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Russland befürchtet ein Hooligan-Problem bei der WM © imago
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Islamischer Terror und Hooligan-Gewalt: Das Thema Sicherheit steht auch bei der WM in Russland im Blickpunkt. Der Gastgeber verspricht ein ruhiges Turnier.

Cristiano Ronaldo kniet blutend auf dem Boden, neben Lionel Messi steckt eine IS-Fahne im Staub: Mit drastischen Fotomontagen schlug die Terrormiliz Islamischer Staat im Oktober 2017 den Bogen zur Fußball-WM und kündigte großspurig "keine Sicherheit" für das Turnier an.

Der Aufschrei war groß, die Sorgen waren es ebenfalls. Schließlich gilt Russland durch seine Hooligans ohnehin nicht als sicherstes Reiseziel des Sommers. Der Gastgeber verspricht dennoch, alles im Griff zu haben.    

"Ich kann Ihnen versichern, dass wir im Vorfeld alle denkbaren Aspekte in Betracht gezogen und alle möglichen Bedrohungen thematisiert haben", sagte WM-Organisationschef Alexej Sorokin und versprach den Fans für die kommenden Wochen die "richtige Balance zwischen Sicherheit und Freiheit".

Putin will sich keine Blöße geben

Immerhin: Auch vor den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi und dem Confed Cup 2017 hatte es Befürchtungen gegeben, am Ende gab es kaum Probleme - ganz im Sinne des Staatspräsidenten Wladimir Putin, der sich keine Blöße geben will.    

Die Herausforderungen bei der WM sind dennoch gewaltig. Wegen der Beteiligung an den Kriegen im Irak und in Syrien steht Russland im Fokus des IS, der im Nordkaukasus durchaus aktiv ist. Die Bild-Zeitung berichtete zuletzt von einem internen Papier des Bundeskriminalamtes (BKA), in dem von einer hohen Gefährdung für die WM die Rede sei.

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Immer wieder Anschläge

In der Vergangenheit war es immer wieder zu Anschlägen gekommen. Am Flughafen Moskau-Domodedowo starben im Januar 2011 37, in St. Petersburg im April 2017 16 Menschen. Russland versichert, Herr der Lage zu sein.     

"Die durchgeführten Maßnahmen sind beispiellos und wurden seit langer Zeit geplant. Sie basieren auf unseren Erfahrungen mit solchen Großereignissen, ebenso aber haben wir uns auch internationale Erfahrungen angesehen", sagte Alexej Lawritschew, der zuständige Einsatzleiter des Geheimdienstes FSB.    

Diese "beispiellosen" Maßnahmen sind jedenfalls gewaltig: Bis zum 25. Juli ist in den Häfen nahe der elf WM-Städte beispielsweise die Einfuhr potentiell gefährlicher Waren untersagt.

Die Flugverbotszonen wurden erweitert, vor allem rund um die Stadien, aber auch für Hotels und Trainingsstätten der 32 Teams.

Das Verteidigungsministerium hat Anti-Drohnen-Systeme eingerichtet, die zum Teil schon in Syrien eingesetzt wurden. Störsender sollen dafür sorgen, dass keine Bomben per Drohne auf die Stadien geworfen werden können. Für den Fall der Fälle steht das Militär bereit.    

"Bedrohung ist ernst zu nehmen"

"Die terroristische Bedrohung ist ernst zu nehmen. Aber wenn wir jetzt anfangen, unser aller Leben umzustellen, machen wir genau das, was die Terroristen erreichen wollen. Dann haben wir verloren", sagte der deutsche FIFA-Sicherheitschef Helmut Spahn: "Die Sicherheitsbehörden, mit denen ich spreche, nehmen diese neue Form des Terrorismus sehr ernst, raten aber auch in der Sache zu keiner Überreaktion."    

FIFA-Präsident Gianni Infantino sprach den russischen Behörden wenige Tage vor Turnierbeginn sein volles Vertrauen aus. "Jeder Fan, der nach Russland kommt, wird in einer sicheren Umgebung willkommen geheißen. Wenn jemand nach Russland kommen will, um Ärger zu machen, sollte er besser zu Hause bleiben", sagte der Schweizer.    

Das zweite mögliche Problem stellen die Hooligans dar, einzelne Gruppen haben bereits vollmundig ein "Festival der Gewalt" angekündigt. Noch immer in Erinnerung sind die Angriffe russischer Gewalttäter bei der EM 2016 in Frankreich, als es zu Straßenschlachten in Marseille gekommen waren.

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