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WM 2018 Polen Lewandowski und Boateng
Boateng (l.) freut sich über Polens Niederlage, aber nicht wegen Lewandowski © SPORT1-Grafik: Getty Images
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München und Moskau - Robert Lewandowski verpatzt mit Polen den WM-Auftakt, auch weil der Bayern-Star in einem wichtigen Spiel abermals unsichtbar ist. Dafür sorgen aber andere für Aufsehen.

In einer Gruppe mit Senegal, Japan und Kolumbien rechneten sich die Polen durchaus gute Achtelfinal-Chancen aus.

Auch weil man mit Robert Lewandowski vermeintlich einen der besten Stürmer der Welt in seinen Reihen hat. 

Nach der Auftaktpartie gegen Senegal, welche die Elf von Adam Nawalka verdient mit 1:2 (0:1) verlor, stehen die Polen vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Kolumbien, die ihren WM-Auftakt ebenfalls verpatzten, schon gehörig unter Druck. (Die Tabelle der Gruppe H)

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Lewandowski selbst blickte nach dem Abpfiff säuerlich hoch zur Anzeigetafel, erst beim tröstenden Kuss seiner Frau Anna zwang er sich doch zu einem Lächeln. 

Der immer noch formschwache Stürmerstar vom FC Bayern war zuvor 94 Minuten beinahe unsichtbar gewesen, ausgeschaltet, wirkungslos. Er hatte nicht verhindert, was da im Moskauer Spartak-Stadion aufleuchtete - Polen gegen Senegal: 1:2. (LIVETICKER zum Nachlesen

"So etwas darf bei einer WM nicht passieren. Wir haben Geschenke verteilt", zeigte er sich nach Spielende dementsprechend enttäuscht.

Lewandowskis Arbeitsnachweis? Null Tore, null Vorlagen, zwei Torschüsse. 26 Ballkontakte, 35 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 13 angekommene Pässe. 

Lewy-Torchance? Einzig ein Freistoß wird gefährlich

Einzig sein Freistoß kurz nach der Pause, den Senegals Keeper Khadim N'Diaye sehenswert abwehrte, darf man als Torchance werten. Lewandowski muss sich den Vorwurf gefallen lassen, in wichtigen Spielen abermals nicht geliefert zu haben. 

Zuletzt agierte der 29-Jährige auch im Verein im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid ähnlich blass. Diese Auftritte brachten ihn ins Kreuzfeuer der Kritik - nicht nur von Seiten der Bayern-Fans. 

Nun ruhten vor dem WM-Auftakt die Hoffnungen einer ganzen Nation auf dem stürmenden Kapitän der "Biale Orly", der weißen Adler. Lewandoski konnte sie nicht erfüllen. Ob ihn das ganze Wechseltheater letztlich doch zu sehr belastet? 

Sein Berater Pini Zahavi hatte vor einigen Wochen angekündigt, dass Lewy den FC Bayern verlassen wolle und eine neue Herausforderung suche. Dies habe man dem Verein bereits mitgeteilt. Beim WM-Auftakt blieb er den Beweis schuldig, dass er absolutes Weltklasse-Niveau hat. 

Berater und Boateng sorgen für zusätzlichen Wirbel

Zu allem Überfluss sorgte Maik Barthel, Lewandowskis deutscher Berater, in den sozialen Netzwerken derweil für Aufsehen. "Hallo #POL!!! Looks like @DFB-Team Style #comeone", twitterte er. Frei übersetzt bedeutet das so viel wie "Hallo Polen, ihr spielt ja genauso schlecht wie das DFB-Team. Strengt euch mal an." (Alle Ergebnisse im Überblick)

Auch ein Tweet von Jerome Boateng sorgte für Verwunderung. Lewandowskis Teamkollege in München freute sich auf Twitter mit den siegreichen Senegalesen und seinem Freund Alex. Kein Satz oder aufmunternde Worte für Lewy. 

Als Spitze gegen Lewandowski wollte Boateng seinen Tweet aber nicht verstanden wissen, erklärte wenige Stunden später: "Mein bester Freund Alex hat Wurzeln im Senegal, und ich war schon oft mit ihm dort. Deshalb habe ich sie angefeuert. Das hat nichts mit Lewy zu tun, natürlich wünsche ich ihm alles Gute."

Was Lewandowski betrifft: Zusammengefasst kann man sagen, dass sich vermutlich alle Beteiligten vom polnischen WM-Auftakt deutlich mehr erwartet hatten.

Lewandowki, der sich sportlich positionieren wollte. Die Berater, die hofften, er könne seinen Marktwert nochmals steigern. Und vor allem die Polen, die darauf gesetzt hatten, Lewy würde sie ins Achtelfinale ballern. Stattdessen droht nun das Vorrunden-Aus.

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