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München und Berlin - "So böse hätte er nicht reagieren müssen": Uli-Hoeneß kritisiert die Art und Weise von Sandro Wagners DFB-Rücktritt. Auch Jupp Heynckes ist irritiert.

Mit einem großen Knalleffekt ist er aus der Nationalmannschaft zurückgetreten, hat Joachim Löw scharf kritisiert - und eine ebenso scharfe Reaktion des Bundestrainers provoziert.

Aber nicht nur Löw, auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß und Trainer Jupp Heynckes haben die Aussagen des Münchener Stürmers kritisiert. Wenngleich deutlich zurückhaltender.

"Es hat mich schon ein bisschen überrascht, denn so böse hätte er nicht unbedingt reagieren müssen", sagte Hoeneß bei Sky. "Ich glaube, er soll jetzt schön in den Urlaub fahren, sich gut vorbereiten und seine Zukunft beim FC Bayern sehen."

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Auch Trainer Jupp Heynckes äußerte auf der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt (Sa., 20 Uhr im LIVETICKER) auf SPORT1-Nachfrage leises Unverständnis: "Ich denke, er hat voreilig emotional reagiert, ich persönlich hätte das lieber anders gesehen, aber man muss seine Entscheidung respektieren."

Wagner tritt gegen Löw nach

Wagner hatte Löw nach dessen Kadernominierung in der Bild scharf angegriffen: "Für mich ist klar, dass ich mit meiner Art, immer offen, ehrlich und direkt Dinge anzusprechen, anscheinend nicht mit dem Trainerteam zusammenpasse."

Und weiter: "Ernst nehmen kann ich das natürlich nicht, aber wie ich schon oft gesagt habe, gibt es weitaus wichtigere Dinge im Leben außer Fußball."

Der Bundestrainer hatte Nils Petersen statt Wagner nominiert. Eine explizite Begründung hatte Löw nicht genannt, es liegt jedoch nahe, dass Wagners forsches öffentliches Auftreten zu der Entscheidung beigetragen hat.

Dass Wagner darauf ebenso forsch reagiert, hat nun offensichtlich auch Hoeneß irritiert.

Heynckes tröstet Wagner 

Nach der Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders war Wagner dabei viel Zuspruch zuteil geworden, auch aus den eigenen Reihen. Bayern-Trainer Jupp Heynckes soll ihn in einer Kabinen-Ansprache aufgebaut haben.

"Wir haben ihn getröstet, weil wir ihn als Typ mögen", berichtete Mats Hummels am Freitag auf der Pokal-PK. Wagner habe sich immer "vorbildlich" verhalten. Wagners Reaktion auf seine Ausbootung wollte Hummels nicht bewerten: "Das muss er mit sich selber ausmachen."

Auch Heynckes strich am Freitag Wagners Einsatz für den Klub heraus: "Er hat sich vorbildlich integriert und war morgens der Erste an der Säbener Straße."

Wagner hatte als Bayern-Joker in der Rückrunde neun Tore erzielt. Erst im Winter war er von 1899 Hoffenheim zu seinem Jugendklub zurückgekehrt, bei dem er in der Saison 2007/08 seine Profikarriere begonnen hatte.

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