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Lange galt Dušan Tadić als ewiges Talent, in seiner ersten Champions-League-Saison bei Ajax Amsterdam macht er nun endlich auf sich aufmerksam.

Ajax Amsterdam hat am Dienstag nicht nur drei wichtige Punkte im engen Kampf um die Meisterschaft mit PSV Eindhoven eingefahren.

Beim 4:2-Erfolg über Vitesse Arnheim stellte der Champions-League-Halbfinalist mit nun 160 Treffern in dieser Saison außerdem einen niederländischen Torrekord auf - und Dušan Tadić hatte doppelten Anteil daran. Der Serbe nutzte das Spiel, um sich zum wiederholten Mal ins Rampenlicht zu stellen.

Mit zwei Treffern und einer Vorlage kommt Tadić jetzt wettbewerbsübergreifend auf 53 Scorer-Punkte. Damit lässt er zum Beispiel Cristiano Ronaldo (39 Scorer-Punkte), Mohamed Salah (32 Scorer-Punkte) oder Eden Hazard (29 Scorer-Punkte) mit großem Abstand hinter sich.

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Einzig Lionel Messi (67 Scorer-Punkte) ist momentan europaweit an mehr Toren beteiligt. Spätestens seit seiner Gala in der Champions League beim 4:1-Sensationssieg der Niederländer im Santiago Bernabéu gegen Real Madrid zweifelt keiner mehr an der individuellen Klasse von Tadić.

Champions League: Debüt mit 29

Kaum zu glauben, dass es für ihn im Alter von 30 Jahren das erst 14. Spiel in seiner ersten Saison in der Champions League war. Damit ist er in endgültig in Europas Fußball-Elite angekommen und bekommt endlich die Anerkennung, die er verdient.

Durch seine Leistung in Madrid verdiente er sich auch eine höchst seltene Bewertung: ein 10/10-Rating der französischen Zeitung L'Equipe. Eine Ehre, die bisher insgesamt nur zehn Spielern in über 30 Jahren zu Teil wurde.

Über Serbien in die Niederlande

Doch bis dahin war es ein weiter Weg, auch wenn alles anfangs nach perfekten Voraussetzungen für eine Traumkarriere aussah. Tadić begann als vielversprechendes Talent in seiner Heimat bei Vojvodina Novi Sad, wo unter anderem auch Gojko Kačar und Mijat Gaćinović ihre ersten Spiele im Profibereich machten.

Ab der Saison 2006/07 gehörte der damals 18-Jährige zum Profikader und kam bis zu seinem Wechsel 2010 in die Niederlande zum FC Groningen auf 26 Tore und 17 Vorlagen in 87 Spielen in der serbischen Superliga.

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Bei seiner ersten Station in den Niederlanden konnte er sich vor allem durch seine Qualitäten als Torvorbereiter für höhere Aufgaben empfehlen. In den zwei Jahren in Groningen verzeichnete der Offensiv-Allrounder beeindruckende 32 Assists und traf selbst 14 Mal.

Bevor er den Sprung auf die große Bühne Premier League wagte, folgten beim FC Twente noch einmal zwei Jahre in der Eredivisie und seine Statistik wurde besser und besser.

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Vor allem vor dem Tor agierte der Serbe nochmals abgeklärter, konnte in den zwei Spielzeiten in Enschede seine Torausbeute mit 32 Treffern im Vergleich zu Groningen um einiges verbessern.

Southampton Calling 

Beim FC Southampton, wo er ganze vier Jahre blieb, folgte dann die Stagnation. Besonders seine fehlende Konstanz wurde ihm von den kritischen englischen Medien oft angekreidet. Einer Galavorstellung mit vier Vorlagen im Oktober 2014 beim 8:0-Sieg der "Saints" gegen den FC Sunderland folgten wieder Wochen, in denen Tadić nicht besonders hervorstach.

Immer mal wieder sah man seine Klasse aufblitzen, aber auch Southampton konnte nicht mehr an den siebten Platz aus Tadićs Debüt-Saison anknüpfen und so verpasste es auch der Serbe, regelmäßig auf sich aufmerksam zu machen. Nach seinem Wechsel zurück in die Eredivisie beklagte er sich besonders über die raue Spielweise in der Premier League und darüber, dass man dort als Offensivspieler nicht geschützt sei. Das war aber nicht der einzige Grund für seine Rückkehr.

Beeindruckt von Amsterdam

"Die Champions League ist einer der Gründe, warum ich zu Ajax gegangen bin, es ist ein Traumverein", sagte Tadić im Interview mit Life After Football und zeigte sich auch beeindruckt von seinen jungen Teamkollegen: "Manche von ihnen können die Besten der Welt werden, weil sie eine großartige Mentalität haben."

Das Erreichen des Champions-League-Endspiels wäre auf jeden Fall ein weiterer großer Schritt, nicht nur für die jungen Wilden aus Amsterdam, sondern auch für Tadić. So oder so wird er seinen 34 Toren sicherlich noch das eine oder andere hinzufügen können und seine beeindruckende Saison weiter krönen.

In Southampton wird man die Entwicklung mit Bedauern beobachten – der Klub von Ex-Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl kommt diese Saison insgesamt nur auf 47 Tore.

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