Tiefe Trauer: Familie des Leicester-Bosses am Stadion
teilenE-MailKommentare

Leicester City steht nach dem Tod seines Klubbosses unter Schock. Spieler gedenken ihres Chefs. Auch andere Sportler und Vereine melden sich zu Wort. Die Reaktionen.

Mit großer Bestürzung haben Fußballer und Vereine in Europa auf den Tod von Leicester-Boss Vichai Srivaddhanaprabha reagiert.

Leicesters Nationalspieler Jamie Vardy kommentierte bei Instagram: "Für mich warst du eine Legende, ein unglaublicher Mann, der alles für mich, meine Familie und den Klub getan hat. Ich werde dich sehr vermissen. Ruhe in Frieden."

Teamkollege Harry Maguire gedachte Srivaddhanaprabha bei Twitter. "Worte können nicht beschreiben, wie ich mich fühle. Ein wirklich großer, freundlicher, liebevoller Mann, der von allen so sehr vermisst wird", schrieb er.

Torhüter Kasper Schmeichel widmete dem Verstorbenen eine persönliche Nachricht: "Du hast Fußball für immer verändert und uns ermutigt, das Unmögliche möglich zu machen", schrieb er in den Sozialen Netzwerken.

Srivaddhanaprabha "hat Leicester gelebt und geatmet"

Die herzzerreißendste Nachricht kam von seinem Mitspieler James Maddison.

"Am Boden zerstört und mit gebrochenem Herzen nach der Nachricht, dass niemand den Hubschrauberabsturz gestern überlebt hat", schrieb er bei Twitter. "Das Leben ist manchmal nicht fair. Ein wunderbar nachdenklicher Mann, der den Leicester City Football Club lebte und atmete. Ruhe im Frieden, Chef."

Claudio Ranieri, der die Foxes 2016 als Teammanager sensationell zur Meisterschaft geführt hatte, erklärte am Montag bei Sky Sport: "Er war ein guter Mensch, eine wunderbare Person. Seine positive Einstellung war ansteckend. Srivaddhanaprabha unterstützte uns mit einem Lächeln, auch bei negativen Resultaten. Er war für uns ein Vater, der jedem Ruhe schenkte. Er war ein Erleuchteter. Alles was er anfasste, verbesserte sich. Er verstand es, die richtigen Personen auszusuchen."

Englands Fußballikone Gary Lineker postete ein Bild des Thailänders mit der Meisterschaftstrophäe von 2016. "Danke für alles, was du für den Verein getan hast", schrieb der 57-Jährige, der seine Karriere in den 1970er-Jahren bei den Foxes begonnen hatte.

Top-Vereine wie Real Madrid, Paris Saint-Germain, Arsenal, Chelsea oder Manchester United zeigten sich geschockt ob der Vorfälle und bekundeten ihre Anteilnahme mit den Hinterbliebenen der Opfer. 

Leicester-Boss stirbt bei Helikopter-Absturz

Auch das englische Königshaus kondolierte. "Meine Gedanken sind bei der Familie und den Freunden von Vichai Srivaddhanaprabha und den weiteren Opfern des schrecklichen Unfalls", teilte Prinz William mit, der zudem Präsident des englischen Fußballverbands (FA) ist: "Ich hatte das Glück, Vichai seit ein paar Jahren zu kennen. (...) Er hat einen so großen Beitrag zum Fußball geleistet."

Srivaddhanaprabha, Besitzer des englischen Sensationsmeisters von 2016, kam am Samstag bei einem Helikopter-Absturz ums Leben. Das bestätigte der Verein am späten Sonntagabend. Der thailändische Milliardär wurde 60 Jahre alt. 

Fünf Todesopfer bei Absturz

Das Unglück ereignete sich am Samstagabend nach dem Heimspiel der Foxes gegen West Ham United (1:1). Srivaddhanaprabhas Hubschrauber war wie gewohnt vom Rasen im King Power Stadium gestartet - und Sekunden später abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Insgesamt gab es fünf Todesopfer, darunter die beiden Piloten. 

Ein Unglück, das den gesamten Verein getroffen hat. Sergio Agüero, Stürmer von Manchester City wandte sich bei Twitter an die Leicester-Familie und schrieb: "Mein Herz schlägt für euch."

Auch sein deutscher Teamkollege Ilkay Gündogan meldete sich zu Wort.

Srivaddhanaprabha, Vater von vier Kindern, hatte Leicester im August 2010 für 39 Millionen Pfund übernommen und im Februar 2011 Milan Madaric als Klubchef abgelöst.

"Der stille Mann hinter einem sportlichen Märchen"

Unter seiner Führung stiegen die Füchse 2014 in die Premier League auf und gewannen zwei Jahre später die englische Meisterschaft. Auf diesen Triumph spielte der Guardian in seinem Nachruf auf Srivaddhanaprabha an. "Der stille Mann hinter einem sportlichen Märchen", hieß es dort.

Die Sun betitelte die Berichterstattung über den tragischen Tod des Thailänders am Montag mit einem Zitat eines trauernden Leicester-Fans: "Unser König ist tot."

Srivaddhanaprabha wurde als Gründer des Duty-Free-Konsortiums King Power zum Milliardär. In der Geldrangliste des Forbes Magazins liegt er mit einem geschätzten Vermögen von umgerechnet rund 4,3 Milliarden Euro auf auf Platz 388 weltweit.

Im Mai 2017 hatte er zudem den belgischen Zweitligisten OH Leuven gekauft.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image