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Eddie Nketiah (r.) war mit der Leistung seines Teams unzufrieden
Eddie Nketiah (r.) war mit der Leistung seines Teams unzufrieden © Imago
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Nach zwei Niederlagen steht die Star-Elf der englischen U21 vor einem peinlichen EM-Aus. Die britische Presse will den Verantwortlichen schon ausgemacht haben.

Englands hochgepriesenem Nachwuchs droht ein peinliches Ende der U21-EM.

Nach einer Auftaktpleite gegen die Schweiz (0:1) und der darauffolgenden Niederlage gegen Portugal (0:2) muss am letzten Gruppenspieltag heute schon einiges für die "Young Three Lions" laufen, damit sie in der Gruppe D noch den Sprung ins Viertelfinale schaffen.

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Heißt konkret: Ein eigener Sieg mit mindestens zwei Toren Differenz gegen Kroatien (U21-EM: Kroatien - England ab 18 Uhr im LIVETICKER) ist Grundvoraussetzung, dazu muss Portugal im Parallelspiel gegen die Schweiz gewinnen. (Die Tabellen der U21-EM)

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Die Ansprüche waren ganz andere - wenn man bedenkt, dass die erste Elf der englischen U21 beim Spiel gegen die Schweiz einen kombinierten Marktwert von 184 Millionen Euro hatte.

Gegen Portugal hatte England keinen einzigen Torschuss

Allein Chelsea-Spieler Callum Hudson-Odoi und Everton-Verteidiger Ben Godrey kommen zusammen auf einen Marktwert von 60 Millionen Euro. Die gesamte Elf der Schweiz wird auf nur rund 22 Millionen Euro beziffert.

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Trotzdem traten die Engländer in beiden Spielen erschreckend schwach auf. Bei der 0:2-Niederlage gegen Portugal verzeichnete England während des gesamten Spiels keinen einzigen (!) Torschuss.

Wie kann es dazu kommen, dass sich einer der Mitfavoriten derart schwach präsentiert und in den ersten beiden Gruppenspielen kein einziges Tor erzielt?

Boothroyd: U21-Cheftrainer zu sein ist ein "unmöglicher Job"

In England wurde für das Versagen schnell ein Schuldiger gefunden: U21-Trainer Aidy Boothroyd.

"Ich denke, der Trainer muss einen großen Teil der Schuld und Verantwortung übernehmen. Es geht nicht nur darum, Spiele zu verlieren, sondern auch um die Art und Weise, wie sie verloren gehen", nahm Ex-Profi Danny Murphy bei talkSPORT den englischen Auswahlcoach unter Beschuss.

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Für viele Spieler sei die Abstellung zur U21 laut Murphy "eine Strafe“ und weniger eine "Chance, sich für die A-Nationalmannschaft zu empfehlen".

Boothroyd wollte diese Kritik nicht auf sich sitzen lassen. Cheftrainer der U21 zu sein, sei laut ihm zufolge ein "unmöglicher Job".

Aidy Boothroyd bekommt aktuell viel Gegenwind zu spüren
Aidy Boothroyd bekommt aktuell viel Gegenwind zu spüren © Imago

Eddie Nketiah überragte in der EM-Quali

"Es gibt einen Grund, warum wir seit 37 Jahren nichts mehr gewonnen haben und warum wir nicht so weit gekommen sind, wie wir dachten. Unser primäres Ziel ist es, Spieler für Gareth Southgate zu entwickeln", erklärte er am Dienstag.

"Könnten Sie sich vorstellen, dass ein Trainer einer Reservemannschaft an die Tür eines leitenden Managers eines Vereins klopft und sagt: 'Hören Sie, Chef, ich denke, Sie sollten mir heute den besten Spieler überlassen, um die Reservemeisterschaft zu gewinnen?' Das würde einfach nicht passieren."

Dass ein Spieler wie Phil Foden mittlerweile bei der A-Nationalmannschaft und nicht mehr bei der U21 zum Einsatz kommt, ist als Begründung für das Scheitern aber sicherlich nicht ausreichend.

In der EM-Qualifikation hatte die englische U21 mit 34 Toren eine der besten Offensiven überhaupt, Eddie Nketiah war mit 13 erzielten Treffern sogar der beste Torschütze auf gesamter U21-Ebene. (Spielplan und Ergebnisse der U21-EM)

Chelsea-Legende wird als möglicher Nachfolger gehandelt

Nach der enttäuschenden Pleite gegen Portugal zeigte sich auch der Stürmer ernüchtert: "Es ist eine Mischung aus verschiedenen Dingen. Der Fußball läuft nicht immer so, wie man will. Es waren zwei Spiele, in denen wir wahrscheinlich nicht so gut waren."

Allein am Trainer liege die Misere aber nicht. "Wir sind alle daran schuld. Wir hatten alle schlampige Momente im Spiel und es geht nun darum, das auszumerzen und das Beste aus unseren Fähigkeiten zu machen."

Derweil wird in der englischen Presse schon über potenzielle Nachfolger von Boothroyd spekuliert.

Laut der Daily Mail zählt Frank Lampard zu den möglichen Kandidaten. Die britische Zeitung berichtet, dass der Vertrag mit dem 50 Jahre alten Boothroyd nicht verlängert werde und der englische Fußballverband nach dem Turnier mit der Suche nach einem Ersatz beginnen wolle.

Frank Lampard wurde beim FC Chelsea Ende Januar entlassen. Die Chelsea-Legende kam für die englische A-Nationalmannschaft insgesamt 106 Mal zum Einsatz.

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