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Chris Wood und der FC Burnley spielen sensationell um die Champions-League-Plätze
Chris Wood und der FC Burnley spielen sensationell um die Champions-League-Plätze © Getty Images
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München - Der FC Burnley schreibt in der Premier League ein kleines Märchen. Mit einem Team voller No-Names ärgert der Klub selbst Größen wie Liverpool und Arsenal.

Kennen Sie Ashley Barnes? Nein? Wie ist es mit Nick Pope? Oder vielleicht Chris Wood?

Wenn die Antwort jedes Mal Nein lautete - es wäre keine Schande.

So langsam aber sollten Sie sich vielleicht mal mit den genannten Profifußballern beschäftigen, denn Barnes, Pope und Wood schreiben mit dem FC Burnley das aktuell wohl größte Fußball-Märchen in Europas Top-Ligen.

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FC Burnley auf Champions-League-Kurs

Dank Joker Barnes gewann Burnley am Dienstagabend mit 1:0 gegen Stoke City - was an sich nichts Besonderes wäre, schließlich steckt Stoke als 15. derzeit in der Krise.

Burnleys nächster Coup im Video:

Durch den erneuten Dreier aber sprang die No-Name-Truppe aus Burnley zumindest über Nacht auf Tabellenplatz vier, der am Saisonende die direkte Qualifikation für die Champions League bedeuten würde.

Im Kampf um die Königsklasse hätten damit aktuell Jürgen Klopp und der FC Liverpool, der FC Arsenal und Tottenham Hotspur das Nachsehen (Die Tabelle der Premier League).

"Im Fußball geht es um Träume"

"Im Fußball geht es um Tatsachen, aber auch um Träume", erklärte Burnley-Coach Sean Dyche nach dem Triumph über Stoke: "Es ist eine schwierige Aufgabe für uns, auf diesem Level Spiele zu gewinnen. Aber Leicester hat in Sachen Träume im Fußball alle Grenzen gesprengt."

Zur Meisterschaft wird es für Burnley zwar nicht reichen, schließlich beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Manchester City bereits 15 Punkte.

Allein Platz vier ist für die Clarets aber schon ein unglaublicher Erfolg: So weit oben rangierte Burnley in Englands höchster Spielklasse zuletzt vor 42 Jahren.

Die Fans des FC Burnley können ihr Glück ob des Höhenflugs kaum fassen
Die Fans des FC Burnley können ihr Glück ob des Höhenflugs kaum fassen © Getty Images

Zwischenzeitlich drohte dem Klub in den 80er-Jahren sogar der Absturz in die fünfte Liga und damit in die sportliche Bedeutungslosigkeit.

Pope und Wood als Erfolgsgaranten

Nach jeweils einjährigen Gastspielen in der Saison 2009/10 sowie 2014/15 gelang im Vorjahr mit Platz 16 endlich mal wieder der Klassenerhalt in der Premier League.

Nun also der Höhenflug: Nach 17 Spieltagen steht Burnley satte 14 Punkte und aktuell zwölf Plätze besser da als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison - und stört als einziges Team überhaupt die Dominanz der großen Sechs in England (ManUnited, Liverpool, Arsenal, Chelsea, Tottenham, ManCity).

Stars sucht man in Burnleys Kader vergebens. Garanten für den Erfolg sind in erster Linie der englische Torwart Nick Pope und Topstürmer Chris Wood aus Neuseeland.

Southampton v Burnley - Premier League
Burnley-Keeper Nick Pope blieb in 14 Liga-Einsätzen schon acht Mal ohne Gegentor © Getty Images

Pope blieb gegen Stoke in seinem 14. Saisonspiel zum achten Mal ohne Gegentor - das gelang nur ManUnited ein Mal häufiger.

Minimalismus regiert beim FC Burnley

Auch auf der anderen Seite des Spielfelds regiert bei Burnley Minimalismus: Nur zwei Mal gelang mehr als ein eigener Treffer, sechs von acht Saisonsiegen gelangen mit einem 1:0.

Erfolgreichster Liga-Torschütze mit vier Treffern ist der neuseeländische Neuzugang Wood, der im Sommer für die vereinsinterne Rekordablöse von 16,4 Millionen Euro von Leeds United kam. Woods war zuvor für eher unbedeutende Klubs wie West Brom, Barnsley, Bristol City, FC Millwall oder Ipswich Town auf Torejagd gegangen.

Geringste Ausgaben der Premier League

Damit aber passt er genau ins Konzept seines neuen Arbeitgebers, aus wenig möglichst viel zu machen: Nur 34 Millionen Euro gab Burnley im Sommer für neue Spieler aus - so wenig wie kein anderer Premier-League-Verein.

Der FC Liverpool beispielsweise investierte rund 90 Millionen Euro in Mohamed Salah, Alex Oxlade-Chamberlain und Co., um endlich wieder nach dem Meistertitel zu greifen.

Wer hätte damals geahnt, dass die Reds schon Probleme haben würden, den kleinen FC Burnley in Schach zu halten.

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