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Dagur Sigurdsson trainiert seit August 2014 die deutsche Nationalmannschaft
Dagur Sigurdsson trainiert seit August 2014 die deutsche Nationalmannschaft © imago
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Reykjavik und München - Das DHB-Team will in den Länderspielen gegen Island Selbstvertrauen tanken. Doch Verletzungssorgen stören die Vorbereitung.

Dagur Sigurdsson empfing die deutschen Handballer am Freitag in Frankfurt mit einer klaren Botschaft.

"Siege sind die beste Vorbereitung", sagte der Bundestrainer mit Blick auf die beiden Länderspiele am Sonntag und Montag in Reykjavik gegen Gastgeber Island.

Mit zwei Erfolgen beim EM-Fünften will die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) Selbstvertrauen für die bevorstehende WM in Katar (15. Januar bis 1. Februar) tanken.

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Fokus auf Abwehr und Jugend

Sigurdsson wird die Spiele gegen sein Heimatland aber auch für einige Experimente nutzen, der Coach hat sich noch nicht auf seinen 16 Spieler umfassenden WM-Kader festgelegt.

"Wir müssen noch den Feinschliff bekommen", sagte Kapitän Uwe Gensheimer von den Rhein-Neckar Löwen.

Bei der Zusammenstellung seines vorläufigen WM-Kaders hat Sigurdsson den Fokus auf die Abwehr gelegt und auf die Jugend gesetzt.

In Paul Drux (19/Berlin), Andreas Wolff (23/Wetzlar), Matthias Musche (22/Magdeburg), Jens Schöngarth (26/Lübbecke), Erik Schmidt (21/Ludwigshafen-Friesenheim) und Simon Ernst (20/Gummersbach) nominierte der Bundestrainer zahlreiche international unerfahrene DKB-HBL-Spieler.

"Ich traue diesen Jungs das absolut zu", sagt Sigurdsson: "Wir werden sie schnell einbauen und ihnen klare Aufgaben geben. Dass sie es können, haben sie öfter als genug in der Bundesliga gezeigt. Die Jungs sind bereit für die WM."

Die deutsche Nationalmannschaft kurz vor dem Abflug:

Fast schon traditionell störten aber einige Verletzungssorgen die Vorbereitung des WM-Fünften.

Kurzfristig musste auch noch der Lemgoer Abwehrspezialist und Kreisläufer Hendrik Pekeler aufgrund von Knieproblemen für die Island-Spiele passen.

Comeback bei der Generalprobe?

Sigurdsson hofft aber darauf, dass Pekeler für die WM-Generalproben gegen Tschechien in Stuttgart (9. Januar) und Mannheim (10. Januar) wieder zur Verfügung steht.

Das WM-Aus ereilte im Vorfeld unterdessen schon Steffen Fäth (Wetzlar/Entzündung der Patellasehne), Finn Lemke (Lemgo/Mittelhandbruch) und Sven-Sören Christophersen (Hannover-Burgdorf/Fingerbruch).

Nationalmannschaftsmanager Oliver Roggisch will dies aber nicht als Ausrede gelten lassen und blickt dem Jahreshöhepunkt in Katar optimistisch entgegen.

Auftakt gegen Polen

"Die Mannschaft ist auf dem richtigen Weg und hat sich sehr gut gefunden. Die Vorbereitungsspiele sind extrem wichtig", sagte Ex-Weltmeister Roggisch.

Nach den Spielen gegen Tschechien fliegt die DHB-Auswahl am 13. Januar nach Doha, drei Tage später steht das erste WM-Spiel gegen Polen auf dem Programm.

Gegen den Vizeweltmeister von 2007 hatte das deutsche Team in den Playoffs sein WM-Ticket eigentlich schon verspielt, doch eine Wildcard des Weltverbandes IHF ermöglichte doch noch die Teilnahme in Katar.

Dort sind Dänemark, Russland, Saudi-Arabien und Argentinien die weiteren Gegner in der Vorrunde. Die ersten vier Teams jeder Gruppe erreichen das Achtelfinale.

"Fünf Mannschaften spielen um die vier Plätze", sagte Sigurdsson, der sich aber erst einmal auf die Spiele gegen die kampfstarken Isländer konzentriert: "Es wird spannend, wie wir uns dort schlagen. Es wird schwer, aber wir wollen gewinnen."

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