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Bukarest und Duisburg - Joachim Löw forderte vor den Länderspielen eine andere Kommunikation auf dem Platz. Aber wie laut ist die Mannschaft wirklich? SPORT1 macht den DFB-Soundcheck!

Mit zwei Siegen gegen Island (3:0) und Rumänien (1:0) ist die deutsche Nationalmannschaft in das EM-Jahr gestartet.

Was vor allem auffällt: Die Mannschaft ist auf dem Platz wesentlich lauter als zuvor. Gerade das hatte Bundestrainer Joachim Löw zu Beginn der Länderspielreise angekündigt: "Es wird eine andere Kommunikation auf dem Platz sein. Ich werde einige bestimmen, die das in die Hand nehmen."

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Wie laut ist die Mannschaft wirklich? SPORT1 machte bei beiden Quali-Spielen den DFB-Soundcheck!

Reden allein reicht Löw nicht mehr. Der nach der EM scheidende Coach fordert "konkrete Anweisungen" in allen Mannschaftsteilen. Und will selbst an der Seitenlinie wieder rauf und runtermarschieren.

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Gesagt, getan! Im Spiel gegen Rumänien tigerte Löw die Coaching-Zone auf und ab, gab immer wieder (wie schon gegen Island) kurze, aber dafür gezielte Anweisungen, die auch über die TV-Mikros gut zu hören waren.

Manuel Neuer dirigierte seine Vorderleute

Schon beim Abschlusstraining in Bukarest war Löw total engagiert. Er versammelte die Mannschaft und sprach mehrere Minuten zum Team. Wie ein Dirigent bewegte der Weltmeister-Trainer von 2014 immer wieder die rechte Hand auf und ab. Die Spieler hingen an den Lippen ihres Trainers. "Ich habe noch nie eine so konzentrierte Gruppe von Spielern gesehen", sagte der rumänische Sportjournalist Emanuel Rosu zu SPORT1.

Während des Spiels hörte man immer wieder die Befehle der DFB-Spieler. Vor allem Chelsea-Star Antonio Rüdiger, der zunehmend in die Rolle des Abwehrchefs wächst, war lautstark zu hören. Seine klaren Kommandos: "Rausrücken!", "Linie halten!", "Dranbleiben!", "Nur stellen!".

Von hinten raus dirigierte Keeper Manuel Neuer seine Vorderleute. "Männer, kommt ey. Wach sein jetzt. Zuordnung." Vor einem gegnerischen Eckball in der 72. Minute gab der Weltklasse-Keeper Lukas Klostermann die Anweisung: "Lukas, mehr reinrücken. Komm!" Und kurz vor Schluss gab Neuer bei einem aussichtsreichen Angriff der Rumänen das Kommando an die Abwehr: "Höhe halten, Höhe halten - jetzt raus!" (Die Tabellen der WM-Qualifikation)

Goretzka: "Ja, ja, geh durch da! Geh durch!"

Als Innenverteidiger Matthias Ginter Mitte der ersten Hälfte den Ball am Fuß hatte, gab Neuer den Tipp: "Einfach, einfach spielen Matze!" und "Toni steht frei!"

Auch Leon Goretzka, Joshua Kimmich und Ilkay Gündogan gaben aus dem Mittelfeld heraus laute Anweisungen. "Ja, ja, geh durch da! Geh durch!", befahl etwa Goretzka in der 60. Minute, als Ginter mit dem Ball am Fuß viel Raum vor sich hatte.

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"Ich sehe uns sehr, sehr motiviert auf dem Platz", lobte Emre Can, "ich höre uns laut, so kann es weitergehen. Wir müssen als Mannschaft auftreten, das ist ganz, ganz wichtig."

Auffällig auch, wie sehr sich die Mannschaft auf dem Platz gepusht hat. Das war zuletzt während der Geisterspiele nicht immer so. Nach einer guten Chance von Sané hörte man Can von hinten rufen: "Weiter, Männer, weiter. Wir kriegen noch unsere Chance." Und als der BVB-Profi in der 83. Minute im eigenen Strafraum eine gefährliche Situation wunderbar gegen seinen Gegenspieler löste, ballte Kimmich beide Fäuste und schrie mega-laut in Cans Richtung: "Jaaaaaaaaaaaa, Emre!"

Löw zeigte sich mit der Leistung der Mannschaft zufrieden

"Das müssen wir beibehalten", fordert Can mit Blick auf das letzte WM-Qualifikationsspiel unter Löws Regie am Mittwochabend in Duisburg gegen Nordmazedonien (WM-Qualifikation: Deutschland - Nordmazedonien, Mittwoch ab 20.45 Uhr im LIVETICKER). "Ich finde, wenn wir den Ball verlieren, dann wollen wir schnell wieder den Ball holen, das hat uns vielleicht im letzten Jahr ein bisschen gefehlt." (Spielplan und Ergebnisse der WM-Qualifikation)

SPORT1 fragte Offensivspieler Kai Havertz, wie er die Kommunikation unter den Kollegen wahrgenommen hat. Es laufe schon "viel besser", antwortete der Chelsea-Angreifer. "In den letzten beiden Spielen haben wir gemerkt, dass das ein ganz wichtiges Thema ist. Wir haben Spieler hier, die Titel gewonnen haben und das Ganze übernehmen. Die letzten Monate haben gezeigt, dass wir zuletzt zu wenig kommuniziert haben. Das war jetzt besser. Darauf lässt sich aufbauen."

Löw war nach dem Rumänien-Spiel zufrieden: "Die Mannschaft ist ehrgeizig, willig und strahlt einen guten Spirit aus - auch intern. Der Hunger ist groß, auch Richtung Turnier! Im Training, in den Gesprächen und in den beiden Spielen auf dem Platz war viel Dynamik und Energie zu spüren."

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