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München - Im vergangenen Sommer wechselte Kevin Volland für 15,5 Millionen Euro zur AS Monaco. Nach Startschwierigkeiten kämpft er nun um seinen ersten Titel und fährt zur EM.

Wenn am heutigen Mittwochabend das Finale der Coupe de France zwischen PSG und der AS Monaco steigt, sind viele Augen auf Kevin Volland gerichtet. Und das nicht nur, weil der 28 Jahre alte Stürmer einer der beiden großen Hoffnungsträger der Monegassen ist. (Ergebnisse und Spielplan der Ligue 1)

Das Finale der Coupe de France zwischen Paris Saint-Germain und AS Monaco am Mittwoch ab 21.05 Uhr LIVE im TV auf SPORT1

Seit Mittwochmittag ist Volland nämlich wieder aktueller Nationalspieler und Bestandteil des deutschen EM-Aufgebots von Bundestrainer Joachim Löw.

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"Ich bin extrem glücklich und dankbar, wieder ein Teil der Nationalmannschaft zu sein", twitterte der Überraschungsmann des deutschen Turnierkaders nach dessen Verkündung. Dass Volland unter Löw noch einmal eine Rolle spielen würde, war nicht abzusehen gewesen. Im November 2016 hatte der ehemalige Leverkusener beim 0:1 in Italien seine bis heute letzten 30 Länderspielminuten absolviert, eingewechselt für Thomas Müller.

In der Mannschaft standen damals unter anderen Yannick Gerhardt, Julian Weigl und Sebastian Rudy. Wenige Tage zuvor hatte Volland beim 8:0 in San Marino den Endstand hergestellt. Es war das einzige Tor in seinen bislang zehn Spielen.

Seine besten Jahre auf Klubebene folgten nachher, doch bei Löw fand Volland keine Berücksichtigung mehr. "Mein letztes Länderspiel ist ja schon einige Jahre her. Ich finde schon, dass ich in den letzten Jahren für mich persönlich auf Top-Niveau gespielt habe und auch konstant abgeliefert habe", erklärte Volland im November bei Sky. Dass er nicht mehr nominiert würde, müsse er akzeptieren. "Ich sitze nicht mehr zu Hause und warte auf den Anruf des Bundestrainers. Ich genieße diese Pausen und versuche, das Positive darin zu sehen."

Doch seine Leistungen in dieser Saison, seiner ersten in Monaco, wollte oder konnte dann auch Löw nicht mehr ignorieren. 

"Wir waren uns sicher, dass er uns mit seiner starken Physis, seinem Durchsetzungsvermögen und seiner Torgefahr bereichert", begründete der Bundestrainer seinen Meinungsumschwung. 

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Für Vollands Klubtrainer Niko Kovac war diese Entscheidung überfällig. "Für mich ist er mit der Art und Weise, wie er Fußball spielt, ein Spieler für die Nationalmannschaft. Kevin ist der einzige deutsche typische Mittelstürmer. Wie es Miroslav Klose war", hatte der Kroate kürzlich im SPORT1-Interview erklärt.

Volland sei "auch nicht zu alt, im Gegenteil. Er befindet sich mit 28 Jahren im besten Alter, um in diesem Jahr die Europameisterschaft für Deutschland spielen zu können", urteilte der ehemalige Bayern-Trainer: "Ich habe ihn immer geschätzt, er ist ein toller Mensch und Spieler."

Mit seinen 16 Toren und 8 Assists hat Volland maßgeblich dazu beigetragen, dass die AS Monaco aktuell Tabellendritter der Ligue 1 ist und auf eine Teilnahme an der Champions League hoffen kann. Lediglich die Stars Kylian Mbappé, Memphis Depay und Teamkollege Wissam Ben Yedder haben bessere Ligawerte als er. 

Volland mit Anfangsschwierigkeiten

Vollands Wechsel ins Fürstentum war im Vorjahr von Außenstehenden zunächst skeptisch betrachtet worden, da Monaco anders als Leverkusen international nicht startberechtigt war. Ein sportlicher Abstieg also für Volland? 

Anfangs sah es so aus, als ob der Angreifer die falsche Wahl getroffen hätte. Satte 571 Einsatzminuten vergingen, bis Volland sein erstes Ligator beim 4:0 gegen Girondins Bordeaux erzielte und damit seinen Knoten zum Platzen brachte. Seine Startschwierigkeiten begründete er im Gespräch mit dem kicker so: "Das Training ist anders, die Spielweise ist anders, du musst dich an alles gewöhnen. Die Sprache kommt noch dazu. Deshalb hat es gedauert, bis ich sportlich wieder auf dem Level war."

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Mittlerweile ist die Kritik verstummt und er laut seinen Werten Deutschlands bester Mittelstürmer. 

Volland stahl Mbappé die Show

"Volland ist ein Sechser im Lotto", lobte ihn sein Trainer Kovac bei SPORT1. "Er ist ein Vorbild, das wir gebraucht haben. Er ist mit seiner Art und Weise sehr wichtig, weil er nicht nur Tore schießt, sondern im Training und bei Spielen arbeitet und vorangeht."

Ob er das auch heute gegen PSG beweist? Die vergangenen Spiele gegen PSG lassen einiges erwarten. Im Hinrunden-Duell gegen die Pariser am 11. November schoss er zwei Tore und bereitete eins vor. AS Monaco drehte dadurch einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg. Die Gazetten bezeichneten Volland daraufhin als Dieb, weil er Weltmeister Mbappé die Show gestohlen habe. Auch im Rückspiel bereitete er das zwischenzeitliche 1:0 durch eine Flanke vor - das Spiel endete 2:0. (Tabelle der Ligue 1)

Knüpft Volland an seine Leistungen aus der Liga an, kann er sein starkes erstes Jahr in Frankreich mit dem ersten Titel krönen. Und sich wenig später womöglich im ersten EM-Gruppenspiel gleich wieder mit Mbappé messen.

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