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Der Rassismus-Skandal in Paris hat hohe Wellen geschlagen. Nun hat sich Demba Ba aber mit dem Schiedsrichter versöhnt, der für den Eklat verantwortlich war.

Der Rassismus-Skandal rund um das Champions-League-Spiel zwischen Paris Saint-Germain und Istanbul Basaksehir hat hohe Wellen geschlagen. 

Nun haben sich zwei Protagonisten des Eklats offensichtlich versöhnt. Basaksehirs Stürmer Demba Ba soll sich mit dem vierten Offiziellen Sebastian Coltescu aus Rumänien in einem Telefonat ausgesprochen haben. Das berichtet Bas Landsmann, der frühere senegalesischer Nationalspieler Ousmane N'Doye. Er soll den Friedensgipfel initiiert haben. Der 42 Jahre alte N'Doye hatte selbst einige Jahre in Rumänien gespielt. 

Ba und Coltescu führen "freundschaftliches Gespräch"

"Als ich in Rumänien war, habe ich viele Menschen getroffen. Ich weiß, wie das Land funktioniert", verriet er gegenüber Sport.ro. Er sagte zudem aus, dass er Coltescu als tadellosen Schiedsrichter erlebt habe: "Ich habe seine Nummer herausgefunden und ihm gesagt, dass ich auf seiner Seite bin. Ich weiß, dass er kein Rassist ist. Es war ein Missverständnis."

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N'Doye habe daher auch mit Demba Ba gesprochen, "er ist ein sehr guter Freund von mir. Ich habe sein erstes Länderspieltor vorbereitet. Ich habe es ihm erklärt und er hat es sehr gut verstanden." Daraufhin habe er Coltescu Demba Bas Telefonnummer gegeben und ihm geraten, den Stürmer anzurufen.

Zu dem Telefonat sei es dann auch gekommen - und zwar mit positivem Ergebnis. N'Doye berichtete, dass er zurückgerufen wurde und ihm von einem freundschaftlichen Gespräch berichtet wurde: "Sie haben sich ausgesprochen und kamen sehr gut miteinander aus. Sie riefen mich beide zurück und sagten, sie seien sehr froh. Demba sagte mir, dass Sebi ein guter Mensch sei, und andersherum genauso. Sie haben sich gut verstanden."

N'Doye gibt an, dass er selbst in Rumänien nie mir Rassismus in Berührung gekommen sei. "Demba sagte, er habe nichts Schlechtes von Coltescu gehört. Aber seiner Meinung nach sollte das Wort 'schwarz' im Stadion nicht benutzt werden", verriet der Senegalese über das Gespräch: "Er sprach nicht von Rassismus. Aber er meinte, den Ausdruck dürfe man nicht verwenden - und Sebi hat das verstanden."

N'Doye will keine Belohnung für Vermittlung

Coltescu soll Istanbuls Co-Trainer Pierre Webó in einer unübersichtlichen Situation während des - später abgebrochenen - Spiels als "Negro" bezeichnet haben. Es könnte sich dabei aber auch um "negru" gehandelt haben, das ist das Rumänische Wort für schwarz. Auf die Frage des Schiedsrichters, wem er die Rote Karte zeigen sollte, hat Coltescu also so viel wie "dem Schwarzen" gesagt. 

Ba hatte den Rumänen daraufhin zur Rede gestellt. Das ist auf einem Video zu sehen, das sich nach der Partie verbreitete. Der Ex-Hoffenheimer saß bei Basaksehir auf der Bank und bekam den Vorfall unmittelbar mit. 

"Du sagst nie: 'Dieser weiße Spieler'. Du sagst stattdessen: 'Dieser Spieler'. Warum also sagst du bei einem Schwarzen dann: 'Dieser schwarze Spieler?'", fragte der Stürmer den Offiziellen aufgebracht.

Mittlerweile scheinen sich die Wogen dank N'Doye geklärt zu haben. Eine Belohnung will der Vermittler dafür aber nicht - mit einer Ausnahme: "Es sei denn, es ist Polenta! Ich bin so müde, weil mich Journalisten aus aller Welt anrufen, sogar die Zeitungen aus dem Senegal."

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