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London - Bernd Leno leitete mit seinem haarsträubenden Patzer die Niederlage im Derby gegen Chelsea ein. Seine Teamkollegen muntern ihn nach der bitteren Pleite wieder auf.

Ungläubig blickte Bernd Leno nach dem verlorenen Derby gegen Chelsea drein.

Der deutsche Keeper musste mit dem FC Arsenal eine bittere 1:2-Pleite im Londoner Duell hinnehmen. Nachdem Pierre-Emerick Aubameyang (13.) die Gunners zunächst auf die Siegerstraße brachte, verspielte Arsenal die Führung binnen vier Minuten. Erst flog Leno an einer Flanke vorbei und ließ somit den Ausgleich durch Jorginho (83.) zu. Dann drehte Tammy Abraham (87.) das Derby, als Krönung auch noch per Tunnel gegen Leno.

Wie der Datendienstleister Opta ermittelt hat, war der Patzer vor dem Ausgleich seit Beginn der letzten Saison bereits der siebte Fehler Lenos, der zu einem direkten Gegentor in der Premier League führt. Kein anderer Spieler in England patzte häufiger!

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Der 27-Jährige zeigte sich auf Instagram und Twitter auch nach der Partie noch sichtlich geknickt. "Sehr harter Tag heute - aber ich muss nach vorne schauen", schrieb er.

Pleite binnen vier Minuten - symptomatisch für Arsenal

Bei der Freistoßflanke von Mason Mount unterschätzte er die Flugkurve massiv - und segelte mit einer Faust am Ball vorbei. Jorginho stoppte die Kugel und konnte in den leeren Kasten einschieben. Leno sackte auf die Knie, das Gesicht Richtung Rasen unter seinen Handschuhen begraben. 

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Beim Knockout von Abraham sah er sehr unglücklich aus, wie immer, wenn ein Keeper den Ball durch die Beine bekommt. Allerdings agierte Lenos ehemaliger Nationalmannschaftskollege Shkodran Mustafi zuvor höchstens als Slalomstange anstatt als Innenverteidiger. Eine halbe Körpertäuschung Abrahams reichte aus, um Mustafi im Spagat zu Boden sinken zu lassen, während der Ball bereits im Netz zappelte. 

Zwei Gegentreffer, die symptomatisch sind für die Nordlondoner. Die Gunners taumeln weiter durch die Liga. Seit dem achten Spieltag gab es gerade mal einen Dreier in der Premier League. Arsenal startet nach der Niederlage also denkbar schlecht unter dem neuen Coach Mikel Arteta. Der 37-Jährige wurde kurz vor Weihnachten zum neuen Cheftrainer Arsenals berufen. Unter ihm gab es gegen den AFC Bournemouth lediglich ein 1:1-Remis, nun folgt diese bittere Derby-Pleite.

Coach Arteta und das Team stehen hinter Leno

Der bediente Leno bekam nach Abpfiff Rückendeckung und Zuspruch, sowohl von seinem Trainer, als auch von seinen Mitspielern. Arteta sagte auf der Pressekonferenz nach Spiel: "Er wird niedergeschlagen sein, wenn ein Patzer das Team um die Punkte bringt, müssen wir ihn wieder aufbauen. Er hat einen wirklich guten Job gemacht, seit er hier ist und das müssen wir respektieren", zeigte sich der Coach rücksichtsvoll.

Seine Teamkollegen antworteten unter seinem Instagram-Post und taten genau das, was der Trainer vorgab. Sie munterten Leno auf und standen ihm zur Seite. "Selbst die besten Spieler haben mal einen schlechten Tag", schrieb Torschütze Aubameyang. Sturmkollege Alexandre Lacazette betonte "Wir stehen zusammen." Auch Abwehrmann Sokratis sprach von Zusammenhalt und der offizielle Arsenal-Account postete ein simples Herz in die Kommentare.

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Arsenal droht bittere Saison

Das Teamgefüge scheint also zu passen, aber für Leno und seine Kollegen werden die kommenden Aufgaben aber nicht leichter.

Am 1. Januar geht es gegen Manchester United, am 21. steht bereits die Revanche gegen Chelsea an. Will Arsenal das Minimalziel Europa League erreichen, muss die Rückrunde deutlich anders verlaufen, als die erste Saisonhälfte. Derzeit hängt Arsenal mit lediglich 24 Punkten nach 20 Spielen auf Platz 12 in der Tabelle fest.

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Lenos Schultern werden nach dem Neustart unter Arteta noch mehr Verantwortung tragen. Ein sicherer Rückhalt ist maßgeblich vonnöten, um die Gunners aus ihrem Tief zu hieven.

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