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Lukasz Piszczek (r.) ist glücklich über die Verpflichtung von Michy Batshuayi © SPORT1-Grafik: dpa Picture Alliance/Heinemann
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Dortmund - Lukasz Piszczek schwärmt vor dem Europa-League-Rückspiel gegen Bergamo von Neuzugang Michy Batshuayi und spricht über seine eigenen Zukunftspläne.

Lukasz Piszczek ist der "Mister 100 Prozent" bei Borussia Dortmund. Wenn der Pole auf dem Platz stand, verlor der BVB zuletzt im November 2016 ein Spiel. Seit nun schon 28 Bundesligaspielen ist Dortmund mit Piszczek ungeschlagen.

Wegen einer Knieverletzung fehlte der Außenverteidiger von Anfang Oktober bis Ende 2017 - und die Schwarz-Gelben vermissten ihn schmerzlich. In seinen zwölf Ligaspielen kassierte der BVB nur sieben Gegentreffer, ohne ihn 22 in zehn Spielen.

Vor dem Rückspiel im Sechzehntelfinale der UEFA Europa League bei Atalanta Bergamo (Do., ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) spricht Piszczek im SPORT1-Interview über Trainer Peter Stöger, Stürmer Michy Batshuayi und das neue Selbstverständnis beim BVB.

SPORT1: Herr Piszczek, Sie sind schon lange bei der Borussia. Sind da internationale Spiele überhaupt noch etwas Besonderes?

Lukasz Piszczek: Es ist immer gut, wenn man sich gegen Mannschaften aus anderen Ländern messen kann. Klar, die Champions League hat die größte Priorität bei Borussia Dortmund. Aber wenn man schon in der Europa League ist, will man auch am besten in das Finale kommen. Das ist der Pokal, den Borussia noch nie gewonnen hat. Und das würden wir dieses Jahr gerne tun.

SPORT1: Im Hinspiel gegen Atalanta Bergamo gab es einen 3:2-Sieg. Ist das jetzt eine gute Ausgangsituation für das Rückspiel?

Piszczek: Wenn man das Spiel gewinnt, auf jeden Fall. Dass wir zwei Tore bekommen haben, macht es nicht einfacher. Aber sie müssen erst mal gegen uns gewinnen. Wir sind momentan in einer guten Lage, es ist momentan schwer, gegen uns zu gewinnen. Klar, Atalanta war in dieser Saison in der Europa League sehr stark und hat gar kein Spiel verloren bis zum Hinspiel. Deswegen sollten wir das auch nicht unterschätzen. Wir haben ein schweres Spiel vor der Brust, aber wir können die Aufgabe lösen.

SPORT1: In der Bundesliga läuft es wieder für den BVB. Woran liegt das?

Piszczek: Wir haben die Stabilität gefunden. Der Trainer gibt uns sehr viel mit. Seine Ruhe. Nach den drei Unentschieden war es in den Medien nicht ruhig. Er hat aber immer Ruhe ausgestrahlt. Und wir wissen auch, dass wir eine gute Mannschaft sind. Wir werden jedes Spiel besser.

SPORT1: Es wird viel gesprochen über Marco Reus, Mario Götze und Andre Schürrle. Die drei haben jetzt in Mönchengladbach zum ersten Mal von Beginn an für Borussia Dortmund gespielt. Wie wichtig sind diese drei individuell starken Spieler für die Mannschaft?

Piszczek: Ja, ich merke, dass da sehr viel Qualität drinsteckt. Aber ich glaube, der gesamte Kader hat eine sehr hohe Qualität. Das müssen wir besser ausnutzen. Da sind auch erfahrene Spieler, die auch schon größere Turniere gespielt haben. Das ist schon ein Unterschied, würde ich sagen, und in einzelnen Situationen kann das entscheidend sein.

SPORT1: Sie haben mit Michy Batshuayi jetzt wieder jemanden, der für Tore sorgt. Er kam, traf und eroberte sofort die Herzen…

Piszczek: Da sieht man, wie viel Qualität er hat. Nicht nur fußballerisch, sondern, wie er sich fokussiert und konzentriert. Und für ihn ist es eine neue Umgebung. Er hat aber gezeigt, dass das für ihn eigentlich egal ist. Er will seinen Job machen und er tut uns sehr gut.

SPORT1: Was ist Batshuayi sonst für ein Typ? Er wirkt immer sehr fröhlich.

Piszczek: Ich glaube, er ist schon ein bisschen verrückt, ich sage nur Batman oder Ähnliches. Aber er ist ganz in Ordnung. Er weiß vor allem, was er auf dem Platz machen muss. Nicht nur Tore schießen, sondern er verteidigt auch sehr gut. Er macht es den gegnerischen Abwehrreihen schwer, dass sie nicht so einfach hinten raus spielen können.

Reus, Götze, Schürrle: Stöger erklärt BVB-Plan

Am 22. Februar zeigt SPORT1 das Gastspiel des BVB in Bergamo ab 21 Uhr LIVE im TV. Der Countdown zur UEFA Europa League Zeiten beginnt bereits ab 19 Uhr. In den Highlights ab 23.00 Uhr werden ausführliche Zusammenfassungen der restlichen Partien mit dem anderen deutschen Vertreter RB Leipzig und den internationalen Top-Teams wie Arsenal, Marseille, Milan, Atletico, Lyon oder Lazio sowie Reaktionen zu den Spielen gezeigt.

SPORT1: Jetzt läuft es wieder. Sie sind wieder fit...

Piszczek: Im Profifußball kann alles schnell gehen. Ich freue mich, dass ich gesund bin und der Mannschaft wieder helfen kann. Alles andere interessiert mich nicht. Wenn ich gesund war, lief alles gut, wenn ich nicht gesund war, alles schlecht? Es gab damals ein paar andere Gründe dafür, dass es nicht gut lief. Der Grund war nicht nur meine Verletzungspause. Auch, dass Marco Reus mit all seiner Qualität wieder da ist. Das bringt uns sehr viel. Wenn Borussia Dortmund ganz oben spielen möchtest, dann brauchst es Erfahrung auf dem Platz.

SPORT1: Lassen Sie uns über die Taktik sprechen. Was macht Trainer Peter Stöger da anders als Peter Bosz? Die Verteidiger müssen nicht mehr ganz so hoch stehen. Gibt das euch ein bisschen mehr Sicherheit und Stabilität?

Piszczek: Ja. Es ist so, dass uns der Trainer nicht zwingt, ganz so hoch zu pressen. Es gibt im Spiel Situationen, da musst du das machen, das ist klar. Vielleicht haben ein paar Jungs von uns deshalb mehr Selbstvertrauen, weil sie sich vorher nicht so wohlgefühlt haben. Aber ich denke, die ersten Saisonspiele haben gezeigt, dass wir auch diese Art von Fußball spielen können. Wir brauchen nur das Selbstvertrauen. Wenn jemand auf dem Platz steht, der das Selbstvertrauen hat, dann ist das gut.

Aufgepasst BVB! So spielt man Bergamos Abwehr aus

SPORT1: Trainer Peter Störger, hat über Sie gesagt, Sie seien ein ganz wichtiger Faktor. Nicht nur aufgrund Ihrer Spielweise, sondern auch aufgrund ihrer Persönlichkeit. Sie fühlen sich rundum wohl, oder?

Piszczek: Auf jeden Fall. Ich habe mich ganz bewusst für den BVB entscheiden. Das ist seit acht Jahren mein Verein. Und ich hoffe, dass ich hier bis zum Ende meiner Karriere spielen kann. Aber ich denke, das kommt immer alles durch den Status in der Mannschaft, auch mit dem Alter. Dadurch, dass ich schon lange dabei bin, habe ich auch schon viel erlebt. Die guten Phasen, aber auch die schlechten. Ich hatte auch ein paar gute Trainer, die mir viel beigebracht haben. Aber ich will mein Wissen weitergeben. Und wenn das hilft, freue ich mich natürlich. Ich bin jedoch der Meinung, dass die Mannschaft immer das Wichtigste ist.

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