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Der DFB darf nach der Spanien-Blamage nicht weiter die Augen vor der Wahrheit verschließen. Joachim Löws Kredit ist endgültig aufgebraucht, kommentiert SPORT1-Chefredakteur Pit Gottschalk.

Das Debakel von Sevilla muss Konsequenzen haben.

Wenn beim DFB jetzt immer noch nicht jeder begriffen hat, dass der deutsche Fußball ins Nichts taumelt, ist die Verbandsspitze nicht mehr zu retten. Das 0:6 gegen Spanien ist kein Zufall, wenn in der Nations League 13 Gegentore in sechs Spielen fallen.

Seit der WM 2018 ist keine Entwicklung erkennbar, die jungen Spieler zahlen das Vertrauen, das ihnen Bundestrainer Joachim Löw schenkt, nicht zurück. Hier muss man die Trainerfrage stellen. Die Personalpolitik ist das eine, das man Löw vorwerfen muss, das andere: die taktischen Vorgaben.

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Zweifel an Joachim Löw wachsen

Wenn Körpersprache und Laufleistung nicht stimmen, hat der Bundestrainer weder die richtige Ansprache vorgenommen noch das Mannschaftsgerüst standhaft ausgerichtet. Schlimmer noch: Dass keine Korrektur in der Pause fruchtete, nährt die Zweifel noch. Erreicht Löw die Spieler noch?

Niemand stellt infrage, dass Löw 14 Jahre lang als Bundestrainer Großes geleistet hat. Darum hat man ihn nicht wirklich zur Rechenschaft gezogen, als die Weltmeisterschaft vor zwei Jahren schieflief. Dem Leistungsgedanken aber kann sich Löw nicht entziehen: Die aktuelle Kurve zeigt nach unten.

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Mit dem Verzicht der drei Weltmeister Müller, Hummels und Boateng setzte er sich dem Risiko aus, dass der radikale Umbruch nicht die erhoffte Rendite bringt. Man würde Dämpfer verzeihen, wenn Besserung in Sicht wäre. Die jedoch ist, siehe oben, nicht zu sehen. Das 0:6 ist die höchste DFB-Niederlage seit fast 90 Jahren.

Wer sagt überhaupt, dass ein Trainer, der in der Vergangenheit erfolgreich agierte, auch in Zukunft der passende Mann für die Veränderungen im Weltfußball ist? Vielleicht ist es genau umgekehrt und Löws Methoden sind längst überholt. Die Resultate sprechen jedenfalls nicht für ihn.

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Man kann natürlich darauf hoffen, dass der zeitliche Abstand zu den nächsten Länderspielen im Frühjahr die Pleite von Sevilla relativiert und während des Winters ein neuer Geist die Nationalmannschaft entflammt. Darauf vertrauen sollte man lieber nicht.

Es würde ja helfen, wenn die Nationalelf eine nachvollziehbare Achse hätte, eine eindrucksvolle Spielweise mit Pressing und Tempo oder eine Art von Kommunikation, dass man Löws Gedankengänge versteht. Doch da passiert nichts beim DFB. In Vereinen hätte man längst die Notbremse gezogen.

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