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Beamte durchsuchen das Haus von Diego Maradonas früherem Leibarzt. Im Raum steht der Vorwurf der vernachlässigten medizinischen Betreuung des Weltstars.

Nach dem Tod von Diego Maradona haben Polizeibeamte das Haus seines früheren Leibarztes Leopoldo Luque in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires durchsucht. Die Staatsanwaltschaft will offenbar die Frage klären, ob der Arzt seiner Fürsorgepflicht nachgekommen ist.

Die zuständige Behörde von San Isidro nahe der Hauptstadt Buenos Aires bestätigte am Sonntag Medienberichte über Ermittlungen gegen Leopoldo Luque wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Der Mediziner wies kurze Zeit später sämtliche Anschuldigungen zurück.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, sie habe begonnen, das gesammelte Material auszuwerten. "Unsere Ermittlungen dauern an, wir sprechen mit Zeugen inklusive Familienmitgliedern", hieß es von offizieller Seite. Es sei aber noch "keinerlei Entscheidung" getroffen worden "hinsichtlich der verfahrensrechtlichen Situation irgendeiner Person".

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Dalma und Giannina Maradona hinterfragen Behandlung

Zuvor hatten Maradonas Töchter Dalma und Giannina am Samstag Erklärungen abgegeben und hinterfragt, ob die Medikamente, die ihr Vater erhielt, angemessen gewesen sein.

Noch ist unklar, ob Luque als Zeuge oder Beschuldigter gilt. Derzeit gibt es keine Hinweise, dass er in dieser Phase der Untersuchung wegen eines Verbrechens angeklagt wird.

Krankenschwester lügt wegen Untersuchung

Zuletzt hatte Maradonas Krankenschwester zugegeben, hinsichtlich Maradonas Zustand nach einer Untersuchung am frühen Samstagmorgen gelogen zu haben.

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Maradonas Anwalt Matías Morla hatte nur zwei Tage nach Maradonas Tod mit Anschuldigungen für Aufsehen gesorgt. In einer späteren Erklärung kritisierte Morla unter anderem die langsame Reaktion der Notfallhilfe. "Es ist unerklärlich, dass mein Freund zwölf Stunden lang keine Aufmerksamkeit oder Kontrolle durch das dafür zuständige Personal erhalten hat", sagte Morla. 

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Darüber hinaus bezeichnete er die Tatsache, dass der Krankenwagen eine halbe Stunde brauchte, um das Haus in der privaten Nachbarschaft in Tigre zu erreichen, als "kriminelle Idiotie".

Später wurde berichtet, dass der erste Krankenwagen elf Minuten gebraucht habe, um das private San Andres-Anwesen in der Nähe von Buenos Aires zu erreichen, in das Maradona nach dem Verlassen des Krankenhauses am 11. November gezogen war.

Arzt Luque will nicht der Sündenbock sein

"Jemand versucht, einen Sündenbock zu finden. Ich bin nicht dafür verantwortlich, was passiert ist. Bis zum letzten Moment habe ich immer das Beste für ihn getan", sagte Luque wenige Stunden nach den Razzien auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz vor seinem Haus: "Es gab keinen Ärztefehler. Bei einem Patienten mit seinen Symptomen ist ein Herzinfarkt als Todesursache das Normalste der Welt."

Luque verwies darauf, dass Maradone ein schwieriger Patient gewesen sei, der selten auf den Rat der Mediziner gehört habe. "Er hätte in ein Rehabilitationszentrum gehen sollen, als er das Krankenhaus verließ, aber er wollte nicht", sagte der Arzt.

Maradona starb am Mittwoch 26 Tage nach seinem 60. Geburtstag und drei Wochen nach einer Hirn-Notoperation an einem Herzstillstand.

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