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Udine - Deutschland verliert gegen Spanien nach schwacher Anfangsphase das Finale der U21-EM und verpasst die Titelverteidigung. SPORT1 hat die Stimmen zum Spiel.

Die deutsche U21 hat bei der EM die erfolgreiche Titelverteidigung verpasst. Im Finale unterlag das Team von Stefan Kuntz Spanien mit 1:2. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Fabian Ruiz brachte das Team der Iberer früh in Führung, Dani Olmo sorgte 20 Minuten vor dem Ende für das 0:2 aus deutscher Sicht. Vorausgegangen war ein Patzer von DFB-Torwart Alexander Nübel. Nadiem Amiris Anschlusstreffer kam zu spät. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan)

(UEFA U21-Europameisterschaft, Finale: Highlights Spanien - Deutschland, ab 23.30 Uhr auf SPORT1 im Free-TV)

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Strittig war ein Foul des spanischen Kapitäns Jesús Vallejo an Luca Waldschmidt, für das der Schiedsrichter auch nach Überprüfung des Videoassistenten nur die Gelbe Karte zeigte.

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SPORT1 hat die Stimmen von ARD und aus der Mixed Zone.

Stefan Kuntz (Trainer Deutschland): "Die Art und Weise, dass wir nicht aufgegeben haben, stand der Mannschaft gut zu Gesicht. Fairerweise muss man sagen, dass wir in der ersten Halbzeit keinen Zugriff bekommen haben. Sie haben auf einer Seite drei Spieler gehabt, wir haben da nicht gut durchgeschoben. In der Halbzeit konnten wir das abstellen. Dann hatten wir das Spiel im Griff. Genau zum falschen Zeitpunkt kam das 0:2. Aber sie haben sich nicht hängen lassen. Sie wollten Abschlüsse generieren. Am Schluss hat dann das Glück gefehlt. Man muss Spanien gratulieren. Sie sind verdienter Europameister, wenn man das ganze Turnier sieht. Aber: Wir können hier mit ganz breiter Brust herausgehen, wenn ich sehe, was die Jungs für Entwicklungen gemacht haben. Hut ab, da kann man als Trainer nur stolz sein."

… über seine Worte an die Mannschaft nach dem Spiel: "Unser Motto hieß: Den nächsten Schritt gehen. Es gibt soviele Spieler, die in diesem Turnier viele Schritte gegangen sind. Das hilft zwar im ersten Trost nicht, aber wir haben gesagt, dass wir stolz auf sie sind und dass sie viel für die Nationalmannschaft getan haben. Es war ein Abschluss, so kommen wir leider nicht mehr zusammen. Da ist natürlich auch ein bisschen Wehmut dabei. Aber wir können sagen, dass das eine tolle U21 ist. 

... über den Patzer von Alexander Nübel: "Das gehört beim Torhüter dazu. Er hat uns in Finale gebracht. Wenn er jetzt eine Karriere wie Oliver Kahn macht, hat der Fehler hier auch seinen Zweck erfüllt."

... über seine persönliche Zukunft: "Ich bin durch. Ich brauche jetzt erst einmal ein bisschen Erholung mit der Familie. Ich will Freunde besuchen, alles machen, was sonst ein bisschen zu kurz kommt, Garten, Motorradfahren, in die Sonne fahren, das, was eigentlich jeder machen würde, wenn er Urlaub hätte.  

... über einen Abschluss mit seiner Mannschaft: "Wir treffen uns jetzt erst einmal im Hotel und laden alle Familienangehörige und Freunde ein. Unser Präsidium ist da und dann lassen wir das ganz gemütlich ausklingen. Morgen Abend ist dann jeder wieder im Kreise seiner Familien oder im Urlaub."

Jonathan Tah (Deutschland): "Klar ist das jetzt enttäuschend, aber es geht weiter. Wir konnten viel mitnehmen aus dem Turnier, auch wenn wir es nicht gewonnen haben. Dennoch ist die Enttäuschung groß."

auf die Frage, ob der Mannschaft Courage fehlte: "Das hatte nichts mit fehlender Courage zu tun. Vielleicht haben wir uns am Anfang etwas verunsichern lassen, weil die Spanier viel Ballbesitz hatten. Aber jeder kann sagen, dass er alles hier hineingehauen hat."

 … über die Auswirkung des frühen Rückstandes: Die haben den Ball gut laufen lassen. Es war dann schwer, hinterherzukommen. Wir haben trotzdem bis zum Ende alles gegeben, aber es leider nicht mehr geschafft."

Nadiem Amiri (Deutschland): "Es tut weh. Mehr kann man dazu nicht sagen. Heute war mehr drin. Die Spanier haben es einen Tick besser gemacht und haben es verdient. In der ersten Halbzeit haben wir keinen Zugriff bekommen. Die zweite Halbzeit war super von uns, wir haben gut attackiert, gut gespielt. In so einem Finale muss man aber zwei gute Halbzeiten spielen.

... über seinen Treffer zum 1:2: "Man hat gesehen und gehört, dass alle nocheinmal Kraft bekommen haben."

Luca Waldschmidt (EM-Torschützenkönig): "Die individuelle Auszeichnung zählt nicht - wir wollten den großen Pokal holen, deshalb kann ich mich über den Pokal für den besten Torschützen wenig freuen. Das bringt mir und dem Team am Ende nichts. Ich bin stolz darauf, keine Frage. Die Trophäe bekommt auch einen Ehrenplatz bei mir zu Hause, aber der große Titel wäre mir lieber geworden."

Florian Neuhaus (Deutschland): "In der Kabine war es gerade sehr ruhig - so ruhig wie es eben nach einer Finalniederlage ist. Jeder von uns ist enttäuscht und traurig. Es ist ein sehr bitterer Abend für uns alle. Es war eine sehr schöne Zeit bei der U21, die für mich hier zu Ende geht."

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... über seine Verletzung: "Ich bin dankbar und glücklich, dass ich in dem Turnier noch spielen konnte. Mit meiner Verletzung hatte keiner mehr richtig mit einen Einsatz von mir gerechnet. Ich finde, ich habe einen ganz guten Eindruck hinterlassen."

Joachim Löw (Bundestrainer Deutschland): "Unsere Mannschaft hat gegen die starken Spanier eine gute Einstellung gezeigt und bis zum Schluss gekämpft. Auch wenn es am Ende nicht für den Titel reichte, hat die Mannschaft ein tolles Turnier gespielt und eine sehr gute Visitenkarte abgegeben. Das gilt auch für Stefan Kuntz, der einen super Job gemacht hat. Er hält eine sehr gute Ansprache und hat ein sehr gutes Verhältnis zu den Spielern. Das Team hat viel von dem gezeigt, das wir auch sehen wollen. Große Spielfreude, viel Disziplin, Ordnung, und sie haben auch Widerstände überbrückt."

Luis de la Fuente (Trainer Spanien): "Meine Mannschaft ist so talentiert, sie sind keine "normalen" Fußballer - sie sind so viel mehr als das. Sie haben alles, was sie brauchen, um auf höchstem Level zu triumphieren, sowohl bei ihren Klubs als auch in der Nationalmannschaft."

... auf die Frage, ob seine Spieler an die Generation von Xavi und Iniesta anknüpfen könnten: "Diese Spieler haben die Chance verdient, das zu zeigen. Nicht viele Generationen gewinnen eine U19-EM (2015) und danach eine U21-EM und haben danach die Chance, bei Olympia Geschichte zu schreiben."

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