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Steffen Fäth
Steffen Fäth sorgte gegen Frankreich mit seinem Missgeschick für Irritationen © Getty Images
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Berlin und München - Steffen Fäth betätigt im Nervenkrimi gegen Frankreich versehentlich den Auszeit-Buzzer. Zum Unmut von Didier Dinart wird er dafür aber nicht bestraft.

Lange Zeit führt Deutschland im Spiel gegen Weltmeister Frankreich, muss erst in letzter Sekunde den 25:25-Ausgleich hinnehmen.

Während sich die deutsche Mannschaft nach Abpfiff sichtlich über den verlorenen Punkt ärgerte, haderte Frankreich-Trainer Didier Dinart vor allem mit zwei Szenen in der ersten Halbzeit. Im Mittelpunkt: DHB-Shooter Steffen Fäth.

Gleich zweimal löste ein Buzzer am Spielfeldrand Alarm aus, kündigte eine Spielunterbrechung an. Dumm nur, dass niemand eine Auszeit nehmen wollte. "Beim ersten Mal weiß ich selbst nicht, wer da gedrückt hat. Keine Ahnung", beschrieb Fäth die Situation in der Anfangsphase des Spiels. "Beim zweiten Mal habe ich nach der Harzdose gegriffen und bin aus Versehen draufgekommen", gestand der 28-Jährige immerhin, für die zweite Unterbrechung verantwortlich gewesen zu sein.

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Die Fernsehbilder allerdings legten nahe, dass Fäth auch beim ersten Fehlalarm - wohl versehentlich - an den Knopf gekommen war.

Frankreich werden Siebenmeter verwehrt

Bei dieser Weltmeisterschaft müssen die Trainer eine Auszeit durch Drücken eines am Spielfeldrand stehenden Buzzers anmelden. "Das elektronische Gerät ist mit der Anzeigetafel verbunden und das Drücken des Buzzers stoppt direkt die Zeit. Zusätzlich wird durch ein Audiosignal allen Parteien klar, dass eine Auszeit beantragt wurde", heißt es auf der Webseite des europäischen Handball-Verbandes EHF.

Das Problem daran ist, dass das Betätigen des Buzzers im Angriff des Gegners eigentlich mit einer Gelben Karte und einem Siebenmeter bestraft werden muss. Sprich: Die Franzosen hätten zwei Strafwürfe bekommen und Fäth für sein zweites Vergehen mit einer Zwei-Minuten-Strafe belegt werden müssen, was für Frankreich ein enormer Vorteil gewesen wäre.

Doch zum großen Ärgernis von Dinart ließen die Unparteiischen Gnade vor Recht walten. Der frühere Weltklasse-Verteidiger wütete, schimpfte in Richtung deutscher Bank und klatschte schließlich höhnischen Beifall, als die Buzzer abmontiert wurden und man ihm die altmodische grüne Timeout-Karte reichte.

Fäth geht gegen Serbien auf Sicherheitsabstand

Übeltäter Fäth konnte die ganze Aufregung rund um sein Buzzer-Drücken hingegen nicht nachvollziehen. "Ich muss nur lachen, weil ich nicht wusste, dass das so ein großes Thema war", sagte er tags darauf auf Nachfrage bei einer Presserunde. Dabei ist der Rückraumspieler der Rhein-Neckar Löwen nicht der Erste, dem dieses Missgeschick bei der WM unterlief.

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Im Spiel zwischen Österreich und Chile lehnte sich Tobias Wagner auf seinem Stuhl zurück und touchierte dabei leicht den Buzzer. Von den Schiedsrichtern sah er dafür die Gelbe Karte, einen Strafwurf gab es hingegen nicht.

Auch wenn Fäth mit seinem Fauxpas noch einmal glimpflich davon gekommen ist, will er im abschließenden Gruppenspiel doch auf Nummer sicher gehen und etwas Sicherheitsabstand zum Buzzer einhalten. Auf die Frage, ob er gegen die Serben weit vom Buzzer weg sitzen wolle, antwortete er: "Ja, oder ich stelle ihn gleich weg."

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