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Peter Gulacsi spielt seit 2015 bei RB Leipzig
Peter Gulacsi trifft mit RB Leipzig in der UEFA Europa League im Viertelfinale auf Olympique Marseille © Getty Images
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Leipzig - Vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Europa League gegen Olympique Marseille spricht Leipzigs Torwart Peter Gulacsi bei SPORT1 über das Duell, Trainer Ralph Hasenhüttl und die Titelchancen.

Peter Gulacsi hat schon einiges erlebt in seiner Torwartkarriere.

Von 2007 bis 2013 stand er beim FC Liverpool unter Vertrag, doch bei den Reds durfte er kein Spiel absolvieren. Es folgte eine kleine Odyssee mit Stationen bei Hereford United, Tranmere Rovers und Hull City.

Mit dem Wechsel zu RB Leipzig 2015 schaffte Gulacsi schließlich den Durchbruch. Bei den Sachsen wurde der 27-Jährige zum Leistungsträger. 72 Spiele absolvierte er bisher für RB.

Vor dem Europa League-Viertelfinale gegen Olympique Marseille am Donnerstag (ab 21.05 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER) spricht Gulacsi im SPORT1-Interview über...  

das Duell gegen Marseille:

Das ist ein großes Spiel für uns, für den Verein und für die Fans. Die Vorfreude ist sehr groß, das merkt man in der Mannschaft. Wir wollen natürlich im Hinspiel ein gutes Ergebnis erreichen. Wenn wir unsere beste Leistung auf den Platz bringen, haben wir eine gute Chance. Marseille hat viel individuelle Qualität, besonders in der Offensive sind sie sehr gefährlich. Wir müssen sie weit von unserem Tor weghalten. In einem Moment können sie das Spiel entscheiden, deswegen müssen wir sehr vorsichtig spielen. Wir müssen mit der gleichen Einstellung und Konzentration wie gegen Zenit und Neapel ins Spiel gehen.

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Leipzigs Titelchancen:

Das ist noch ganz weit weg. Wir haben jetzt eine sehr schwere Aufgabe vor uns. Die Chancen gegen Marseille sind ausgeglichen. Es gibt noch viele gute Mannschaften in der Europa League: Atletico Madrid, FC Arsenal, Lazio Rom - da sind große Namen dabei. Man kann nicht sagen, dass wir Favorit sind. Wir fokussieren uns jetzt nur auf die Aufgabe gegen Marseille.

Trainer Ralph Hasenhüttl:

Wir haben mit unserem Trainer große Erfolge gefeiert, wir hoffen, dass es genauso weitergeht. Unter ihm bin ich hier bei RB die Nummer eins geworden. Für mich ist er eine sehr wichtige Figur hier. Ich kann mich nur dafür bedanken, dass ich das Vertrauen von ihm bekommen habe. Die Entwicklung der Mannschaft in den letzten zwei Jahren unter ihm ist großartig.

seine Startschwierigkeiten in Leipzig:

Es gibt in jeder Karriere schwierige Phasen. Ich habe das hier auch erlebt. In den ersten sechs Monaten habe ich nur ein Pokalspiel gespielt. Ich bin mit einer Sperre aus Österreich hierhergekommen und durfte in den ersten vier Pflichtspielen nicht spielen. In der Zeit hat Fabio Coltorti seine Chance genutzt und die Mannschaft war mit ihm wirklich erfolgreich. Deswegen hat unser damaliger Trainer und jetziger Sportdirektor Ralf Rangnick keinen Grund für einen Wechsel gesehen. Als Spieler habe ich das verstanden. Nach einer Verletzung von Fabio habe ich meine Chance bekommen. Unser Torwarttrainer Frederik Gößling oder auch die Jungs in der Mannschaft haben mir sehr geholfen.

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seine Vorbilder:

Pepe Reina ist ein Freund und Vorbild. Wir haben sechs Jahre zusammen in Liverpool gespielt. Jeden Tag mit ihm zu trainieren und als junger Torhüter so viel zu lernen, war für mich eine richtig gute Möglichkeit. Andere Torhüter sind mir vom Stil her ähnlicher. Edwin van der Sar und Petr Cech waren immer große Vorbilder für mich. Als ich 22 Jahre alt war haben sie auf höchstem Niveau gespielt. Cech hat jetzt einen Rekord an weißen Westen in der Premier League aufgestellt, das zeigt, was für ein Torwart er ist.

seinen Beruf, wenn er nicht Fußballer geworden wäre:

Ich habe mit fünf Jahren angefangen Fußball zu spielen. In meiner Familie war es wichtig, auch in der Schule gut zu sein. Ich habe zwei Schwestern, die eine ist Ärztin, die andere Architektin. Wir haben nicht viele Sportler in der Familie. Fußball war für mich vom ersten Tag eine große Liebe. Auch wenn ich in der Schule gut war, lag mein Fokus immer auf Fußball. Ich weiß nicht, was ich sonst geworden wäre. Ich habe mit fünf Jahren die Entscheidung getroffen, dass ich Fußballer werden möchte. Das habe ich glücklicherweise geschafft.

die Saisonziele:

Wenn uns vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir im April noch eine Doppelbelastung haben werden, hätten wir das sofort unterschrieben. Vor der Saison haben wir davon gesprochen, dass es eine große Herausforderung für die Spieler und den ganzen Verein wird. Das ist etwas Neues für jeden hier. Wir haben das super gelöst bisher. Wenn wir das bis zum Saisonende so lösen können, können wir von einer sehr erfolgreichen Saison sprechen. Das Wichtigste ist, dass wir uns noch mal für Champions League qualifizieren. Die Hymne zu hören und solche Spiele zu spielen, ist ein Traum. Dafür, dass wir in der Europa League und in der Liga noch so gut dabei sind, verdient jeder ein großes Kompliment.

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