Deutsche Stars reden sich Formkrise schön
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Leverkusen und Eppan - Nach zwei schwachen Spielen gegen Österreich und Saudi Arabien ist von einer WM-Vorfreude im DFB-Team wenig zu spüren. Die Leistungsträger schlagen Alarm.

Katerstimmung statt WM-Vorfreude bei der deutschen Nationalmannschaft. 

Nach der Schmach-Pleite gegen Österreich (1:2) und der Beinahe-Blamage gegen Saudi Arabien schlagen die ersten Leistungsträger im DFB-Team Alarm.

Mats Hummels konnte sich den dürftigen Auftritt gegen die Saudis nicht recht erklären. "Ich war überrascht, weil wir eine äußerst ballsichere Mannschaft haben, aber es nicht hinbekommen, den Ball zu sichern, in unserer Formation zu stehen und Konter abzusichern", kritisierte der Verteidiger.

Was Hummels besonders missfiel, war die fehlende Kontrolle im deutschen Spiel. "Wir haben ein wildes Spiel draus werden lassen, was auf keinen Fall in unserem Interesse sein kann", sagte er. "Das müssen wir uns ankreiden lassen."

Mutige Gegner bereiten Defensive Probleme

Die mutigen Saudis brachten die nahezu in Bestbesetzung angetretene deutsche Elf gleich mehrfach in Schwierigkeiten. Wie zuvor schon Österreich traute sich der Underdog etwas zu, setzte mutige Konter.

Eine Erkenntnis, die der DFB-Auswahl eine Warnung sein muss. Die Gruppengegner Mexiko, Schweden und Südkorea werden gesehen haben, dass die Löw-Elf ins Schwimmen kommt, wenn der Gegner sich nicht nur hinten einigelt.

Zwei zusätzliche Probleme der DFB-Elf derzeit: Defensiv-Stammkräfte wie Jonas Hector und Joshua Kimmich spielen derzeit weit unter ihren Möglichkeiten. Rückkehrer Jerome Boateng ist nach seinem Muskelbündelriss noch nicht in Topform.

Mario Gomez forderte eine deutliche Leistungssteigerung. "Wir müssen uns beim Turnier straffen und dürfen dort nicht so eine Leistung bringen. Wir haben in der zweiten Halbzeit viel zu leicht die Bälle verloren", sagte er.

Die spielerischen Mängel sind das eine, die Pfiffe gegen Ilkay Gündogan und Mesut Özil das andere große Problem der Mannschaft so kurz vor dem Turnierstart.

Löw: "Hoffe, dass Gündogan das aushält"

"Die Spieler hat es die letzten Wochen beschäftigt. Vor allem bei Ilkay hat man das gemerkt", sagte Joachim Löw. "Er muss da jetzt durch. Ich hoffe, dass er das kann."

Pfiffe gegen Gündogan – Löw stinksauer

Der Bundestrainer macht sich wegen der anstehenden WM noch keine Sorgen - trotz der alles andere als ideal verlaufenen Vorbereitung: "Wir sind noch nicht bei 100 Prozent und brauchen in der Woche noch ein paar Einheiten. Wenn es aber losgeht sind wir fast immer gut gestartet und so wird es auch am kommenden Sonntag sein", sagte Löw.

Es gab auch Lichtblicke

Immerhin ist nicht alles schlecht im Team des Weltmeisters. Manuel Neuer, der gegen die Saudis wie abgesprochen nur eine Halbzeit spielte, wirkte hellwach und stark verbessert im Spiel mit dem Ball.

Marco Reus brillierte als Özil-Ersatz im Zentrum – mal als Spielmacher, mal als hängende Spitze. Im Sturm zeigte Timo Werner mit Abstrichen, was ihn auszeichnet: Torgefahr und Schnelligkeit.(STIMMEN zum Spiel)

Pfiffe gegen Gündogan: Das sagen die Kollegen

"Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir uns steigern werden", sagte Reus und auch Julian Brandt versprach, dass die Mannschaft "zum richtigen Zeitpunkt gegen Mexiko WM-reif" sein werde.

 Drei Tage hat der DFB-Tross nun frei, ehe sich die Nationalmannschaft am Dienstagvormittag in Frankfurt trifft. Um 13 Uhr fliegt die Löw-Elf dann nach Moskau.

Die aktuellen Sorgen sind dann hoffentlich nicht mit im Gepäck.

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