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Leipzig - Joachim Löw hat im zentralen Mittelfeld ein Überangebot an Top-Qualität. Leon Goretzka kommt neu hinzu. Die Lösung könnte eine Systemumstellung sein.

Jetzt lässt er seine Muskeln auch für Deutschland spielen!

Mit einer Top-Leistung und zwei sehenswerten Assists hat Leon Goretzka (SPORT1-Note 1,5) die deutsche Nationalmannschaft zum 3:1-Sieg gegen die Ukraine geführt. Am Dienstag gegen Spanien reicht ein Punkt für den Gruppensieg. (Service: Die Tabellen der Nations League)

DFB-Riese Goretzka!

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"Das war ein super Spiel von Leon", lobte ihn Joachim Löw am Samstagabend: "Er war ein extremer Aktivposten in unserem Spiel und hat viele Wege nach vorne gemacht. Er hat das Spiel angetrieben und die Stürmer unterstützt. Er hat auch in der Defensive gut gearbeitet. Er ist momentan in einer sehr guten Form. Man merkt ihm Power und Kraft an."

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Goretzka beim FC Bayern zentral unverzichtbar

Löw nutzte das Länderspiel in Leipzig, um den 25-jährigen im zentralen Mittelfeld zu testen. Dort, wo er beim FC Bayern in den vergangenen Monaten unverzichtbar wurde, wo der Bundestrainer dank viel Personal ein Überangebot hat und durch Goretzkas Leistung nun ein echtes Luxus-Problem bekommt.

Vor allem, weil Löw seit der WM in Russland eine Dreierkette bevorzugt. In diesem System gibt es aber nur zwei zentrale Positionen, weil vorne zumeist drei Angreifer wirbeln.

Gegen die Ukraine änderte Löw seine Pläne, setzte stattdessen auf einen Sechser (Robin Koch) und zwei Achter (Goretzka und Ilkay Gündogan). 

Auch der Bundestrainer wird gesehen haben, dass sich die Mannschaft in diesem System scheinbar wohler fühlt. Zudem weiß auch Löw, dass somit eine zusätzliche Position im Zentrum frei wird.

Ob zwei oder drei Plätze im Zentrum: Auf wen will Löw setzen?

Kroos bei Löw gesetzt - was wird aus Kimmich?

Toni Kroos bleibt Stammspieler, solange er Bundestrainer sein wird. Gegen die Ukraine war der Routinier gelbgesperrt. Ilkay Gündogan überzeugt beim DFB mit Ruhe und Übersicht. Gegen Spanien erteilte ihm Löw, auch Kroos, bereits eine Startelf-Garantie, obwohl Gündogan bereits gegen Tschechien und die Ukraine begann.

Nicht zu vergessen ist Joshua Kimmich, der aufgrund eines Außenmeniskus-Risses bis Januar ausfallen wird. Nach Abpfiff in Leipzig wurden erneut Rufe laut, wonach Kimmich, der aufgrund seiner Weltklasse im Zentrum dort nicht wegzudenken ist, nicht doch wieder auf die rechte Seite könne, da dort ein Mangel an Top-Qualität vorherrscht.

"Das muss ich jetzt nicht entscheiden. Darüber mache ich mir im Moment keine Gedanken", sagte Löw: "Der Jo hat es auf dieser Position (im Zentrum, d.Red.) bislang hervorragend gemacht. Rechts haben wir mit Lukas Klostermann, Thilo Kehrer und Benjamin Henrichs Spieler. Gerade Klostermann hat das sehr gut gemacht. Daher plane ich mit Jo zunächst im Mittelfeld."

Außen-Experiment mit Goretzka beendet

Und Goretzka? Mit ihm plante Löw zwischenzeitlich auf der Außenbahn.

Auf SPORT1-Nachfrage stellte er jedoch klar, dass diese Idee ad acta gelegt ist: "Es war mal mein Gedanke, dass man ihn in einer bestimmten Systematik auf Außen hätte bringen können. Aber sein großer Wert liegt in der Zentrale, aus der Mitte des Spiels heraus oder auf der Acht. Weil er die dynamischen Läufe macht, ballsicher ist und mittlerweile auch nach hinten sehr gut arbeitet und Zweikämpfe gewinnt. Daher soll er nicht an der Außenbahn hoch und runterspielen. Das ist im Moment nicht von mir angedacht."

Auch Kai Havertz (derzeit in Quarantäne) und Florian Neuhaus kommen für das Zentrum in Frage. Koch erfüllte die Sechser-Position sehr ansehnlich, dürfte aber langfristig noch wertvoller in der Innenverteidigung sein.

Fakt ist: Im Zentrum sind Löws Optionen Weltklasse. Alles andere als ein 4-3-3-System macht wenig Sinn. Die Taktik gegen Spanien könnte ein Indiz für Löws EM-Plan sein.

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