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München - Daichi Kamada schießt Eintracht Frankfurt fast im Alleingang zum Sieg gegen Salzburg. In England gilt der Japaner als "Befreier", in Deutschland ist er noch unbekannt.

Eintracht Frankfurt träumt dank Daichi Kamada von einem neuen Euro-Märchen.

Ein Jahr nach den beeindruckenden Auftritten der "Büffelherde", bestehend aus Ante Rebic, Luka Jovic und Sebastien Haller gehören die Schlagzeilen nun einem 23 Jahre alten Japaner.

Kamada schoss die Eintracht fast im Alleingang mit einem Dreierpack zum 4:1-Sieg gegen Red Bull Salzburg schoss und seinem Klub damit vor dem Rückspiel am Freitagabend (Europa League: FC Salzburg - Eintracht Frankfurt ab 21 Uhr im Liveticker) eine herausragende Ausgangsposition beschert hat.

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Kamada ist Arsenals "Befreier"

Schon die Tatsache, dass Frankfurt überhaupt in der Zwischenrunde der Europa League steht, hat Frankfurt Kamada zu verdanken. Am 5. Spieltag sorgte er mit einem Doppelpack für den überraschenden 2:1-Sieg beim FC Arsenal, auch beim Vorrunden-Abschluss gegen Vitoria Guimaraes (2:3) traf er.

Seine Tore gegen Arsenal sorgten bei den Gunners für Aufsehen, nach der Niederlage im November musste Ex-Coach Unai Emery gehen.

In Kamadas Wikipedia-Eintrag stand anschließend für kurze Zeit folgender Satz: "Daichi Kamada ist ein japanischer Profifußballer, der im Mittelfeld von Eintracht Frankfurt spielt. Er wird häufig als Befreier des Arsenal Football Club bezeichnet."

"Er hat so lange auf seine ersten Tore gewartet, vielleicht ist jetzt der Damm gebrochen. Er war brillant, er ist ein fantastischer Spieler", schwärmte damals Sportdirektor Fredi Bobic.

Kamada in der Bundesliga noch torlos

Dass der offensive Mittelfeldspieler in Deutschland trotzdem für viele Fußball-Fans ein unbeschriebenes Blatt ist, liegt an seiner Statistik in der Bundesliga. Anders als in der Europa League (6 Tore) wartet der Japaner dort nämlich noch auf seinen ersten Treffer, in 18 Einsätzen sind ihm in dieser Saison lediglich drei Vorlagen gelungen.

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"Ich freue mich über die drei Tore, aber am meisten darüber, der Mannschaft geholfen zu haben", sagte Kamada nach seiner Gala gegen Salzburg. "Jetzt will ich aber endlich auch mal in der Bundesliga ein Tor schießen."

Kamada wechselte 2017 für 1,6 Millionen Euro aus seiner Heimat von Sagan Tosu nach Frankfurt, in seiner Premieren-Saison kam er jedoch lediglich zu vier Pflichtspieleinsätzen. Nachdem er in der Rückrunde gar nicht mehr spielte und sich die "Büffelherde" langsam einen Namen machte, entschied sich Kamada im Sommer 2018 für eine Leihe nach Belgien.

Durchbruch in St. Truiden

Beim Erstligisten VV St. Truiden sicherte sich der Zehner sofort einen Stammplatz und sammelte in der vergangenen Saison 16 Tore und neun Vorlagen in 36 Pflichtspielen.

"Ich muss zugeben, dass er mich wirklich überrascht hat - auf eine gute Art und Weise! Er hat sich sehr schnell entwickelt, nicht nur als Spieler, sondern auch in seinem Charakter", lobte Trainer Adi Hütter.

Nach den Abgängen ihrer Topstürmer im Sommer 2019 sicherte sich Kamada zum Saisonstart schnell einen Stammplatz, verlor diesen jedoch nach einigen Monaten. In der Rückrunde kam der Nationalspieler (4 Spiele, 1 Tor) nur in einem Spiel zum Einsatz, beim 1:1 in Düsseldorf enttäuschte er und wurde in der Halbzeit ausgewechselt.

Vergleiche mit Ex-Dortmunder Kagawa

Gegen Salzburg meldete sich Kamada, der in seiner Heimat häufig mit dem früheren Dortmunder Shinji Kagawa verglichen wird, fulminant zurück.

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Als erst zweiter Japaner erzielte er in einem UEFA-Wettbewerb drei Tore in einem Spiel. Zuvor war dies nur dem jetzigen Liverpooler Takumi Minamino gelungen, der 2018 für Salzburg dreifach gegen Rosenborg Trondheim traf.

Thurk als letzter Dreierpacker

Für Frankfurt ist ein Dreierpack sogar noch länger her. Erstmals seit 14 Jahren traf ein Spieler der Hessen wieder dreifach im Europacup, zuletzt gelang dies Michael Thurk im Jahr 2006 beim 4:0 gegen Bröndby IF (Dänemark).

Zum vollständigen Glück fehlt Kamada nun nur noch ein Bundesliga-Tor.

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