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Das DFB-Team trifft in der Vorrunde der EM 2020 auf Weltmeister Frankreich und Titelverteidiger Portugal. Joachim Löw äußert sich kritisch. Die Stimmen zur EM-Auslosung.

Das EM-Fieber steigt. Mit dem paneuropäischen Turnier 2020 geht die UEFA neue Wege.

Erstmals findet die Fußball-Europameisterschaft in insgesamt 24 europäischen Ländern statt. Auch Deutschland zählt zu den Gastgeberländern, in München werden am 16., 20. und 24. Juni alle drei Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft und ein Viertelfinale (3. Juli) ausgetragen.

Am Samstagabend wurden die Gruppen ausgelost.

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Die deutsche Nationalmannschaft trifft in der Vorrunde der EM 2020 auf Weltmeister Frankreich und Titelverteidiger Portugal. Der dritte Gegner in der Hammergruppe F steht erst nach den Play-offs der Nations League Ende März fest. Ungarn, Island, Bulgarien, Georgien, Weißrussland, Nordmazedonien oder der Kosovo kommen in Frage.

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SPORT1 fasst die Stimmen (ARD,SZ) zusammen:

Fritz Keller (DFB Präsident): "Mit diesem Los kann man sofort Fußball-Fieber in Deutschland entfachen. Das ist ein Hammerlos. Angst habe ich keine. Ich habe den Bundestrainer gesagt, jetzt müssen wir Erster werden, sonst bekommen wir danach wieder einen Großen."

Joachim Löw (Bundestrainer):  "Von solchen Spielen lebt der Fußball. Man muss ans absolute Limit gehen, um weiterzukommen. Es ist eine hohe Herausforderung für unsere junge Mannschaft, die sich im Umbruch befindet. Das ist die Hammergruppe schlechthin: Weltmeister, Europameister und Deutschland plus eine vierte Nation, die vom Ranking her wohl zu den besseren gehört. Jeder in dieser Gruppe muss ans Limit gehen, wenn er eine Chance auf die K.o.-Runde haben will. Ich glaube, es werden Fußballfeste in Deutschland, ich freue mich jetzt darauf." Mit einem Lachen: "Das hat man davon, wenn man die Gruppe gewinnt in der Qualifikation."

... scherzend über Losfee Philipp Lahm: "Das Allererste, was ich erwähnen muss: Den Philipp Lahm werden wir nachher entlassen. Er kann jetzt nicht mehr weiter beim DFB arbeiten."

... über den Heimvorteil: "Die Zuschauer tun uns natürlich gut, wenn sie unsere junge Mannschaft unterstützen. Aber Frankreich und Portugal leben davon, dass sie auswärts gute Konterspieler haben. Deswegen würde ich das im Vorfeld nicht unbedingt als Vorteil sehen."

Oliver Bierhoff (DFB-Direktor):  "Das ist die schwierigste Gruppe, die man sich vorstellen konnte. Das ist für unsere junge Truppe eine große Herausforderung. Ich hoffe, dass der Heimvorteil einen Schub gibt. Gegen Frankreich werden wir nicht als Favorit ins Turnier gehen."

Ilkay Gündogan (Nationalspieler): "Das sind natürlich richtige Kracher. Da haben wir aus beiden Töpfen so ziemlich den schwierigsten Gegner gezogen. Der Vorteil wird aber sein, dass jedem zu hundert Prozent klar sein wird, von der ersten Sekunde an voll da sein zu müssen. Wer sich in dieser Gruppe behauptet, wird dann definitiv auch zu den absoluten Favoriten auf den Turniersieg gehören."

Joshua Kimmich (Nationalspieler): "Man fragt sich schon, warum man die Gruppe gewinnt. Es ist schon spannend, aber wir haben trotzdem sehr gute Chancen weiterzukommen. Man hat die Chance, eine Euphorie zu entfachen. Trotzdem verstehe ich nicht so ganz das Losverfahren. Es kann aber schon ein Vorteil sein. So ein Turnier ist lang. Wir müssen es einfach zu unserem Vorteil machen." 

Leon Goretzka (Nationalspieler): "Es hat mich überrascht. Dass man die Quali-Gruppe gewinnt und der Weltmeister 2014, Europameister 2016 und Weltmeister 2018 in eine Gruppe kommen, ist fragwürdig. Aber das werden wir annehmen. Wir haben den großen Vorteil, dass wir zu Hause spielen. Wir werden das schon irgendwie schaukeln. Wenn du große Ziele, musst du früher oder später eh die großen Nationen schlagen. Sie jetzt schon in der Gruppe zu haben, ist aber speziell. Wir werden nicht das Problem haben, dass wir die Gegner unterschätzen."

Philipp Lahm (Losfee und EM-Botschafter): "Fußball-Deutschland und die Fans in München können sich auf eine interessante Gruppe freuen. Man muss vom Start weg da sein. Man muss der Mannschaft vertrauen. Ich glaube, dass sich die deutsche Mannschaft durchsetzt."

Lucas Hernández (französischer Nationalspieler): "Gegen Deutschland in München zu starten, ist großartig. Das wird nicht leicht, aber um weit zu kommen, musst du die Besten schlagen. Sie sollten die sein, die Angst haben: Wir sind Frankreich, wir sind die Weltmeister. Wir haben Respekt, aber wir haben nie Angst auf dem Platz."

Hugo Lloris (französischer Nationaltorhüter): "Das sind sehr schwere Lose, aber gleichzeitig auch spannende, denn wir treffen auf große Nationen."

Olivier Giroud (französischer Nationalspieler): "Wer ist gefährlicher? Deutschland oder Portugal? Man tendiert eher zu Deutschland, aber wenn man gegen einen wie Cristiano Ronaldo spielt ... Deutschland hat ein bisschen mehr Erfahrung, aber bei der EM haben wir gegen Portugal verloren, das auch noch mehr ist als nur Ronaldo."

David Alaba (österreichischer Nationalspieler): "Deutschland hat auf jeden Fall das Potenzial, um weiterzukommen. Es ist keine einfache Gruppe. Aber sie haben eine super Mannschaft mit super Einzelspielern, die zu vielem fähig sind. Das wissen die Jungs schon selbst."

Rudi Völler (ehemaliger DFB-Teamchef): "Im ersten Moment ist das natürlich die stärkste Gruppe. In der zweiten Überlegung kann man aber auch sagen: Nach der Gruppenphase triffst du die Großen dann nicht mehr, das kann man auch als Vorteil sehen. Aber wir werden das schaffen."

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