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Deutschland zittert sich zu einem Sieg gegen die Ukraine. Matthias Ginter gibt sich selbstkritisch, Bundestrainer Joachim Löw sieht auch viel Positives. Stimmen.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat im siebten Anlauf den ersten Sieg in der Nations League gefeiert. Der Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw gelang in Kiew ein 2:1 (1:0)-Erfolg gegen die Ukraine

Matthias Ginter (20.) und Leon Goretzka (49.) erzielten die Tore für das DFB-Team, Ruslan Malinowski (76., Foulelfmeter) verkürzte. Das nächste Nations-League-Spiel steht am Dienstag (20.45 Uhr/ARD) in Köln gegen die Schweiz auf dem Programm.

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SPORT1 fasst die Stimmen von der ARD und der Pressekonferenz zusammen: (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

MATTHIAS GINTER (Spieler Deutschland):

Auf die Frage, wie die deutsche Leistung einzuordnen sei:

"Es geht so. Wir sind froh, dass wir gewonnen haben. Es war wichtig, uns helfen nur Siege. Aber wir haben nicht die Sterne vom Himmel gespielt. Wir kriegen das 1:2, dann wird es wieder eng hinten. Es war nicht das beste Spiel von uns." (Die Nationalmannschaft in der Einzelkritik)

Warum die breite Brust fehlt, was dann zu so vielen Fehler führt:

„Wir hatte in der ersten Halbzeit viele Ballverluste und einfache Fehler. Wir wussten, das die Ukraine gut kontert, solche Fehler in dieser Häufigkeit kommen bei einer deutschen Nationalmannschaft eigentlich nicht so häufig vor." (Ergebnisse und Spielplan der Nations League)

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SERGE GNABRY (Spieler Deutschland):

Ob der deutsche Auftritt nur ein einfacher Sieg sei oder ein echter Fortschritt:

"Beides. Wir haben es heute mal geschafft, das Spiel über die Runden zu bringen, wir hätten es auch schon vorher entscheiden können. Die Ukraine hat die Räume eng gemacht, wir hatten das Spiel die ganze Zeit unter Kontrolle, mussten es aber eigentlich eher beenden." (Die Tabellen der Nations League)

Warum das Selbstbewusstsein der Bayern-Spieler nicht aufs DFB-Team übertragbar ist:

"Weil es nicht die gleiche Mannschaft ist. Auch mehr Kraft in der Offensiver schadet nie. Da fällt es uns leichter zu kombinieren."

JOACHIM LÖW (Bundestrainer): 

Zu seinem Fazit zum Spiel:

"Ich bin zufrieden, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wir hätten schon vor dem Gegentor 3:0 oder 4:0 führen können. Der Elfmeter war unnötig,  da muss Süle besser dabei sein und den Ukrainer begleiten. Aus dem Spiel heraus haben wir den Ukrainern kaum eine Torchance zugestanden. In manchen Phasen haben wir die Bälle zu einfach hergegeben, der Gegner war ja auch müde gelaufen, gerade in der Schlussphase hätten wir da mehr Konter fahren können. Wichtig war aber, dass wir in der Defensive sehr stabil standen und kaum Chancen zugelassen haben. Siege sind der Klebstoff für das, was eine Mannschaft ausmacht. Sie geben Selbstvertrauen. Siege sind wichtig, auch für eine breite Brust Richtung EM."

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Wie die Startelf für die Schweiz aussieht?

"Es ist wichtig, dass sich die Mannschaft einspielt. Die Mannschaft, die heute gespielt hat, war über zehn Monate nicht zusammen. Ich werde bei der Startaufstellung nicht viel ändern, wenn alle fit sind."

BASTIAN SCHWEINSTEIGER (Ex-Nationalspieler und TV-Experte): 

Wie er den deutschen Auftritt bewertet:  

"Das Ergebnis ist verdient, die Spielweise war in Ordnung. Aber es gibt noch einiges zu verbessern, gerade mit Blick auf die Chancenverwertung. Man hätte das Spiel schneller für sich entscheiden können. Da waren zu viele einfache Ballverluste, das kann tödlich sein."

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Warum es im deutschen Spiel zur Häufung dieser Fehler kommt?

"Das hat etwas mit Automatismen zu tun. Man muss vielleicht einfach häufiger mit der gleichen Mannschaft spielen. Ich vermisse manchmal die Aktivität der Innenverteidiger mit dem Ball. Da können wir uns verbessern, um die Mittelfeldspieler und Stürmer besser ins Spiels zu bringen."

Muss demnach wieder ein Stamm von 12, 13er Spielern her?

"Die gleiche Formation würde dieser Mannschaft sicherlich guttun, man kann nicht wieder zu viele Spieler austauschen. Man braucht eine gewisse Achse auf dem Platz. Dann gibt es diese Automatismen, und dann wird das Spiel auch wieder einfacher. Wir hätten heute nicht fünf Verteidiger gebraucht. Da hat man noch Spielraum, sich das Leben einfacher zu machen. Auch das Spiel mit Ball kann man einfacher spielen – manchmal haben sich Kimmich und Kroos vielleicht auch zu sehr fallen gelassen. Deshalb war es gut, dass Ginter dann mehr nach vorne gegangen ist."

Zur System- und Hierarchie-Frage: 

"Es ist schön und gut, dass der Bundestrainer verschiedene Systeme testen will. Aber wenn es auf eine Europameisterschaft geht, will eine Mannschaft wissen, wie sie genau spielt. Die Wortführer in der Mannschaft sind Kimmich und Neuer. Ich würde mir in der Verteidigung noch mehr Stimmen wünschen - Leute die Kommandos geben."

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