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Romelu Lukaku erzielte im Fallen das 2:0
Romelu Lukaku erzielte im Fallen das 2:0 © Imago
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München und Düsseldorf - Inter Mailand steht auch dank Romelu Lukaku im Halbfinale der Europa League. Der Belgier ist Toptorjäger und Zielspieler der Nerazzurri, selbst aber fast noch titellos.

Edmond Tapsoba konnte einem schon fast leidtun.

In der 21. Minute bei der 1:2-Niederlage von Bayer Leverkusen im Europa-League-Viertelfinale kam es zum Privatduell mit Inter Mailands Romelu Lukaku im Strafraum der Werkself.

Der Belgier schirmte den Ball mit dem Rücken zum Tor ab und hielt seinen Gegenspieler hinter sich, als wäre nichts dabei. Dabei versuchte der junge Bayer-Verteidiger wirklich mit vollem Körpereinsatz, den bulligen Inter-Stürmer am Abschluss zu hindern.

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Hradecky: "Unmöglich, so eine Mauer zu verteidigen"

Doch Lukaku war nicht aufzuhalten, eine kurze Drehung und der Weg zum Tor war frei, mit einem Flachschuss ließ er im Fallen dann auch Bayer-Keeper Lukas Hradecky keine Chance. (SERVICE: Spielplan der Europa League)

"Sie haben mich gewarnt, dass er (Tapsoba, Anm. d. Red.) stark sei. Doch ich kann stärker sein als alle anderen", prahlte Lukaku bei DAZN.

Das zwischenzeitliche 2:0 aus Inter-Sicht war zudem ein Rekordtor für ihn, kein anderer Spieler traf zuvor in neun aufeinanderfolgenden Europa-League-Spielen. Kurios dabei: Zwischen dem ersten und neunten Spiel lagen fast sechs Jahre, die Serie begann im September 2014. Damals jubelte Lukaku im Dress des FC Everton gegen den VfL Wolfsburg.

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"Ashley (Young, Anm. d. Red.) sah meine Position. Ich wusste, dass der Verteidiger hinter mir mit dem Rücken zum Tor ist. Ich musste mich nur drehen", erklärte der 27-jährige nach dem Spiel bei RTL.

"Es ist unmöglich, so eine Mauer zu verteidigen", entgegnete Hradecky, der wenige Minuten nach dem Treffer stark im Eins-gegen-Eins gegen Lukaku die Vorentscheidung verhinderte.

Diese Szene hatte Symbolcharakter für die gesamte Partie. Sie zeigte, was die Nerazzuri der Werkself voraus hatten. Neben dem unbändigen Willen und der Abgezocktheit des italienischen Vizemeisters war es vor allem die Durchschlagskraft im Angriff, die Bayer gerade in den ersten 20 Minuten vor arge Probleme stellte.

Lukaku gibt Lob an Teamkollegen weiter

Während die Werkself kaum einen vernünftigen Spielaufbau zeigen konnte, verfolgten die Mailänder ein einfaches Prinzip: Langer Ball auf Lukaku, der ihn mit seinem Körper festmachte und ihn im Anschluss weiterleitete. Dem Belgier hat körperlich kaum ein Verteidiger auf der Welt etwas entgegenzusetzen. So war es für die Italiener ein Leichtes, das Bayer-Pressing zu überspielen. Zudem konterten die Mailänder gerade in der ersten Hälfte überfallartig, mittendrin Lukaku.

Auch am 1:0 nach einer Viertelstunde hatte er seine Aktien. Sein Schuss wurde abgeblockt und sprang so zu Nicolo Barella, der Hradecky mit dem Außenrist keine Chance ließ.

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Lukaku ist vielleicht so etwas wie der Star im hochkarätig besetzen Team der Italiener. Der zu Saisonbeginn für 74 Millionen Euro von Manchester United gekommene Stürmer ist mit 31 Pflichtspieltreffern Topscorer und hat einen wesentlichen Anteil am Erfolg der Elf von Trainer Antonio Conte.

Doch Star-Allüren kennt Lukaku keine. "Der beste Spieler für mich war Nicolo Barella. Er macht es für uns Stürmer einfach", gab er das Lob nach dem Spiel an seinen Teamkollegen weiter. Auch für den Gegner gab es ein Kompliment. "Leverkusen ist eine großartige Mannschaft. Wir wussten, dass es kein einfaches Spiel wird, da sie eine hohe Qualität haben", erklärte er. Das Weiterkommen sei alles, was zähle.

EL-Titel als Start der persönlichen Titelsammlung?

Eine hohe Qualität hat auch Lukaku, dessen Karriere in Mailand wieder Fahrt aufzunehmen scheint. Als 18-Jähriger kam er zum FC Chelsea, galt als eines der größten Sturmtalente der Welt. Doch bei den Blues gelang ihm der Durchbruch nicht, insgesamt absolvierte er nur 15 Spiele für die Londoner.

Nach einer Leihstation bei West Bromwich Albion landete er schließlich beim FC Everton, wo er seine bislang erfolgreichste Zeit erlebte. 2017 legte Manchester United fast 85 Millionen für Lukaku auf den Tisch. Doch trotz vernünftiger Torquote waren seine Dienste dort nach zwei Jahren nicht mehr gefragt, Lukaku passte nicht ins Konzept des Fußballs von Ole Gunnar Solskjaer.

Als Lukaku im Sommer 2019 seinen Wechsel zu Inter Mailand verkündete, sahen einige darin schon einen leisen Abschied von der europäischen Fußballbühne. Doch Lukaku strafte sie Lügen. Als Zielspieler eines der momentan aufregendsten Projekte im europäischen Spitzenfußball präsentiert er sich aktuell so dynamisch und flexibel wie nie.

Titel fehlen ihm übrigens fast noch komplett, lediglich ein belgischer Meisterpokal steht in seiner Vitrine. Das Projekt Scudetto ist im ersten Jahr knapp gescheitert. Die Europa League könnte der erste große Titel in der Sammlung des Belgiers werden, der Weg ins Finale von Köln scheint vorgezeichnet, im Halbfinale warten mit dem FC Basel oder Shakthar Donezk bei weitem keine Schwergewichte.

Lukaku wird auch deren Abwehrspieler vor Probleme stellen. Tapsoba weiß davon ein Lied zu singen.

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