vergrößernverkleinern
Deutschland konnte eine 2:0-Führung nicht über die Zeit bringen
Deutschland konnte eine 2:0-Führung nicht über die Zeit bringen © Getty Images
Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

Die deutschen Hockey-Männer unterliegen Belgien nach Führung und verpassen das EM-Finale. Im Spiel um Platz drei ist noch Bronze möglich.

Der Traum vom neunten Gold endete im Halbfinale: Die deutschen Hockey-Männer sind bei der Europameisterschaft in Antwerpen an Angstgegner Belgien gescheitert.

Das Team von Bundestrainer Stefan Kermas verlor in einem Krimi 2:4 (2:0) gegen den Gastgeber und Weltmeister, der die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) schon bei der EM 2017 und der WM 2018 in K.o.-Duellen besiegt hatte.

Meistgelesene Artikel

Im Juni hatten die "Roten Löwen" der deutschen Mannschaft in der Pro League zudem eine 0:8-Niederlage zugefügt - die höchste Pleite seit 106 Jahren. (Alle Infos zur Hockey-EM 2019)

Anzeige

Bronze gegen Niederlande?

Tom Boon (42.), Nicolas de Kerpel (54.), Victor Wegnez (56.) und Cedric Charlier (57.) drehten die Partie zugunsten des Olympia-Zweiten. Christopher Rühr (21.) und Florian Fuchs (26.) hatten die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) zunächst in Führung gebracht. Gegner im kleinen Finale am Samstag (18.00 Uhr) ist Titelverteidiger Niederlande, der zuvor im ersten Halbfinale 3:4 gegen Spanien verloren hatte.

"Heute haben 30 sehr gute Minuten gegen ein solches Weltklasseteam leider nicht gereicht. Wir haben in der ersten Hälfte gezeigt, dass wir auch den Weltmeister in große Probleme bringen können. Aber nur 'bedrohen' reicht halt nicht", sagte Kermas.

Kermas hatte dem Turnier-Gastgeber vor der Partie die Favoritenrolle zugeschoben. Belgien ist mit Australien und den Niederlanden zuletzt dem deutschen Team ein gutes Stück enteilt. Die Erfolgserlebnisse des lange verwöhnten deutschen Verbandes dagegen wurden zuletzt deutlich rarer. Mit Blick auf Tokio 2020 ist für den Bronzemedaillengewinner von 2016 jedoch das Ziel, wieder heranzurücken und um eine Medaille zu kämpfen. (SERVICE: Feldhockey-EM Herren Spielplan)

Das Duell mit Belgien konnte als erneuter Fingerzeig eingestuft werden. Das Team um Kapitän Mats Grambusch ließ sich von den hitzigen Atmosphäre in der Hafenstadt nicht einschüchtern und startete sehr engagiert. Nach rund fünf Minuten blockten die Belgier eine Strafecke mit Mühe ab, dann aber gewann der Olympiazweite zunehmend Spielanteile.

Deutschland mit Führung

Deutschland, das zuletzt 2013 den EM-Titel geholt hatte, behielt die Nerven. Mitten in der bis dahin stärksten Phase der Belgier war Rühr aus kurzer Distanz zur Stelle, wenig später baute Fuchs aus ähnlicher Position die Führung aus.

Belgien hatte in der Folge mehr Ballbesitz, kam zunächst aber nur selten gefährlich vor das deutsche Tor. Erst die insgesamt zwölfte belgische Strafecke führte zum Anschluss und sorgte damit für ein spannendes Schlussviertel, in dem die Partie noch auf Seite der immer stärker werdenden Belgier kippte.

Auch die deutschen Frauen haben am Freitag (20.30 Uhr) die Chance auf den Finaleinzug. Gegner des Teams von Bundestrainer Xavier Reckinger ist Spanien. Kapitänin Janne Müller-Wieland kündigte einen Angriff auf die Goldmedaille an.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image