Hier trifft Joker Schmelzer ins Glück
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Borussia Dortmund gerät bei Atalanta Bergamo früh in Rückstand. Lange laufen die Schwarz-Gelben dem Rückstand hinterher - bis Marcel Schmelzer zuschlägt.

Nach seinem Abstauber in Torjägermanier drehte Marcel Schmelzer jubelnd ab - und blickte doch etwas ungläubig, als ihn seine Teamkollegen herzten.

Mit seinem späten Jokertor (83.) rettete der Kapitän Borussia Dortmund im Rückspiel des Sechzehntelfinales bei Atalanta Bergamo ein 1:1 (0:1) zum Einzug in die nächste Runde. Für den erst zur Pause eingewechselten Schmelzer war es zugleich die Krönung seines Comebacks nach 64 Tagen Verletzungspause.

"Das wichtige Tor nach der langen Pause zu erzielen, ist natürlich eine sehr schöne Geschichte. Die eine Halbzeit war für mich schon sehr anstrengend", sagte der eingewechselte Schmelzer bei SPORT1. "Ich habe jetzt in jedem Wettbewerb ein Tor geschossen, sogar zwei davon mit rechts. Ich glaube, das haben viele nicht so gedacht." Für den 30-Jährigen war es im 335. Spiel erst das sechste Tor seiner Profikarriere.

Stöger freut sich für Matchwinner Schmelzer

Sein Trainer Peter Stöger bewies mit der Einwechslung ein goldenes Händchen - auch wenn der Österreicher das etwas anders sah: "Er hat das gut gemacht. Es freut mich, dass er, wenn er so reinkommt, das Tor schießt. Das hat nichts mit einem glücklichen Händchen von mir zu tun."

Dass die Dortmunder nach dem knappen 3:2-Sieg im Hinspiel, im Rückspiel lange zittern mussten, war für Stöger allerdings Anlass zur Kritik. "Das hatte heute in der ersten Halbzeit nicht viel mit Männerfußball zu tun", sagte Stöger.

Im Schneeregen von Reggio Emilia hatte der Brasilianer Rafael Toloi (11.) die Gastgeber schon früh in Führung gebracht, doch Schmelzers Tor lässt die Borussia weiter vom ersten Gewinn der Europa League in der Vereinsgeschichte träumen.

Auf wen die Dortmunder am 8. und 15. März in der Runde der letzten 16 treffen, entscheidet sich am Freitag (ab 12.45 Uhr im LIVESTREAM auf SPORT1.de und im LIVETICKER) bei der Auslosung im schweizerischen Nyon. Beim bislang letzten Auftritt erreichte der BVB in der Saison 2015/16 das Viertelfinale.

Der DFB-Pokalsieger, der zunächst ohne Marco Reus antrat, geriet im Heimstadion von US Sassuolo Calcio von Beginn an unter Druck. Bergamo drängte auf ein frühes Tor, die von 4000 mitgereisten Fans angefeuerten Dortmunder konnten sich kaum aus der Umklammerung befreien. 

Bürkis Patzer lässt BVB zittern

Bereits die erste Ecke brachte die Führung durch die Gastgeber, die Dortmunder Defensive um Torwart Roman Bürki sah beim Treffer von Toloi nicht gut aus.

Dieser Bürki-Patzer brachte den BVB in Not

Atalanta kontrollierte auch in der Folgezeit die Partie und trat energischer auf als der DFB-Pokalsieger.

Batshuayi rassistisch beleidigt

Stürmer Michy Batshuayi, im Hinspiel mit zwei Toren noch der Matchwinner, blieb gegen den Tabellenachten der italienischen Serie A unauffällig und klagte hinterher über rassistische Beleidungen seitens der Atalanta-Fans

Die erste gute Chance für die Gäste hatte Andre Schürrle in der 32. Minute, doch sein Distanzschuss landete in den Armen von Keeper Etrit Berisha. Schürrles Aktion wirkte zumindest wie ein Weckruf, die Dortmunder wurden nun gefährlicher. Doch das eine Tor, dass zum Weiterkommen gereicht hätte, wollte zunächst einfach nicht fallen. 

Stöger reagierte und brachte nach der Pause Kapitän Schmelzer für Jeremy Toljan und in der 59. Minute Reus für Christian Pulisic. Der Dortmunder Hoffnungsträger sorgte direkt für neuen Schwung im Angriff. 

Stöger schwärmt von Reus

In der 81. Minute scheiterte Reus noch an Torwart Berisha, der den Ball wegfausten konnte. Nur zwei Minuten später prüfte Reus den Keeper erneut, Schmelzer hatte den richtigen Riecher und schob den Abpraller zum 1:1 ein.

"Marco Reus hat wieder gezeigt, wie wichtig er für unser Spiel ist", lobte Stöger den Nationalspieler nach dem Abpfiff bei SPORT1.

Der BVB-Coach hatte seine Startelf im Vergleich zum Sieg bei Borussia Mönchengladbach am vergangenen Sonntag (1:0) auf einigen Positionen verändert. Für den gelbgesperrten Julian Weigl rückte Mahoud Dahoud in die Startelf, Stöger gönnte neben Reus auch Gonzalo Castro eine Pause und brachte Nuri Sahin und Pulisic.

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