirklich gutes Tempo und eine gute Intensität, aber im zweiten Durchgang wurde es leider schlechter. Das spielte ihnen (Anm. d. Red.: dem DFB-Team) in die Karten. Sie haben eine Top-Qualität und wir wussten, dass es hart werden würde. Das ist das Beste, was wir gegen Deutschland spielen konnten."

Conor Washington (Offensivspieler Nordirland):

"Es war eine schwere Aufgabe. Sie haben uns bestraft, als wir sie in der ersten Halbzeit vom Haken gelassen haben. Meine erste Torchance hat Neuer super gehalten. Wir können trotzdem zufrieden mit unserer Leistung sein."

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