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Anhänger des FC Chelsea sorgen mit Beleidigungen gegen Liverpools Mohamed Salah für Entsetzen im englischen Fußball. Jürgen Klopp fordert harte Sanktionen.

Teammanager Jürgen Klopp vom englischen Traditionsklub FC Liverpool hat nach den rassistischen Beleidigungen gegen Starstürmer Mohamed Salah harte Sanktionen gegen die Täter gefordert.

"Wir müssen dafür sorgen, dass diese Dinge richtig bestraft werden. Diese Leute sollten kein Fußballspiel mehr im Stadion sehen dürfen", sagte der 51-Jährige.

Das Sicherheitsteam des Ligakonkurrenten FC Chelsea hatte Medienberichten zufolge drei Anhänger aus einem Internetvideo identifiziert, in dem der Ägypter beleidigt wird.

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Den Fans soll daraufhin am Donnerstagabend der Zutritt ins Stadion zum Europa-League-Spiel bei Slavia Prag (1:0) untersagt worden sein.

Liverpool und Klopp geschockt

Liverpool reagierte geschockt auf das Internetvideo. Es zeige "abscheuliche diskriminierende Gesänge" und sei "gefährlich und verstörend".

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Auch der FC Chelsea verurteilte das "abscheulich diskriminierende Verhalten" seiner Anhänger in einer Stellungnahme: "Solche Personen sind eine Peinlichkeit für die große Mehrheit der Anhänger von Chelsea, die sie in ihrem Klub nicht tolerieren werden."

Am Sonntag treffen die Reds und die Blues im direkten Duell aufeinander. Der neuerliche Rassismus-Eklat vor diesem Spiel ist längst kein Einzelfall mehr. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Fälle von diskriminierendem Verhalten im englischen Fußball. "Wir sollten es nicht als eine Sache von Chelsea oder von Liverpool betrachten" sagte Klopp bei der Pressekonferenz anlässlich des Spiels an der Stamford Bridge am Sonntag. "Es ist ein weiteres Zeichen dafür, dass etwas im Moment etwas schiefläuft." 

Klopp verurteilt Rassismus: Größtes Missverständnis 

Dass Rassismus komplett gegen Klopps Lebensphilosophie ist, machte er in der Pressekonferenz mehr als klar, und redete sich so richtig in Rage. "Alle Arten von Rassismus sind so, dass manche Leute meinen, sie seien mehr wert als andere", schimpfte der LFC-Coach. "Das ist das größte Missverständnis der Welt."

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Der 51-Jährige weiß das besser, als jeder andere. Schließlich schafft er es immer wieder aus Spieler verschiedener Nationalitäten ein starkes Mannschaftsgefüge zu bilden. Mit gegenseitigem Respekt, einer gemeinsamen Leidenschaft und einer Denkweise: Rassismus hat keinen Platz im Fußball!

Fußball als Vorbild im Kampf gegen Rassismus

"Fußball ist das beste Beispiel dafür, wie verschiedene Menschen und verschiedene Nationalitäten hervorragend zusammenarbeiten können", ist sich Klopp sicher. "Gehen Sie in irgendeinen Umkleideraum, und Sie finden sie alle dort nebeneinandersitzen und niemand kümmert sich darum, wo er herkommt, oder wer seine Eltern waren. Es ist nie ein Problem."

Klopp rief alle Fußball-Fans dazu auf, sich am Kampf gegen Rassismus zu beteiligen. "Je stärker die Reaktion von uns allen ist, desto mehr wird es helfen, solche Dinge in Zukunft zu vermeiden", ist er sich sicher.

"Fußball findet in der Öffentlichkeit statt. Wir haben eine starke Stimme", weiß der frühere BVB-Coach. "Diese müssen wir erheben und zeigen, dass wir alle gleich denken. So etwas darf nicht noch einmal passieren." 

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