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Lille - Die deutschen Fußballerinnen machen sich bereit für das wegweisende Spanien-Spiel - kurz zuvor löst sich das Rätsel um DFB-Spielmacherin Dzsenifer Marozsán.

Videospiele zocken, die WM-Konkurrenz im TV beobachten - und im Eiltempo die Akkus für das Schlüsselspiel gegen Spanien aufladen: Angekommen in Lille hatten die deutschen Fußballerinnen ihren Stotterstart gegen China aufgearbeitet.

Aber die bleibende Sorge um Spielmacherin Dzsenifer Marozsán, die am Pfingstmontag beim Mannschaftstraining fehlte und stattdessen individuell im Kraftraum des Stadions "Lille Metropole" arbeitete, passte zum trüben Regenwetter im Nordosten Frankreichs.

Zum genauen Ausmaß der Blessur am linken Fuß der Edeltechnikerin wollte Co-Trainer Patrik Grolimund von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg am Montag nichts sagen - und schürte mit seiner Geheimniskrämerei die Spekulationen rund um die Olympiasiegerin. (Frauen-WM: Deutschland - Spanien, Mittwoch 18 Uhr im LIVETICKER)

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Marozsán fällt für Vorrunde aus

Diese gingen am Dienstagmorgen weiter: Nachdem es zunächst hieß, dass Marozsán wegen einer Fußprellung nur gegen Spanien ausfällt, schuf Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg bei einer Pressekonferenz aber Klarheit: "Die Diagnose steht fest - sie hat einen Zehenbruch, so dass wir in der Vorrunde sicher nicht mehr auf Dzseni zurückgreifen können."

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Wir werden versuchen, sie bei der WM wieder auf den Platz zu bringen, aber eine Prognose können wir nicht abgeben", sagte Voss-Tecklenburg weiter.

Die 27-Jährige vom Champions-League-Sieger Olympique Lyon hatte im Auftaktspiel gegen China (1:0) am vergangenen Samstag einen Schlag auf den linken Fuß erlitten und trotz der Fraktur an der mittleren Zehe durchgespielt.

Spanien-Auftaktsieg lange analysiert

Nach sechs Tagen in einem idyllischen Golfressort in Bruz nahe Rennes musste sich die DFB-Auswahl aber auch atmosphärisch gehörig umstellen.

Zu Beginn der zweiten WM-Woche hieß es in der Großstadt nahe der belgischen Grenze nämlich: Bonjour tristesse! Denn das Mercure-Hotel im Norden der Stadt bot dem zweimaligen Weltmeister direkt an der Autobahn gelegen einen vergleichsweise traurigen An- und Ausblick.

Umso leichter fiel aber die Regeneration und die Konzentration auf das Wesentliche. Nach der dreieinhalbstündigen Zugfahrt am Sonntag von Rennes nach Lille wurde der Auftaktsieg der Spanierinnen gegen Südafrika (3:1) vom Trainerstab "bis tief in die Nacht" analysiert, so Grolimund.

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"Sie haben eine hohe spielerische Qualität und suchen schnell den Abschluss", bilanzierte der Coach, den Voss-Tecklenburg von ihrer Arbeit als Nationaltrainerin der Schweiz mit zum DFB gebracht hatte. Er forderte: "Sie offenbaren Räume, die wir nutzen müssen. Wir müssen uns überhaupt nicht verstecken, unsere Stärken einbringen und es ihnen schwer machen."

DFB-Frauen wollen sich gegen Spanien steigern

Die Spielerinnen gelobten unisono Besserung. Weniger "einfache Ballverluste", mehr "Geduld im Spielaufbau", bessere "Torchancen erspielen und nutzen" - Verteidigerin Kathrin Hendrich hatte bei der gemeinsamen Analyse des Auftaktspiels gut aufgepasst. "Es gibt noch viel Potenzial, wir werden es sicherlich besser machen", versprach die 27-Jährige von Bayern München.

Klar ist: Holt die DFB-Auswahl in Valenciennes die nächsten drei Punkte, wäre das ein riesengroßer Schritt in Richtung Gruppensieg - und der ist mit Blick auf den Turnierbaum von immenser Bedeutung.

Als Gruppenzweiter käme es nämlich schon im Achtelfinale zum Duell mit dem Sieger der Staffel F - der Gruppe mit Titelverteidiger, Topfavorit und Angstgegner USA.

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