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Leroy Sané (l.) und Mats Hummels waren nur zwei von 16 EM-Kandidaten im Spitzenspiel
Leroy Sané (l.) und Mats Hummels waren nur zwei von 16 EM-Kandidaten im Spitzenspiel © Imago
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München - Im Spitzenspiel zwischen Bayern und Dortmund sieht Joachim Löw 16 EM-Kandidaten. Einige Spieler konnten ihre Chance nutzen, aber nicht alle werden dabei sein.

Elf aktuelle deutsche Nationalspieler, drei ausgemusterte Weltmeister von 2014, zwei Bald-Nationalspieler!

Der Stadionbesuch von Joachim Löw hat sich am Samstagabend gelohnt. Im Topspiel zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund (4:2) sammelte der Bundestrainer wichtige Erkenntnisse, um seine EM-Planungen voranzutreiben. (Bayern - Dortmund: Die Einzelkritik)

Wen Löw sah, wie ihre Chancen stehen: Der SPORT1-Überblick!

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Manuel Neuer (34/96 Länderspiele): An den beiden Gegentoren war Neuer machtlos. Seine Form ist dennoch überragend. Die DFB-Elf wird er in mindestens zwei der drei bevorstehenden WM-Quali-Spielen Ende März und bei der EM aufs Feld führen. EM-Tendenz: Sicher dabei.

Niklas Süle (25/29): Seine Parade-Position ist weiterhin die des Innenverteidigers. Beim FC Bayern ist er derzeit Aushilfs-Rechtsverteidiger. Süle löst die Aufgabe passabel, mehr aber auch nicht. Gegen den BVB steigerte er sich in Hälfte zwei. Zuvor tat er sich schwer, wirkte auch vor dem 2:0 zu passiv. Unter Löw bleibt er im Zentrum gesetzt. EM-Tendenz: Sicher dabei.

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Jérôme Boateng (32/76): In der Innenverteidigung ist er unter Hansi Flick Stammspieler. Gegen den BVB kam er gegen Haaland anfangs überhaupt nicht zurecht. Zu allem Überfluss zog er sich auch noch eine Kapselverletzung in linken Knie zu. Eine DFB-Rückkehr ist unwahrscheinlich. Mats Hummels dürfte im Fall der Personalnot bessere Karten haben. EM-Tendenz: Nicht dabei.

Joshua Kimmich (26/50): Im defensiven Mittelfeld ist er bei den Bayern und in der Nationalmannschaft nicht mehr wegzudenken. Gegen den BVB brauchte er Zeit, um reinzukommen. Dann bestach er mit viel Leidenschaft und guten Pässen. Spielt bislang eine überragende Saison. EM-Tendenz: Sicher dabei.

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Leon Goretzka (26/29): In München ist er unverzichtbarer Leistungsträger. Gegen den BVB erzielte er das wichtige 3:2 und war einer der stärksten Spieler. Unter Löw war er nicht immer gesetzt. Das dürfte sich ändern. Spannend wird zu sehen sein, wo ihn der Bundestrainer einsetzt. Zuletzt offensiver als beim FCB. Löw schätzt seine Flexibilität. EM-Tendenz: Sicher dabei.

Leroy Sané (25/25): Die Formkurve des Top-Neuzugangs zeigt in den vergangenen Wochen deutlich nach oben. Gegen den BVB bereitete er das 1:2 mustergültig vor. Hat er Auszeiten, arbeitet er mittlerweile zumindest defensiv gut mit. Auf dem Bayern-Flügel ist er derzeit gesetzt. Bei Löw sowieso. EM-Tendenz: Sicher dabei.

Thomas Müller (31/100): Gegen Dortmund gab er nie auf, blieb insgesamt aber blass. Ändert aber nichts an seiner Top-Saison an deren Ende er mit dem DFB-Comeback belohnt werden könnte. Löw hat die Tür aufgemacht, Müller erklärte am Samstag, dass er gerne den EM-Titel jagen wollen würde. Allerdings: Im März will ihn Löw noch nicht nominieren. EM-Tendenz: Ein Comeback ist möglich, aber noch nicht hundertprozentig sicher.

Serge Gnabry (25/17): In fittem Zustand ist er bei Flick gesetzt, gegen Dortmund war er nach seiner Einwechslung ein Aktivposten und bereitete das 4:2 vor. Nach seinem Muskelfaserriss muss er sich aber vorerst hinter Sané und Kingsley Coman anstellen. Bei Löw wird er gesetzt sein, zumal er sich beim DFB auch als Einzelspitze bewiesen hat. EM-Tendenz: Sicher dabei.

Jamal Musiala (18/0): Nur zu gerne hätte sich der Shootingstar vor den Augen von Löw empfehlen wollen – wie zuletzt nach seiner Einwechslung in Frankfurt. Gegen Dortmund blieb er aber draußen. Dennoch: Ende März wird ihn der Bundestrainer erstmals nominieren. Dann hat er die Chance, sich für die EM zu beweisen. EM-Tendenz: Wahrscheinlich dabei.

Nico Schulz (27/12): Stand für den verletzten Raphael Guerreiro in der Startelf und hatte seine Probleme mit Sané. Das 2:0 bereitete er stark vor, vor dem 1:2 ließ er sich austanzen. Unter Löw wurde er zuletzt vorzeitig nach Hause geschickt, als DFB-Linksverteidiger ist er derzeit nur Option Nummer vier, wenngleich ihn Löw nicht aufgibt. EM-Tendenz: Nicht dabei.

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Mats Hummels (32/70): Gegen die Bayern spielte er souverän, war lautstark, dominant in der Luft und ordnete viel. Er hatte aber ein paar ungewohnte Fehlpässe im Spielaufbau drin. Seine EM-Chancen steigen, sofern Leistungsträger in der Defensive ausfallen. Er selbst träumt von einer DFB-Rückkehr. EM-Tendenz: Nur im Notfall dabei, aber mit Vorteilen gegenüber Boateng.

Emre Can (27/30 ): Gute Leistung gegen die Bayern trotz der vier Gegentore. Can startete rechts in der Dreierkette, warf sich beherzt in jeden Zweikampf und zeigte gute Vorstöße. Zwischendurch spielte er auch mal als Sechser. Löw schätzt seine taktische Flexibilität und Power. EM-Tendenz: Bleibt er BVB-Stammspieler, ist er dabei.

MAHMOUD DAHOUD (25/2 ): Er hat einen Lauf! Gegen gegen die Bayern spulte Dahoud ein irres Laufpensum ab (12,83 Kilometer) und fiel mit genialen Pässen wie vor dem 2:0 auf Nico Schulz auf. Allerdings verschuldete er mit seinem unklugen Abwehrverhalten den Elfmeter an Coman. Zuletzt nominierte ihn Löw. Aufgrund des Überangebots im Mittelfeld dürfte er es dennoch schwer haben. EM-Tendenz: Wahrscheinlich nicht dabei.

MARCO REUS (31/44): Nach 76 Minuten war sein Arbeitstag in München beendet. Der BVB-Kapitän spielte unauffällig. Auch wenn er zuletzt deutlich bessere Leistungen zeigte, dürfte er bei Löw außen vor bleiben. Sein letztes Länderspiel ist 15 Monate her. Gegen ihn spricht zudem seine hohe Verletzungsanfälligkeit. EM-Tendenz: Nicht dabei.

JULIAN BRANDT (24/35): Kam gegen die Bayern von der Bank und zog im ersten Zweikampf direkt zurück. Eigenwerbung konnte er nicht betrieben. Sein Problem ist seine mangelnde Konstanz. Eben diese fordert Löw von ihm ein, gefördert hat er ihn immer. Kommt Brandt nicht schnell aus seinem Formtief, wird er bei der EM nicht dabei sein. Tendenz: Nicht dabei!

Youssoufa Moukoko (16/0): Um das Riesen-Talent ist es zuletzt etwas ruhiger geworden. Trotzdem kann er schon zwei Bundesliga-Tore vorweisen. Seine Zeit wird kommen, die EM kommt für den Stürmer aber zu früh. Für die U20 lief er bisher zweimal auf. EM-Tendenz: Nicht dabei.

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