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München - Real Madrid verspielt im Clasico die erste Titelchance. Die Kritik von Real-Legende Bernd Schuster an Toni Kroos fällt deutlich aus. Der Nationalspieler reagiert.

Bernd Schuster ließ kein gutes Haar an Toni Kroos.

"Über meinen Landsmann spreche ich schon gar nicht mehr. Kroos ist in diesem Moment ein Dieseltraktor, er trabt nur vor sich her und macht nichts", sagte der Europameister von 1980 dem spanischen Radiosender Onda Cero und übte vernichtende Kritik am 2014er-Weltmeister beim 0:3-Debakel von Real Madrid im Halbfinal-Rückspiel um die Copa del Rey gegen den Erzrivalen FC Barcelona.

Die Beurteilungen der spanischen Zeitungen fielen kaum positiver aus: Die Marca sah "ein weiteres Spiel, das ihm aus den Händen glitt", die as kritisierte, er habe im Spielverlauf immer weniger Einfluss auf die Partie genommen.

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Kroos selbst war nach dem bitteren Rückschlag zwar enttäuscht, zeigte aber Zweckoptimismus. "Es schmerzt noch immer", schrieb der 29-Jährige auf Instagram, "aber ich bin stolz auf das Team. Auf die Art und Weise, wie wir gespielt haben. Kopf hoch."

Einen Tag später reagierte der deutsche Nationalspieler auch auf Schusters Äußerung. Kroos retweetete ein Statement des Accounts "KroosNation" und kommentierte humorvoll: "Who ???"

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Dennoch: Als Luis Suarez mit einem frechen Panenka-Elfmeter zum Endstand traf, sank die Stimmung bei den Königlichen im heimischen Estadio Santiago Bernabeu endgültig in den Keller. Nach der nächsten Demütigung gegen Barca und dem Aus im Pokal bleibt Real nur noch eine letzte realistische Titelhoffnung.

Real über weite Strecken ansehnlich

Die Mannschaft von Trainer Santiago Solari, die nach dem 1:1 im Hinspiel die bessere Ausgangsposition hatte, zeigte am Mittwochabend tatsächlich über weite Strecken ein ansehnliches Spiel und dominierte die erste Spielhälfte.

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Doch vor dem Tor fehlte den Königlichen - allen voran dem 18 Jahre alten brasilianischen Supertalent Vinicius Junior - die nötige Kaltblütigkeit. Zusätzlich erschwerte ein überragender Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen das Leben der Madrilenen.

Real-Trainer Solari schlug in die gleiche Kerbe wie Kroos. "Wir sind mit Ehre gefallen. Wir haben alles versucht, aber waren nicht energisch genug", sagte der Argentinier. Solari, der seit vergangenem Oktober auf der Trainerbank sitzt, ist in Madrid allerdings nicht mehr unumstritten.

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Frühere Leistungsträger wie Gareth Bale, Isco oder Marcelo haben ihren Stammplatz trotz des Abgangs von Superstar Cristiano Ronaldo verloren und sind offenkundig unglücklich. Außerdem sorgen schwache Leistungen in der Liga und in der Königsklasse immer wieder für Kritik.

Ein letzter Strohhalm für die Königlichen

Während Barcelona am 25. Mai gegen den FC Valencia nach dem fünften Pokalsieg in Folge greift, bleibt Solari und den Königlichen ein letzter Strohhalm - der vierte Champions-League-Titel in Serie. Denn in der Liga ist Barcelona bereits neun Punkte enteilt, die Madrilenen liegen nach 25 Spieltagen als Tabellendritter auch noch zwei Zähler hinter Stadtrivale Atletico Madrid.

Die Katalanen streben nach den jüngsten Erfolgen das Triple aus Liga, Pokal und Champions League an. "Wir wollen alles gewinnen", sagte Trainer Ernesto Valverde, "das wollen auch unsere Fans".

Der positive Auftritt von Doppelpack-Torschütze Suarez, der in seinem Wohnzimmer in Madrid den 18. Treffer im 18. Spiel erzielte, gab ebenfalls Selbstvertrauen. "Wir haben auch andere Spieler als Messi, die Tore erzielen können", freute sich Valverde.

Bereits am Samstag (Clasico: Real Madrid - FC Barcelona ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) hat Real in der Liga im nächsten Clasico die Chance zur Revanche - auch für das 1:5 vom vergangenen Oktober.

Kroos weiß: "Große Herausforderungen stehen bevor." Und nicht nur Bernd Schuster wird seine Leistungen dabei genau verfolgen.

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