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Frankfurt am Main - Eintracht Frankfurt ringt Benfica Lissabon nieder und steht damit im Halbfinale der Europa League. Nach dem Zittersieg brechen bei den Hessen fast alle Dämme.

Die letzten Sekunden der magischen Nacht im Frankfurter Stadtwald gerieten zur Zitterpartie.

Als Schiedsrichter Daniele Orsato Eintracht Frankfurt beim Stand von 2:0 (1:0) mit seinem Schlusspfiff ins Halbfinale der Europa League schickte, kochten bei einigen Fans die Emotionen doch etwas über.

Vor Freude über den Viertelfinal-Erfolg gegen Benfica Lissabon stürmten einige Anhänger aus der Frankfurter Fankurve den Innenraum. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

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"Das war eine unfassbare Atmosphäre. Natürlich hat man erstmal ein bisschen Angst, aber sie sind nicht auf den Rasen gegangen, das ist das wichtigste", sagte Sportvorstand Fredi Bobic bei RTL. (Die Stimmen zum Spiel)

Kurz drohte die Situation außer Kontrolle zu geraten, als eine Werbebande hinter dem Tor umkippte. Einigen Anhängern gelang es aber, die Lage zu beruhigen.

Bobic: "Pure Freude muss erlaubt sein"

"Das war einfach diese pure Freude", meinte Bobic, "und ich muss ehrlich sagen: Pure Freude muss auch erlaubt sein. Es war Glückseligkeit und keine Aggressivität dabei. Sie wollten einfach ihre Mannschaft feiern."

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Und die genoss nach 90 nervenaufreibenden Minuten das Bad in der Menge sichtlich. "Die Fans haben uns unglaublich gepusht. Jetzt sind wir alle heilfroh, dass wir die nächste Runde erreicht haben", sagte Sebastian Rode, der mit seinem Tor (67.) für die Entscheidung sorgte.

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Zuvor hatte Filip Kostic (36.) die Gastgeber in Führung geschossen - das Tor hätte wegen einer klaren Abseitsposition aber nicht zählen dürfen. Glück für die Eintracht: In der Europa League kommt der Videobeweis erst im Finale zum Einsatz. Im zweiten Durchgang machte dann Rode das erste europäische Halbfinale seit 39 Jahren für die SGE perfekt. 

Im Halbfinale wartet Chelsea

Die Eintracht ist nach dem Hamburger SV (2010) überhaupt erst das zweite deutsche Team, das im Halbfinale steht. Im UEFA-Cup, dem Vorgänger-Wettbewerb, war das den Hessen 1980 gelungen - danach holte Frankfurt sogar den Pott in die Bankenmetropole.

Dieser Traum lebt weiter, als letzte Hürde auf dem Weg ins Endspiel wartet im Halbfinale mit dem FC Chelsea der nächste Kracher.

Konsequenzen wegen Platzsturm?

Die Frankfurter hoffen, dass sie auch dort wieder auf die Unterstützung ihrer Fans zählen können und die Aktionen nach dem Schlusspfiff keine Konsequenzen seitens der UEFA nach sich ziehen.

"Gerade bei unserer Strafen-Historie ging es darum, dass auf keinen Fall ein Platzsturm passiert, dass in London nicht auch noch Fans ausgesperrt werden", sagte Rode - und zeigte sich optimistisch: "Aber die Fans haben sich ja dann auch beruhigt und sind hinter der Absperrung geblieben. Deswegen hoffe ich, dass es keine Probleme gibt."

Die Fans der Hessen stehen wegen des Einsatzes von Pyrotechnik unter besonderer Beobachtung, vor dem Hinspiel in Lissabon bekamen die Hessen eine weitere Bewährungschance.

Beeindruckende Choreo vor dem Anpfiff

Schon vor der Partie ging es in der Fankurve handfest zu, als einige Sitzreihen in den Innenraum geworfen wurden. In europäischen Spielen sind auf der Stehtribüne der SGE-Fans nur Sitzplätze gestattet. Die wurden kurzerhand entsorgt.

Auf den Sitzen hielt es schon zu Beginn kaum jemanden, mit einer erneut beeindruckenden Choreografie hatten die Fans bereits früh das Signal für die Aufholjagd nach dem 2:4 im Hinspiel in Lissabon vor einer Woche.

Kostic sorgt für emotionalen Schub

Die Eintracht war gegen tiefstehende Gäste von Beginn an dominierend. Bis auf einen Flachschuss von Kostic (8.) sprang in der Anfangsphase allerdings kein aussichtsreicher Torabschluss heraus.

Zudem mussten die Gastgeber gleichzeitig höllisch aufpassen und die gefährlichen Gegenstöße Benficas fürchten. Der im Hinspiel mit drei Treffern überragende Joao Felix, von Eintracht-Trainer Adi Hütter als Portugals neues Jahrhunderttalent geadelt, zeigte immer wieder seine Qualitäten. Häufig war er nur durch Fouls zu stoppen - die Lissabon dann nutzte, um wertvolle Zeit verstreichen zu lassen.

Kostics Abstauber sorgte noch vor der Pause für den erhofften Stimmungsaufheller. Im zweiten Durchgang setzte Benfica mit Chancen von Joao Felix (47.) und Haris Seferovic (52.) erste Ausrufezeichen.

Rode sorgte schließlich mit seinem späten Schlenzer ins rechte untere Eck für die Erlösung.

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