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Vor dem Europa-League-Duell zwischen Gladbach und Istanbul kommt es vor dem Stadion zu unschönen Szenen. Gladbach reagiert und will sich bei der UEFA beschweren.

Vor dem Europa-League-Duell zwischen Borussia Mönchengladbach und Istanbul Basaksehir (1:1) kam es vor dem Stadion zu unschönen Szenen.

Wie die Fanhilfe Mönchengladbach via Twitter mitteilte, gab es offenbar massive Auseinandersetzungen und Probleme zwischen den Gladbach-Fans und der türkischen Polizei in Istanbul. Die Anhänger des Bundesligisten wurden von den türkischen Behörden dazu verpflichtet, den Weg zum Stadion gesammelt in Bussen anzutreten. 

"Die Anhänger müssen geschlossen zum Stadion fahren", schimpfte Gladbachs Manager Max Eberl bei Nitro. "Hier wurden eigene Regeln erfunden. Das ist nicht der Sport, den ich haben möchte. In Europa sollte man Fußballfeste feiern und nicht Schikanen erleben."

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Außerdem sagte er: "Ich bin schockiert. Wir werden uns bei der UEFA beschweren. Das ist Polizei-Diktatur. Unsere Fans sind hier von Anfang an drangsaliert worden."

Gladbach-Fans offenbar festgenommen

Am Freitag legte Geschäftsführer Stephan Schippers noch einmal die Probleme offen und kündigte einen Dialog mit der UEFA an. "Zum Teil wurden Fans, die ein Borussia-Trikot getragen haben, des Stadions verwiesen - nach dem Motto, man dürfe kein Trikot tragen oder Schals und Fahnen dabei haben, auf denen irgendwelche Zeichen zu sehen sind. Das war nicht angekündigt. Der Umgang mit unseren Fans war nicht gut. Deswegen wollen wir uns unbedingt mit der UEFA zusammensetzen und diesbezüglich nachhaken."

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Der Buskonvoi soll mit deutlicher Verspätung losgefahren und erst kurz vor Anpfiff am Stadion angekommen sein, woraufhin es zu einem Gedränge am Eingang kam. Hunderte Gladbach-Fans sollen nicht ins Stadion gelassen worden sein, einige Anhänger wurden offenbar sogar festgenommen.

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Aber damit nicht genug. Zudem soll die Polizei Fahnen beschlagnahmt haben. Zuvor wurde allerdings nicht mitgeteilt, dass keine Fahnen erlaubt sind. Laut Fanhilfe soll unter anderem eine Fahne abgelehnt worden sein, auf der das Mönchengladbacher Stadtwappen zu sehen ist. Der Grund: Der abgebildete St. Vitus stelle ein christliches Symbol dar, was unerwünscht sei.

"Ich verurteile es, wenn unsere Fans nicht ins Stadion dürfen, weil in unserem Stadtemblem christliche Symbole zu sehen sind. "Es macht mich traurig, dass wir im Jahr 2019 solche Zustände in Europa haben - dass die Polizei entscheiden kann, welche Fahnen ins Stadion reinkommen und welche nicht", sagte Eberl.

"Das entzieht sich jeglicher Realität"

Schippers fand es "respektlos, wenn man das Stadtemblem einer Gastmannschaft zurückweist. Diese Haltung ist so weit weg von uns, das hätten wir uns niemals vorstellen können, dass so etwas passiert - auch auf anderen Reisen nicht. Es ist uns zum ersten Mal zu Ohren gekommen, dass danach selektiert worden ist. Bei allem Respekt: Das entzieht sich jeglicher Realität."

Der Geschäftsführer kündigte erneut an, Beschwerde bei der UEFA einzulegen. Das besonnene Verhalten der Gladbacher Fans lobte Schippers.

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