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München - Luka Jovic reist nach Serbien, obwohl er eigentlich mit Real Madrid aufgrund des Coronavirus in Quarantäne sein soll. Jetzt reagiert er auf die Kritik.

Sportlich schrieb Luka Jovic seit seinem Wechsel zu Real Madrid bisher kaum Schlagzeilen.

Und doch ist der 22 Jahre alte Serbe momentan der Königliche, der die Berichterstattung bestimmt – wenn auch unfreiwillig.

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Der Grund für den Wirbel: Ein Heimatbesuch. Was normalerweise kaum der Rede wert wäre, bekommt in Zeiten der Coronakrise eine politische Dimension. Jovic war trotz Quarantäne, die allen Real-Profis nach einem positiven Befund eines Basketballers der Königlichen auferlegt wurde, nach Serbien geflogen.

Jovic bekommt Gegenwind in der Heimat

Außerdem, so berichteten serbische Medien, habe Jovic in seiner Heimat dann auch noch das Haus verlassen, was derzeit strengstens verboten ist. Vor allem in seiner Heimat erntete der ehemalige Spieler von Eintracht Frankfurt viel Gegenwind, laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tanjug hat die serbische Staatsanwaltschaft sogar Strafanzeige gegen Jovic eingereicht. Jovic hätte zwei Wochen lang isoliert bleiben sollen und überhaupt nicht auf die Straße gehen dürfen. Sogar eine Gefängnisstrafe könne dem Stürmer drohen.

Auch mit Kritik an Jovic sparten die serbischen Medien nicht. "Hey, Junge! Willst Du uns alle töten?", fragte etwa die Tageszeitung Kurir. Zuvor waren alle Serben aus dem Ausland aufgefordert worden, nicht in die Heimat zurückzukehren. Spanien gilt dazu auch noch als Risikogebiet.

Jovic nimmt Stellung zu Vorwürfen

Doch was ist dran an den Berichten? Am Mittwochabend hat sich Jovic über Instagram selbst zu Wort gemeldet und mit den Gerüchten aufgeräumt. "Ich finde es sehr schade, dass ich in diesen Tagen das Hauptthema bin. Ich finde es sehr schade, dass ständig über mich geschrieben wird – und nicht über diejenigen, die in dieser Krise die Protagonisten in diesem Kampf sind: die Ärzte und alle, die im Gesundheitsbereich arbeiten", erklärte Jovic.

Er habe in Madrid einen negativen COVID-19-Test gehabt. Deshalb habe er sich entschieden, nach Serbien zu fliegen, seine Leute zu unterstützen und seiner Familie nah zu sein. "Als ich in Serbien ankam, wurde ich wieder getestet. Der Test war negativ", schrieb Jovic.

Zudem sei es in Spanien erlaubt, etwas in Apotheken zu kaufen oder einzukaufen, in Serbien sei das nicht der Fall. Doch Jovic sieht die Schuld für sein Fehlverhalten nicht bei sich. Es tue ihm vielmehr leid, "dass einige Menschen ihren Job nicht professionell gemacht und mir keine speziellen Anweisungen gegeben haben, wie ich mich während meiner Isolation verhalten soll".

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Jovic schloss sein Statement mit einer Entschuldigung: "Ich entschuldige mich bei jedem, dem ich möglicherweise Schaden zugefügt oder den ich in Gefahr gebracht habe. Ich hoffe, dass wir das gemeinsam überstehen."

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Serbischer Präsident droht mit Verhaftung

Sogar der serbische Präsident, Aleksander Vucic, hat sich in den Fall eingeschaltet. Er sprach eine klare Drohung aus. "Wenn einer von ihnen (Jovic und Nikola Ninkovic, Ascoli Calcio, Anm. d. Red.) diese Räumlichkeiten verlässt, werden sie verhaftet. Ich glaube, sie beide bedauern, was Sie getan haben, aber ich möchte Ihnen klarmachen, dass das Leben unserer Menschen weitaus wichtiger ist als ihre Millionen."

Derweil stellte sich Jovics Vater hinter seinen Sohn und wetterte gegen die Medien. "Das Bild, das die Medien von ihm zeichnen, ist nicht real. Es scheint, als hätte er jemanden umgebracht", klagte Milan Jovic in der serbischen Zeitung Blic.

Milan Jovic befürchtet, dass die Berichterstattung die Karriere seines Sohnes nachhaltig beeinflussen könnten. "Er kam mit der Erlaubnis des Klubs nach Serbien und hat nichts Schlechtes getan. Denken Sie, dass diese Nachricht Spanien nicht erreicht? Das kann seine Karriere beeinflussen", sagte er.

Von Real kam bisher noch keine Stellungnahme zum Jovic-Wirbel.

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