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Karl-Heinz Rummenigge ist einer der Gewinner der gescheiterten Super League. Der Bayern-Chef ist jetzt als Mediator gefragt - und erklärt, wie er das angehen will.

Nach dem Zusammenbruch der gerade erst geründeten Super League ist der internationale Fußball gerade dabei, die Scherben einzusammeln. 

Während sich einige Protagonisten nach dem gescheiterten Umsturz spinnefeind sind, ist einer als Mediator gefragt, der sich zuvor bewusst zurückhielt: Karl-Heinz Rummenigge.

Der Vorstandschef des FC Bayern hatte die Pläne der Super-League-Gründer nicht mitgetragen und steht nun als einer der Gewinner da. (Der 6-Milliarden-Konter der Champions League)

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"Ich bin dafür bekannt, ein Mann des Dialogs und nicht des Krieges zu sein", erklärt Rummenigge der italienische Tageszeitung Tuttosport. "Deshalb hat mich der UEFA-Präsident Ceferin gebeten, ihm bei der Lösung der Probleme und dem Neustart nach sehr schwierigen Tagen für die Fußballwelt zu helfen."

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Rummenigge: Viele haben sich entschuldigt

Bereits am Dienstag war der Bayern-Chef für den abtrünnigen Juventus-Boss Andrea Agnelli als Mitglied in das Exekutivkomitee der UEFA aufgenommen worden.

"Was passiert ist, tut allen leid, auch denen, die die Super League ins Leben gerufen haben", ist sich Rummenigge sicher. "Am Dienstagabend hat sich Ferran Soriano, der CEO von Manchester City, bei mir entschuldigt. Anschließend kamen Entschuldigungen von vielen anderen Vereinen. Sie haben sich sehr geirrt, aber das ist nicht das, was mich jetzt interessiert. Das Wichtigste ist, mit Intelligenz aus der Krise zu kommen."

Der 65-Jährige hat nun die Aufgabe, die Wogen weiter zu glätten und die Streithähne wieder auf Kurs zu bringen. 

"Wir werden warten, bis sich das Wasser beruhigt hat, und uns dann auf den Dialog konzentrieren", erklärt Rummenigge: "Präsident Ceferin hat mir gegenüber in den letzten Stunden noch einmal bekräftigt, dass er nicht die Absicht hat, irgendjemandem die Türen vor der Nase zuzuschlagen."

Gespräch mit Agnelli zu späterem Zeitpunkt

Dabei weiß Rummenigge, dass dies bei einigen Widersachern ein schweres Unterfangen sein dürfte - vor allem bei den einstigen Freunden Ceferin und Agnelli, die sich mittlerweile spinnefeind sind

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"Ich weiß nicht, ob ein Frieden zwischen den beiden möglich sein wird, Ceferin ist sehr enttäuscht", sagt der FCB-Boss. Er werde mit dem Juve-Chef sprechen - "aber erst, wenn etwas Dampf aus dem Kessel gewichen ist. Dann werde ich ihn nach seinen Motiven fragen," 

Rummenigge ist sicher: "Mit einem vernünftigen Dialog werden wir alle da rauskommen."

In einem weiteren Interview mit der französischen Tageszeitung L'Equipe sagte Rummenigge auf die Frage, ob er glaube, dass die Super League eines Tages doch noch ins Leben gerufen werde: "Mit dem Debakel, das in dieser Woche stattgefunden hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Super League jemals existieren wird."

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