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Manuel Neuer erklärt, unter welchen Bedingungen er sich über das Ende seiner Laufbahn ernsthafte Gedanken machen würde - und warum das noch nicht der Fall ist.

Oliver Kahn war schon immer ein Vorbild für alle, die gerne zwischen den Pfosten stehen.

Auch viele Jahre nach dem Ende seiner aktiven Karriere als Spieler beeindruckt er seine Nachfolger noch immer. Ab Januar wird Kahn seine neue Rolle als Nachfolger von Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge beim FC Bayern antreten. Manuel Neuer schwärmte von dem Weg, den der frühere "Titan" nun einschlägt.

"Ich finde gut, was Oliver Kahn in den vergangenen Jahren gemacht hat", sagte der Kapitän des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft im Interview mit der Welt am Sonntag. "Er hatte etwas Abstand vom Fußball und ist dann seinen Weg gegangen, hat sich weiterentwickelt. Das imponiert mir."

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Überhaupt freue er sich, dass "ehemalige Torhüter nach ihrer Karriere beliebt sind bei Top-Klubs. Das habe ich schon bei Edwin van der Sar registriert, der bei Ajax seinen Weg geht." Er gehe auch davon aus, dass Gianluigi Buffon nach dem Ende seiner Laufbahn bei Juventus Turin eine "wichtige Funktion" übernehmen könne.

Neuer: So lange spiele ich noch

Über das eigene Karriereende macht sich der Nationaltorhüter auch schon erste Gedanken. Wann genau er die Handschuhe an den Nagel hängt, kann der 33-Jährige noch nicht sagen. Aber Neuer weiß, unter welchen Bedingungen er einen Schlussstrich ziehen würde: "Wenn du nicht mehr gebraucht wirst und man dich das spüren lässt, ist es schwierig, sich jeden Tag aufzuraffen und zu motivieren."

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Er wolle das Gefühl haben, wichtig zu sein. Wenn "deine Erfahrung gefragt ist und dich deine Mitspieler brauchen, treibt dich das an." Und noch habe er das Gefühl, ein elementarer Teil des DFB-Teams zu sein: "Ich habe das Gefühl, dass ich extrem gebraucht werde hier bei der Nationalmannschaft und sich alle freuen, dass ich da bin. Es ist klar, dass ich meine Leistung zeigen muss."

Ein weiterer wichtiger Faktor ist für Neuer ohnehin der eigene Antrieb: "Ich ärgere mich immer noch genauso viel über Dinge, die nicht klappen, wie schon vor neun, zehn Jahren. Und ich freue mich auch immer noch über Dinge, die klappen. Das sind für mich Zeichen, die etwas zu bedeuten haben. Nämlich, wie ehrgeizig ich nach wie vor bin." Er wolle "gerne so lange spielen, wie mein Körper es mitmacht, ich Spaß habe und gebraucht werde."

Was die neue Fußballer-Generation ausmacht

Als Kapitän der Münchner und der Nationalmannschaft ist Neuer derzeit besonders gefordert – auch weil sich beide Teams im personellen Umbruch befinden. Mit Blick auf die neue Generation der Nationalspieler sagte der Keeper: "Ich muss sagen, die Spieler leben sehr bewusst. Sie sind hungrig, motiviert und haben klare Ziele. Das gefällt mir."

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Die jungen Profis seien sehr wissbegierig. "Man muss man schon sagen, dass heute, also 2019, junge Spieler nachkommen, denen man nicht mehr so viel vormachen kann", erklärte Neuer. Hinsichtlich der Taktik und der Analytik habe sich so viel verändert: "Man kann heute keine Besprechung mehr machen, um eine Besprechung zu machen. Der Inhalt muss stimmen und zielführend sein."

Heutzutage würden Spieler viel mehr nachfragen, es sei noch wichtiger, den Spielern "etwas mit auf den Weg zu geben. Sie müssen für sich erkennen, dass etwas Sinn macht und sie weiterbringt."

Zudem sei die neue Generation viel mündiger und reifer als vor einigen Jahren.

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