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Paul Drux und Silvio Heinevetter spielen in der neuen Saison nicht mehr in einem Team
Paul Drux und Silvio Heinevetter spielen in der neuen Saison nicht mehr in einem Team © Getty Images
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München - Die Handballsaison nimmt für die Füchse Berlin ein bitteres Ende. Paul Drux sieht bei SPORT1 auch einen positiven Aspekt und wirft einen Blick in die Zukunft.

Für die Füchse Berlin ist der Abbruch der HBL besonders bitter.

Durch die Quotientenregelung landete das Team aus der Hauptstadt auf dem sechsten Tabellenplatz und verpasst somit die Europa-Qualifikation, da auch der EHF-Cup abgebrochen wurde. Doch Füchse-Spielmacher Paul Drux kann der außergewöhnlichen Situation durch die Corona-Pandemie auch etwas Positives abgewinnen.

"So schlimm die ganze Situation auch ist - gesellschaftlich und wirtschaftlich natürlich eine Vollkatastrophe - ist es für uns Sportler etwas, was wir uns irgendwo auch gewünscht haben, dass man mal eine Sommerpause hat und wirklich den Kopf frei kriegt und dem Körper Ruhe geben kann", sagte der 25-Jährige im Podcast Corona-Update bei SPORT1

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Der deutsche Nationalspieler selbst hatte an einer Fußverletzung laboriert, die er nun auskurieren konnte. 

Mit Blick auf die Vorbereitung auf die neue Saison stellte Drux allerdings auch klar: Die Motivation, auf etwas hinzutrainieren, falle ohne einen festen Starttermin ein wenig schwerer. 

Drux bedauert fehlenden Heinevetter-Abschied

Die Füchse (Quotient von 129,63 / 35 Pluspunkte, 27 Spiele) standen in der Tabelle ursprünglich vor den Rhein-Neckar Löwen (130,77 / 34 Pluspunkte, 26 Spiele) auf Rang fünf, hatten aber eine Partie mehr absolviert und rutschten durch den Quotienten einen Platz ab.

Für Drux war es dennoch eine zufriedenstellende Saison. "Wir haben einige Aufs und Abs gehabt, haben einige Spiele gewonnen, die wir sonst nie hätten gewinnen können. Dafür haben wir auch leider Spiele verloren, die wir eigentlich hätten gewinnen müssen", erklärte der gebürtige Gummersbacher.

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Und weiter: "Am Ende kräht da kein Hahn mehr nach." Es sei für alle eine ganz schwierige Saison gewesen. Er sei sich sicher, dass sich der THW Kiel über die Meisterschaft freue, aber dass "das auch eine Meisterschaft ist, die keiner so richtig als Meisterschaft sieht, sondern eher, weil es die Sache so hergegeben hat."

Ein besonderer Wermutstropfen aber bleibt: das Ausbleiben eines gebührenden Abschieds für Silvio Heinevetter. Der Keeper verlässt die Hauptstadt nach elf Jahren und wechselt zum Ligakonkurrenten MT Melsungen.

"Es ist super schade. Jedem Spieler gebührt der Respekt und ein ordentlicher Abschied von der Mannschaft und den Zuschauern – am besten natürlich mit einem letzten Heimspiel vor voller Hütte. Er war Ewigkeiten bei den Füchsen. Seitdem ich hier bin, war Silvio Teil des Projekts."

Drux befürwortet Fortführung der DFL und BBL

Während die Spielzeit in der HBL beendet wurde, soll die Saison in der Fußball- und Basketball-Bundesliga mit Geisterspielen fortgesetzt werden. Für Drux eine nachvollziehbare Entscheidung. "Grundsätzlich finde ich das gut. Wenn das wirtschaftlich Sinn macht, dann muss man es probieren", erklärte der Rückraumspieler. 

Beim Fußball sei es existenziell, dass gespielt wird. "Die haben eine ganze andere Etatstruktur als beim Handball. Von daher finde ich, kann man das schwer vergleichen", machte Drux klar. 

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"Es ist schön, wenn man wieder mit der Mannschaft zusammen ist, trainiert und eventuell sogar die Saison fortführen kann." Doch Drux machte auch die Schattenseiten deutlich: "Sicherlich ist es trotzdem komisch, wenn man ohne Zuschauer spielt. Das ist eine ganz andere Atmosphäre, darum beneide ich keinen. Das macht sicherlich deutlich weniger Spaß."

Wenn es dann demnächst Fußball- und Basketballgeisterspiele im TV zu sehen geben sollte, hat Drux eine klare Präferenz. 

"Auf jeden Fall lieber Basketball. Beim Fußball gucke ich mir die Konferenz ab und zu an und bin ab und zu bei Union. Aber für ein Einzelspiel: Da muss schon gar nichts anderes sein, dass ich mir das dann angucke.“

Drux: "Wird ein Hammer-Programm nächstes Jahr"

Hätte Drux die Wahl zwischen der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in diesem Jahr vor leeren Rängen oder Silber vor Publikum in Tokio 2021, fiele seine Wahl auf Gold. Aber: "Die Frage ist natürlich, ob das dann so im Gedächtnis bleibt, wenn man vor leeren Rängen spielen sollte. Ich würde wahrscheinlich trotzdem die Goldmedaille nehmen."

2016 war der Füchse-Profi in Rio dabei. "Als man nach Hause gefahren ist, war das Erste, was man gedacht hat: 'Da will ich nochmal hin und nochmal dabei sein'", erinnerte er sich. Das sei das übergeordnete Ziel und helfe einem auch aus kleinen Motivationslöchern heraus.

Mit Blick auf die Verschiebung der Olympischen Spiele auf 2021 stellte Drux aber auch fest: "Man muss erstmal sehen, wie das mit den Spielplänen funktioniert. Das wird ein Hammer-Programm nächstes Jahr. Das wird noch einmal enger."

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