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Sergio Ramos spielt bei den drei WM-Qualifikationsspielen von Spanien nur eine untergeordnete Rolle. Das ruft Verwunderung hervor und könnte zum Problem werden.

Mit 18 Jahren, elf Monaten und 24 Tagen feierte Sergio Ramos sein Debüt für die spanische Nationalmannschaft. Über 16 Jahre ist das nun her. 

Am Montag feierte der der Innenverteidiger - der längst Kapitän der Furia Roja ist - seinen 35. Geburtstag, und am Donnerstag folgte dann beim 3:1-Sieg gegen den Kosovo sein 180. Länderspiel. Eindrucksvoll, doch auch seltsam, denn Ramos saß fast die komplette Spielzeit auf der Bank und durfte nur für vier Minuten auf den Rasen. (NEWS: Absurde TV-Übertragung in Spanien schlägt hohe Wellen)

Schon im WM-Qualifikationsspiel zuvor hatte Ramos in Georgien (2:1) 90 Minuten lang die Bank gedrückt. Zum Start der WM-Quali wurde der Kapitän beim 1:1 gegen Griechenland zur Pause ausgewechselt.

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In Spanien fragen sich viele Fußball-Fans: Warum spielt der Leader nicht mehr regelmäßig für sein Land? Eine Geschichte, die wie ein großes Rätsel wirkt - bei dem es vor allem die letzte Wendung in sich hat. 

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Ramos nicht verletzt: "Ich fühle mich gut"

An einer Verletzung schien es jedenfalls nicht zu liegen. dass Ramos so wenig ran durfte.

"Ich fühle mich gut. Es war eine Entscheidung des Trainers, nicht meine. Das Wichtigste ist, dass ich mich einbringe und meinen Beitrag leiste", sagte Ramos nach der Partie gegen den Kosovo bei TVE

Der Kapitän von Real Madrid versuchte die Situation herunterzuspielen: "Es ist immer wichtig, Spiele zu machen, egal ob es eine Minute oder ein ganzes Spiel ist. Ich konzentriere mich darauf, gut zu spielen und mein Bestes zu geben, mit der Zukunft hat das nichts zu tun."

Doch hat der Verteidiger überhaupt eine Zukunft in der Nationalmannschaft? Oder anders gefragt: Warum sollte Ramos bei der kommenden EM Stammspieler sein, wenn ihn sein Trainer bei den wichtigen WM-Qualifikationsspielen kaum berücksichtigt? 

"Alles, was mit mir passiert, wird aus dem Zusammenhang gerissen. Die Realität ist eine andere und der Trainer hat es bereits erklärt", sprach Ramos in Rätseln. Doch was hatte Trainer Luis Enrique denn überhaupt erklärt? 

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Enrique: "Es ist viel einfacher, als Sie denken"

"Es ist viel einfacher, als Sie denken. Die Einstellung von Ramos ist wie immer lobenswert. Leader sind in der Lage, in jeder Situation ins Spiel zu kommen. Sergio geht es gut, er kommt von einer Verletzung und hat sich sehr schnell erholt", sagte Enrique nach dem Sieg gegen den Kosovo. 

Wenn er sich so schnell erholt hat, dann fragt sich, warum Ramos in zwei aufeinanderfolgenden Spielen des Nationalteams nicht in der Startelf gestanden hat. Ein Umstand, den es seit seinem Debüt im Jahr 2005 nie gegeben hat. 

Die Marca glaubt, dass es sich um eine Frage persönlicher Wertschätzung handelt - eine Entscheidung gegen Ramos und für Inigo Martínez. Enrique sei also der Meinung, dass der 29-Jährige von Athletic Bilbao derzeit einfach der bessere Innenverteidiger ist. 

Schon in Georgien hatte die Abwesenheit von Ramos hohe Wellen geschlagen. Seinerzeit hatte der Verband noch auf die Partie gegen den Kosovo verwiesen. Nach dieser herrscht nun Rätselraten darüber, welche Rolle Ramos bei der Europameisterschaft einnehmen soll. 

Es kommt hinzu, dass die Verantwortlichen von Real Madrid nicht gerade begeistert von der Entwicklung rund um ihren Kapitän bei der Nationalmannschaft sind.

Wenn Ramos schon nicht spielt, dann hätte er schließlich auch in der spanischen Hauptstadt bleiben können, um sein zuletzt lädiertes Knie zu schonen - so die Meinung bei Real. 

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Die nächste Wendung: Ramos nun doch verletzt 

Nun kommt die nächste Wendung - und die hat es in sich: Im Laufe des Donnerstags sickerte durch, dass Ramos eine Wadenverletzung erlitten hat und Real nun im entscheidenen Schlussspurt der Saison fehlen wird. Die Rede ist von vier Wochen Pause. 

Der Abwehrchef der Königlichen wird die La-Liga-Spieler gegen Eibar und den FC Barcelona verpassen und wohl auch beide Viertelfinal-Spiele in der Champions League gegen den FC Liverpool.

Ramos meldete sich am Donnerstag über Instagram zu Wort - und zwar emotional.

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"Die Wahrheit ist, dass ich ein paar harte Wochen hinter mir habe. Ein Eingriff ist immer eine sportliche und emotionale Pause. Zum Glück geht es mir seit ein paar Tagen wieder besser, aber wie im Leben spielt auch im Fußball das Pech eine Rolle", begann er, bevor er erklärte, wie es zu seinem jüngsten Missgeschick kam: 

"Gestern, nach dem Spiel, habe ich auf dem Spielfeld trainiert und ein Zwicken in der linken Wade gespürt. Heute wurde ich getestet und es wurde bestätigt, dass ich eine muskuläre Verletzung habe."

Es soll sich um eine Blessur handeln, die sich Ramos beim Dehnen nach dem Spiel zugezogen hat. Falls dies tatsächlich der Fall ist, dann ist das die nächste irre Wendung. 

So oder so: Es scheint als habe sich Enrique ein Thema mit einer ganzen Menge Zündstoff aufgemacht. Ein Thema, das auch über den Erfolg bei der EM entscheiden könnte. Ausgang komplett ungewiss.

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