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Zenit St Petersburg v RB Leipzig - UEFA Europa League Round of 16: Second Leg
Jubel bei RB Leipzig über den Einzug ins Viertelfinale der UEFA Europa League. © Getty Images
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Durch ein hart erkämpftes Remis bei Zenit St. Petersburg sichert sich RB Leipzig in der Europa League das Viertelfinalticket. Timo Werner verschießt in der Schlussphase einen Elfmeter.

RB Leipzig hat sich an der bitterkalten russischen Ostseeküste erstmals ins Viertelfinale der Europa League gezittert. Bei Zenit St. Petersburg reichte den höchst engagierten und ballsicheren Sachsen im Achtelfinal-Rückspiel am Donnerstag ein 1:1 (1:1) zum Weiterkommen - und das trotz Timo Werners Fehlschusses vom Elfmeterpunkt.

"Wir sind stolz, dass wir es geschafft haben, ins Viertelfinale einzuziehen. Aber wir hätten es viel früher entscheiden können", sagte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl. "Wir hatten genügend Chancen. Aber bei uns gibt es Spannung immer inklusive, manchmal mehr als eigentlich erträglich."

Der österreichische Coach monierte vor allem, dass sein Team nach der Führung eine Gang runtergeschaltet habe. "Wir haben gut begonnen und gleich gezeigt, dass wir ein Tor schießen wollen. Nachdem wir es hatten, haben wir leider aufgehört Fußball zu spielen und den Gegner stark gemacht. Und das darf uns in so einem Spiel nicht passieren."

Dennoch: Der Traum vom Finale in der internationalen Debüt-Saison am 16. Mai in Lyon lebt. (Spielplan/Ergebnisse)

Hasenhüttl stolz auf historisches Viertelfinale

Jean-Kevin Augustin (22.) traf per sehenswertem Drehschuss für RB, das somit den 2:1-Vorsprung aus dem Hinspiel erfolgreich verteidigte. Sebastian Driussi (45.+1) erzielte den Ausgleich. Timo Werner verschoss in der 82. Minute noch einen Foulelfmeter. (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

Orban holt sich Sperre ab

Auf wen Leipzig am 5. und 12. April in der Runde der letzten Acht trifft, entscheidet sich am Freitag in Nyon. Dort steht die Auslosung an (ab 13 Uhr im LIVESTREAM von SPORT1).

Eines dürfte Leipzigs Freude trüben: Kapitän Willi Orban sah seine dritte Gelbe Karte der Europapokal-Saison und ist im nächsten Spiel gesperrt. Dennoch setzt der Viertelfinal-Vorstoß der erst 2009 gegründeten Leipziger für die eigene Vereinsgeschichte einen Meilenstein.

Gleichzeitig sind sie das erste ostdeutsche Team seit Dynamo Dresden 1991, das es im europäischen Klubfußball so weit bringt. Die Dresdner hatten es im Europapokal der Landesmeister, dem Vorgänger der Champions League, ebenfalls ins Viertelfinale geschafft.

40 RB-Fans trotzen der Kälte

"Wir werden uns nicht verbarrikadieren", hatte Hasenhüttl vor der Partie gesagt. Dafür wechselte der Österreicher im Vergleich zum 0:0 gegen den VfB Stuttgart am Wochenende vor allem offensiv.

In der Spitze begann Augustin für Yussuf Poulsen, auf den Flügel kamen Emil Forsberg und Bruma für den international nicht spielberechtigten Ademola Lookmann und den am Rücken verletzten Marcel Sabitzer in die Mannschaft. In der Innenverteidigung begann Stammkraft Dayot Upamecano für Ibrahima Konate.

Bei Minusgraden und vor rund 40 mitgereisten RB-Fans im für die WM gebauten Sankt-Petersburg-Stadion beherzigten die Gäste die Vorgabe ihres Trainers. Sie übernahmen zu Beginn das Kommando und drückten Zenit phasenweise tief in die eigene Hälfte. RB kombinierte sich ansehnlich bis zum Strafraum, doch selten dort hinein. Der Treffer von Augustin war die erste echte Chance im Spiel.

Symptomatisch also, dass die Gastgeber ihre erste Möglichkeit durch einen direkten Freistoß hatten, den Leandro Paredes (26.) an die Latte zirkelte. Erst gegen Ende der ersten Hälfte ließ Leipzig die Zügel schleifen und kassierte prompt den Ausgleich.

Werner vergibt vom Punkt

Ähnlich energiegeladen kamen die Russen aus der Kabine und drängten auf den zweiten Treffer. Jeder Vorstoß, jeder lange Ball hinter die gegnerischen Linien strahlte Gefahr aus. RB aber konzentrierte sich entschlossen auf seine kontrollierte Offensive. 

Forsberg (50.) vertändelte unter großer Bedrängnis aus nächster Nähe den erneuten Führungstreffer. Weitere Chancen waren rar gesät, da RB trotz Feldüberlegenheit meist der letzte Pass fehlte. Werner wurde kurz vor Schluss gefoult, brachte den Elfmeter aber nicht im Tor unter.

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